Michael Hammerbacher (* 15. Juni 1965 in Berlin) ist ein deutscher Erziehungswissenschaftler, Bildungsreferent und Extremismus-Experte.
Hammerbacher wurde in den 1980er-Jahren in der West-Berliner Hausbesetzer- und Friedensbewegung sozialisiert. Er trat in die „Alternative Liste für Demokratie und Umweltschutz“ (AL) ein, saß 1988 in deren Landesvorstand und fungierte als Geschäftsführer der Jugendorganisation „Alternative Jugend“. Bei der Abgeordnetenhauswahl 1989 kandidierte er für die AL und wurde von der Fraktion als Berliner Vertreter in die 9. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten entsandt. Nach innerparteilichen Konflikten trat er 1992 aus der AL-Nachfolgepartei Bündnis 90/Die Grünen aus.
Von 1995 bis 2001 studierte er Erziehungswissenschaft, Politik und Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sein Fokus lag dabei auf der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus: Seine 2001 vorgelegte Magisterarbeit erschien als Fachbuch unter dem Titel Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit: Handlungsstrategien gegen eine rechtsextreme Jugendkultur und fremdenfeindliche Einstellungen. Darin analysierte und kritisierte er die Grenzen der sogenannten akzeptierenden Jugendarbeit der 1990er-Jahre, um effektivere Interventionsmethoden gegen neonazistische Strukturen aufzuzeigen.
Ab 2002 war er als Bildungsreferent bei den Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA Berlin) tätig. 1997 und 2002 gehörte er zu den Mitbegründern Berliner Sozialbündnisse gegen den Sparkurs des Senats und initiierte 2003 ein knapp gescheitertes Volksbegehren zur Abwahl der Landesregierung. Von 2004 bis 2007 engagierte er sich in der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) und war Mitglied des Berliner Landesvorstands.
Hammberbacher gehörte 2012 zu den Mitbegründern des Vereins DEVI e.V. – Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung. Der Verein engagiert sich für Demokratiebildung, Wertebildung und Prävention von Rechtsextremismus und Islamismus in Bildungseinrichtungen.
Hammerbacher ist Mitbegründer der Initiative Pro Berliner Neutralitätsgesetz, als deren Co-Sprecher er seit 2017 fungiert. Diese setzt sich dafür ein, das Verbot religiöser, weltanschaulicher und politischer Symbole (wie des Kopftuchs) für Lehrkräfte und Bedienstete im staatlichen Schuldienst, in Justiz und Polizei uneingeschränkt aufrechtzuerhalten. Ab 2017 erweiterte und prägte der Verein unter Hammerbachers Leitung maßgeblich den Begriff und die wissenschaftlich-pädagogische Auseinandersetzung mit der „konfrontativen Religionsbekundung“. Unter diesem Begriff fasst DEVI Verhaltensweisen zusammen, bei denen Religion im Schulalltag offensiv zur Durchsetzung von Dominanzstrukturen, Missionierungsdruck, Sonderrechten oder religiös motiviertem Mobbing (u. a. Antisemitismus und Homophobie) eingesetzt wird. Dies löste eine bundesweite Diskussion über den richtigen Weg in der Islamismus-Prävention aus.
| Personendaten | |
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| NAME | Hammerbacher, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Erziehungswissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 15. Juni 1965 |
| GEBURTSORT | Berlin |