Michael Hecker legte 1965 in Zwickau das Abitur ab und absolvierte anschließend bis 1970 ein Studium der Biologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, an der er 1973 mit einer Arbeit zum Stoffwechsel von Nukleinsäuren und Proteinen in Agrostemma githago auch promovierte. 1977 wurde er ebenfalls an der Universität Greifswald habilitiert. Ab 1986 war er in Greifswald Professor für Molekularbiologie, 1990 erfolgte dort die Ernennung zum C4-Professor und zum Direktor des Instituts für Mikrobiologie und Molekularbiologie, das Hecker bis 2013 leitete. 1990 bis 1994 war Hecker Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
Einen Monat vor seinem 80. Geburtstag erschien im Juni 2026 sein Sachbuch „Sehnsucht Ostsee: Bäderarchitektur vom Kaiserreich bis heute.“
Wissenschaftlicher Beitrag
Michael Hecker beschäftigt sich mit der Physiologie von Bakterien. Dafür hat er in Greifswald mit seinen Mitarbeitern ein Zentrum für Proteomics der Mikroorganismen aufgebaut. Die Greifswalder Mikrobiologen sind in der Lage, das Proteom, d.h. die Gesamtheit der Proteine von Modellbakterien, zu erfassen und zu quantifizieren. Da die Proteine die eigentlichen Werkzeuge des Lebens sind, kann man aus der Sicht des Proteininventars einer Zelle zu umfassenden und neuen Kenntnissen ihrer Physiologie gelangen. Hauptarbeitsgebiete, die alle auf der physiologischen Proteomanalyse basieren, sind die Analyse der Stress- und Hungerantwort von Bakterien sowie der Physiologie und Virulenzpathogener Bakterien.
2012 Forschungspreis der Doktor Robert Pfleger-Stiftung für Medizinische Grundlagenforschung
2013 Senior Research Award des Greifswald University Club
2013 Norddeutscher Wissenschaftspreis
2013 Eintragung in das Goldene Buch der Hansestadt Greifswald
2017 Ehrenmitgliedschaft der VAAM
Projektkoordination, Mitgliedschaft in Verbundprojekten (Auswahl)
Koordinator zahlreicher Drittmittelprojekte, gefördert von der DFG, dem BMBF, der EU, der Industrie oder vom Land Mecklenburg-Vorpommern.
2002 – Leiter der Technologieplattform „Proteomics“ in mehreren Verbundprojekten des BMBF und der EU, 6. und 7. Rahmenprogramm (u. a. GenoMik, PathogenoMik, GenoMik-Transfer)
Etwa 400 Originalarbeiten in wissenschaftlichen Zeitschriften (PubMed).
Bücher
mit Wolfgang Babel: Physiologie der Mikroorganismen. Die Zelle, ihre Umwelt und die Mechanismen der Adaptation. VEB Gustav Fischer Verlag, Jena/Stuttgart 1988.
mit Stefan Müllner (Hrsg.): Proteomics of Microorganisms. Fundamental Aspects and Application. Springer, 2003.
mit Ian Humphery-Smith (Hrsg.): Microbial Proteomics. Functional Biology of Whole Organisms. Wiley, USA 2006.
mit Peter R. Jungblut (Hrsg.): Proteomics of Microbial Pathogens. Wiley-VCH, Weinheim 2007.
mit Bärbel Friedrich: Die ostdeutschen Universitäten im vereinten Deutschland. Eine Erfolgsgeschichte in Ost-West-Perspektive. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2023, ISBN 978-3-9631181-6-6.
Sehnsucht Ostsee: Bäderarchitektur vom Kaiserreich bis heute. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2026, ISBN 978-3-689-48079-0.
↑M. Hecker, J. Pané-Farré, U. Völker: SigB-dependent general stress response in Bacillus subtilis and related gram-positive bacteria. In: Annu. Rev. Microbiol. 61 (2007), S. 215–236.
↑Dörte Becher, Knut Büttner, Martin Moche, Bernd Heßling, Michael Hecker: From the genome sequence to the protein inventory of Bacillus subtilis. In: Proteomics. 11 (2011), S. 2971–2980.
↑A. Otto, J. Bernhardt, H. Meyer, M. Schaffer, F. A. Herbst, J. Siebourg, U. Mäder, M. Lalk, M. Hecker, D. Becher: Systems-wide temporal proteomic profiling in glucose-starved Bacillus subtilis. In: Nat Commun. 1, 2010, S. 137. doi:10.1038/ncomms1137.
↑M. Hecker, D. Becher, S. Fuchs, S. Engelmann: A proteomic view of cell physiology and virulence of Staphylococcus aureus. In: Int J Med Microbiol. 300(2-3), 2010 Feb, S. 76–87. Review.
↑F. Götz, J. Hacker, M. Hecker: Pathophysiology of staphylococci in the post-genomic era. In: Int. J. Med. Microbiol. 300(2-3), 2010, S. 75–204.