Michael Hecker

Michael Hecker (* 9. Juli 1946 in Annaberg) ist ein deutscher Mikro- und Molekularbiologe. Er wirkte von 1986 bis zu seiner Pensionierung 2013 als Professor an der Universität Greifswald. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Physiologie der Mikroorganismen und die Genomforschung.

Akademischer und beruflicher Werdegang

Michael Hecker legte 1965 in Zwickau das Abitur ab und absolvierte anschließend bis 1970 ein Studium der Biologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, an der er 1973 mit einer Arbeit zum Stoffwechsel von Nukleinsäuren und Proteinen in Agrostemma githago auch promovierte. 1977 wurde er ebenfalls an der Universität Greifswald habilitiert. Ab 1986 war er in Greifswald Professor für Molekularbiologie, 1990 erfolgte dort die Ernennung zum C4-Professor und zum Direktor des Instituts für Mikrobiologie und Molekularbiologie, das Hecker bis 2013 leitete. 1990 bis 1994 war Hecker Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.

Einen Monat vor seinem 80. Geburtstag erschien im Juni 2026 sein Sachbuch „Sehnsucht Ostsee: Bäderarchitektur vom Kaiserreich bis heute.“

Wissenschaftlicher Beitrag

Michael Hecker beschäftigt sich mit der Physiologie von Bakterien. Dafür hat er in Greifswald mit seinen Mitarbeitern ein Zentrum für Proteomics der Mikroorganismen aufgebaut. Die Greifswalder Mikrobiologen sind in der Lage, das Proteom, d. h. die Gesamtheit der Proteine von Modellbakterien, zu erfassen und zu quantifizieren. Da die Proteine die eigentlichen Werkzeuge des Lebens sind, kann man aus der Sicht des Proteininventars einer Zelle zu umfassenden und neuen Kenntnissen ihrer Physiologie gelangen. Hauptarbeitsgebiete, die alle auf der physiologischen Proteomanalyse basieren, sind die Analyse der Stress- und Hungerantwort von Bakterien sowie der Physiologie und Virulenz pathogener Bakterien.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

Funktionen in wissenschaftlichen Gesellschaften und Gremien (Auswahl)

Auszeichnungen

Projektkoordination, Mitgliedschaft in Verbundprojekten (Auswahl)

Koordinator zahlreicher Drittmittelprojekte, gefördert von der DFG, dem BMBF, der EU, der Industrie oder vom Land Mecklenburg-Vorpommern.

Schriften (Auswahl)

Etwa 400 Originalarbeiten in wissenschaftlichen Zeitschriften (PubMed).

Bücher

Einzelnachweise

  1. ↑ M. Hecker, J. Pané-Farré, U. Völker: SigB-dependent general stress response in Bacillus subtilis and related gram-positive bacteria. In: Annu. Rev. Microbiol. 61 (2007), S. 215–236.
  2. ↑ Dörte Becher, Knut Büttner, Martin Moche, Bernd Heßling, Michael Hecker: From the genome sequence to the protein inventory of Bacillus subtilis. In: Proteomics. 11 (2011), S. 2971–2980.
  3. ↑ A. Otto, J. Bernhardt, H. Meyer, M. Schaffer, F. A. Herbst, J. Siebourg, U. Mäder, M. Lalk, M. Hecker, D. Becher: Systems-wide temporal proteomic profiling in glucose-starved Bacillus subtilis. In: Nat Commun. 1, 2010, S. 137. doi:10.1038/ncomms1137.
  4. ↑ M. Hecker, D. Becher, S. Fuchs, S. Engelmann: A proteomic view of cell physiology and virulence of Staphylococcus aureus. In: Int J Med Microbiol. 300(2-3), 2010 Feb, S. 76–87. Review.
  5. ↑ F. Götz, J. Hacker, M. Hecker: Pathophysiology of staphylococci in the post-genomic era. In: Int. J. Med. Microbiol. 300(2-3), 2010, S. 75–204.
  6. ↑ Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Michael Hecker (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 12. Juli 2016.
  7. ↑ American Academy of Microbiology
  8. ↑ IUMS
  9. ↑ Research/Technology Invention Award, Henkel 2006
  10. ↑ Forschungspreis der Doktor Robert Pfleger Stiftung 2012 (Memento vom 19. April 2014 im Internet Archive)
  11. ↑ Senior Research Award des Greifswald University Club
  12. ↑ Norddeutscher Wissenschaftspreis (Memento vom 2. Juli 2015 im Internet Archive)
  13. ↑ Eintragung in das Goldene Buch der Hansestadt Greifswald
  14. ↑ Laudatio: VAAM-Ehrenmitgliedschaft an Michael Hecker. Zugang zum PDF. Aus: BIOspektrum. 23. Jahrgang, März 2017, S. 311 f.
Personendaten
NAME Hecker, Michael
KURZBESCHREIBUNG deutscher Molekularbiologe
GEBURTSDATUM 9. Juli 1946
GEBURTSORT Annaberg