Michael Heinrich Gribner

Michael Heinrich Gribner (auch Griebner; * 14. Oktober 1682 in Leipzig; † 19. Februar 1734 ebenda) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Leben

Principia iurisprudentiae naturalis, 1717

Geboren als Sohn des Theologen Daniel Gribner und der Rosina Elisabeth Horn, wuchs er nach dem Tod seines Vaters in der Familie des Lüder Mencken auf. Er besuchte die Nikolaischule seiner Vaterstadt und bezog in seinem 17. Lebensjahr die Universität Leipzig, wo er sich anfangs einem Studium der Theologie widmete. Auf den Rat des Stiefvaters wechselte er zu den Rechtswissenschaften. Nachdem er sich 1702 den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie erworben hatte, promovierte er 1703 zum Doktor der Rechte und hielt Vorlesungen an der Leipziger Hochschule.

1706 erhielt er einen Ruf als Professor der Institutionen an der Universität Wittenberg und war damit verbunden Beisitzer der juristischen Fakultät, am Schöppenstuhl und am Wittenberger Konsistorium. Gribner verließ in seinen Vorlesungen zum Staatsrecht die Grundlagen der Überlieferungen. Dazu nutzte er die von ihm geschaffenen Thesen des Privatfürstenrechts und gewährte dem Naturrecht sowie dem einheimischen Recht Zugang zum Wittenberger Vorlesebetrieb. Er stieg zum Professor der Pandekten auf, war mehrfach Dekan der juristischen Fakultät und 1711, sowie 1717 Rektor der Wittenberger Hochschule. Seine Lehrbücher, besonders über die Grundlagen des gerichtlichen Prozesses, blieben noch Jahrzehnte Grundlage der Vorlesungen an der Wittenberger Hochschule.

Gribner hatte sich an Vorarbeiten für eine verbesserte Prozessordnung beteiligt. Daher rief ihn der kursächsische Hof 1717 nach Dresden, wo er ein entscheidender Vollender der neuen sächsischen Prozessordnung wurde. Man berief ihn dorthin als Hof- und Justizrat und er erhielt die Aufsicht über das königlich-sächsische Archiv. Nachdem er neun Jahre lang in diesen Ämtern gewirkt hatte, trat er nach dem Tod seines Stiefvaters an dessen Stelle als Ordinarius der juristischen Fakultät der Universität Leipzig. Er wurde zudem Decemvir in Leipzig und übernahm das mit der Ordinariusprofessur verbundene Kanonikat in Merseburg.

Werkauswahl

Literatur

Personendaten
NAME Gribner, Michael Heinrich
ALTERNATIVNAMEN Griebner, Michael Heinrich
KURZBESCHREIBUNG deutscher Rechtswissenschaftler
GEBURTSDATUM 14. Oktober 1682
GEBURTSORT Leipzig
STERBEDATUM 19. Februar 1734
STERBEORT Leipzig