
Michael Hohl (* 3. Dezember 1959 in Lahnstein) ist ein deutscher Jurist und Politiker (CSU). Er war vom 1. Mai 2006 bis zum 30. April 2012 Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth.
Michael Hohl schloss nach dem Abitur eine Bankkaufmannslehre ab. Seinen Grundwehrdienst absolvierte er in Veitshöchheim und Koblenz, ehe er 1981 das Studium der Rechtswissenschaften mit wirtschaftswissenschaftlicher Zusatzausbildung an der Universität Bayreuth begann. Nach einem Kurs an der London School of Economics zum englischen Recht und der Referendar-Zeit in Bayreuth und Bamberg, folgte begleitend zu einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent die Promotion in Bayreuth; seine Dissertation behandelte das Thema „Rechtliche Probleme der Nominierung von Leistungssportlern zu Wettkämpfen“. Von 1992 bis zu seiner Wahl zum Bayreuther Oberbürgermeister im Jahre 2006 war Hohl als Rechtsanwalt in einer größeren Bayreuther Kanzlei mit den Schwerpunkten Wirtschafts-, Bank- und Erbrecht tätig. Hohl engagierte sich in dieser Zeit ehrenamtlich in berufsständischen Organisationen. Er war Vorsitzender des Bayreuther Anwaltsvereins und Vorstandsmitglied sowie von 2002 bis 2006 Präsident der Rechtsanwaltskammer Bamberg.
2003 wurde er in den Bezirkstag von Oberfranken gewählt, die Wiederwahl erfolgte im Jahr 2008. Seine Fraktion wählte ihn in seiner 2. Amtszeit zu ihrem Vorsitzenden. Am 26. März 2006 wurde Michael Hohl zum Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth gewählt. Bei der OB-Wahl am 11. März 2012 erhielt Hohl im ersten Wahlgang 43,6 % der Stimmen und musste, als erster Bayreuther Oberbürgermeister in der Nachkriegsgeschichte, in eine Stichwahl. Seine Gegenkandidatin Brigitte Merk-Erbe (Bayreuther Gemeinschaft), die im ersten Wahlgang 38,3 % erhalten hatte und dann auch von der SPD wie auch den Grünen unterstützt wurde, gewann am 25. März 2012 die Stichwahl und löste Hohl am 1. Mai 2012 als Oberbürgermeisterin von Bayreuth ab. Hohl war in seiner Amtszeit als Oberbürgermeister Geschäftsführer der Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth, Mitglied der Gesellschafterversammlung und des Verwaltungsrats der Bayreuther Festspiele GmbH und Vorstandsvorsitzender der Richard-Wagner-Stipendienstiftung. Nach der Abwahl als Oberbürgermeister von Bayreuth plante er einen Rückzug aus der Politik und strebte eine Wirtschaftskarriere an. Er kandidierte jedoch in der Folge für den bayerischen Landtag sowie für den Bayreuther Stadtrat. Letzterem gehört er seit 2014 an. Im September 2025 wurde bekannt, dass Hohl und Christian Wedlich, ebenfalls CSU-Stadtrat, ihre persönliche Beteiligung an einem Bauprojekt im Bayreuther Stadtteil Wolfsbach verschwiegen hatten. Die Stadträte, darunter auch Hohl und Wedlich, hatten diesem Projekt in einer knappen Abstimmung zugestimmt. Nach dem Bekanntwerden der Affäre forderte die CSU ihre beiden Stadträte Hohl und Wedlich zum Ämter- und Kandidaturverzicht auf. Sie kamen dem teilweise nach. Michael Hohl zog die Kandidatur zurück. Hohl und Wedlich sowie der Bayreuther Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (alle CSU) entschuldigten sich.
Michael Hohl ist seit 1988 mit der Verwaltungsrichterin Hannelore Hohl, geb. Kerl, verheiratet und hat zwei Kinder.
| Personendaten | |
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| NAME | Hohl, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Politiker (CSU) |
| GEBURTSDATUM | 3. Dezember 1959 |
| GEBURTSORT | Lahnstein |