Michael H. Jameson

Michael Hamilton Jameson (* 15. Oktober 1924 in London; † 18. August 2004) war ein US-amerikanischer Altphilologe, Epigraphiker und Archäologe. Seine wichtigsten Beiträge zur griechischen Religion lagen im Bereich des griechischen Opfers und des Wesens der griechischen Religion. Mehrere seiner Artikel waren bahnbrechend. Bekannt wurde er auch durch seine Entdeckung des Dekrets des Themistokles.

Leben

Michael H. Jameson verbrachte seine Kindheit in Peking, wo sein Vater, Raymond D. Jameson, eine Professur für Westliche Literatur an der Universität Peking innehatte. 1942 machte er seinen Bachelor in Griechisch an der University of Chicago im Alter von 17 Jahren. 1943 bis 1946 war er als japanischer Übersetzer für die United States Navy tätig. 1949 erhielt er den Ph.D. für seine Arbeit „The Offering at Meals: Its Place in Greek Sacrifice“.

Seine epigraphischen Kenntnisse erwarb er 1949 während eines Aufenthalts an der American School of Classical Studies in Athen. Der Aufenthalt wurde ihm durch ein Stipendium des Fulbright-Programms ermöglicht. Nach einem kurzen Aufenthalt an der University of Minnesota erhielt er 1953–1954 ein Stipendium der Ford Foundation am Institut für Sozialanthropologie der Oxford University. Von 1954 bis 1976 war er an der University of Pennsylvania als Professor tätig. 1976 wechselte er an die Stanford University, wo er bis zu seiner Pensionierung 1990 tätig war.

Seine große Entdeckung war das Dekret des Themistokles, das er in einem griechischen Café 1960 entdeckte. Das Dekret beschreibt die Vorbereitungen für die Schlacht von Salamis 470 v. Chr. Die Entdeckung veränderte den Blick der Wissenschaft auf Thukydides und löste in der Folge eine Reihe von wissenschaftlichen Beiträgen aus.

Das Spezialgebiet von Michael H. Jameson war die griechische Religion. Im Besonderen widmete er sich dem Kult und dem griechischen Opfer. Er veröffentlichte neue Inschriften aus Halieis, Mases, Zarax, Epidauros, Epidauros Limera, Karpathos, Hydra, Kasos, Anthedon und Tiryns und schrieb Beiträge in Inscriptiones Atticae Euclidis Anno Anteriores. 1962 betätigte er sich als Archäologe in der versunkenen Stadt Halieis. In der Argolis veranlasste er zwischen 1979 und 1983 ökologische Studien, die die ersten im Bereich der Paläoökologie im alten Griechenland waren. Diese Tätigkeit führte zur Veröffentlichung von A Greek Countryside: The Southern Argolid from Prehistory to the Present Day, das er 1994 zusammen mit Tjeerd Van Andel and C. N. Runnels im Verlag Stanford University Press veröffentlichte.

Michael H. Jameson konnte mehrere Preise entgegennehmen und erhielt Forschungsstipendien wie zum Beispiel das Guggenheim-Stipendium 1966/67. 1968 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Am Ende seines Lebens war er Crossett Professor Emeritus für Humanities an der Stanford University. Er starb 2004 an einer Krankheit.

Walter Burkert hat über ihn gesagt: „His essays remain models – for epigraphers in how to think about Greek religion, and for historians of Greek religion in how to use the documents of epigraphy.“

Publikationen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Martin Ostwald: Michael Hamilton Jameson, 15 October 1924 – 18 August 2004. In: Proceedings of the American Philosophical Society, Band 151, Nr. 1, März 2007, S. 114.
  2. ↑ Martin Ostwald: Michael Hamilton Jameson, 15 October 1924 – 18 August 2004. In: Proceedings of the American Philosophical Society, Band 151, Nr. 1, März 2007, S. 115 und 123; Michael H. Jameson: Cults and Rites in Ancient Greece: Essays on Religion and Society. Cambridge 2014, S. xxiv.
  3. ↑ Martin Ostwald: Michael Hamilton Jameson, 15 October 1924 – 18 August 2004. In: Proceedings of the American Philosophical Society, Band 151, Nr. 1, März 2007, S. 118.
  4. ↑ Martin Ostwald: Michael Hamilton Jameson, 15 October 1924 – 18 August 2004. In: Proceedings of the American Philosophical Society, Band 151, Nr. 1, März 2007, S. 117.
  5. ↑ Martin Ostwald: Michael Hamilton Jameson, 15 October 1924 – 18 August 2004. In: Proceedings of the American Philosophical Society, Band 151, Nr. 1, März 2007, S. 119.
  6. ↑ Book of Members 1780–present, Chapter J. (PDF; 792 kB) In: amacad.org. American Academy of Arts and Sciences, abgerufen am 5. April 2020 (englisch).
  7. ↑ Michael H. Jameson: Cults and Rites in Ancient Greece: Essays on Religion and Society. Cambridge 2014, S. xxvi.
Personendaten
NAME Jameson, Michael H.
ALTERNATIVNAMEN Jameson, Michael Hamilton (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Altphilologe, Epigraphiker und Archäologe
GEBURTSDATUM 15. Oktober 1924
GEBURTSORT London
STERBEDATUM 18. August 2004