Michael Ludwig Wellmer (* 1. März 1783 in Arnswalde; † 18. Februar 1859 in München) war ein deutscher Jurist, Landesbeamter, Sachbuchautor und satirischer Schriftsteller.
Michael Ludwig Wellmer war der Sohn eines Kreissteuereinnehmers und der Tochter eines Apothekers. Er studierte Jura an den Universitäten in Halle, Frankfurt (Oder) und sei im August 1803 nach Bayreuth gekommen. Er schlug die Beamtenlaufbahn ein und war 1807 bei der Stadt-Justiz-Direktion von Erlangen beschäftigt; um 1810/11 wurde er Stadtgerichtsdirektor in Wunsiedel. Nach der Auflösung des Stadtgerichts erhielt er im März 1812 die Landrichterstelle in Markt Erlbach, welche er bis 1830 innehatte. Wellmers Dienstvorgesetzter war seit 1817 der Rechtsgelehrte Paul Johann Anselm Feuerbach in Ansbach, den er als Person hoch schätzte, obgleich er mit seinen Theorien nicht immer übereinstimmte. 1819 trat er mit einem Kommentar zur beabsichtigten Vereinheitlichung der bayerischen gesetzlichen Hypotheken-Ordnung an die Öffentlichkeit; die Motive für den Gesetzesentwurf waren von dem Staatsrat Nikolaus Thaddäus von Gönner zusammengefasst und veröffentlicht worden.
Um in Nürnberg Privatgeschäften nachgehen zu können, ließ sich Wellmer in den vorübergehenden Ruhestand versetzen. Als er am 21. August 1830 anlässlich der Übergabe des Amtsbezirks an seinen Nachfolger Vocke und der damit einhergehenden Übergabe des Landgerichts Markt Erlbach seine Abschiedsrede hielt, nutzte er die Gelegenheit, um eindringlich auf die zunehmende Verarmung der Landbevölkerung hinzuweisen. Obwohl nicht unmittelbar zum Aufgabenbereich eines Landrichters gehörend, hatte sich Wellmer in Markt Erlbach für soziale und infrastrukturelle Verbesserungen eingesetzt.
In Nürnberg betätigte er sich als aktiver Teilhaber der Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft, der Betreiber-Gesellschaft der Ludwigseisenbahn von Nürnberg nach Fürth, in deren Direktorium er bis 1835 saß. Als Jurist wurde er mit der Ausarbeitung eines ersten Entwurfs der Statuten der neuen Gesellschaft betraut.
Um die Jahreswende 1842/43 wurde er als Beamter reaktiviert und stand ab Januar 1843 als Stadtkommissär von Fürth dem dortigen Kgl. Stadtkommissariat vor. Dieses Amt bekleidete er bis Ende 1849, als er unter Anerkennung seiner Verdienste in den endgültigen Ruhestand entlassen wurde.
Wellmer verfasste eine Reihe von Schriften juristischen und politischen Inhalts sowie kritische Ratgeber und satirisch-literarische Werke. Auf seine 1819 veröffentlichte Stellungnahme zur Hypotheken-Ordnung in Bayern wurde während einer Sitzung der Zweiten Kammer der Ständeversammlung am 5. Mai 1819 vom Abgeordneten Johann Christoph von Aretin, der ihn als „geschäftserfahren“ bezeichnete, mehrfach eingegangen. Seine 1826 veröffentlichte, im Vormärz provokative und aufsehenerregende Schrift Was haben wir Bayern von der jüngsten Thronveränderung zu hoffen? führte zu einer öffentlichen Replik durch den Advokaten und wirklichen Rat Joseph von Miller.
Wellmer gilt als Verfasser der anonym publizierten satirischen Abhandlungen Scherzburger Actenstücke. Ihm ebenfalls zuzuschreiben ist demnach das erfolgreiche Hammelburger Conversations-Lexikon, das laut Leipziger Literaturzeitung vom April 1820 vom selben Autor stammt.
Er war Mitglied historischer, künstlerischer und landwirtschaftlicher Vereinigungen, sowie des Polytechnischen Vereins für das Königreich Bayern. Im Alter von 76 Jahren starb er in München.
Die 1826 (nach anderen Angaben 1832) geborene Schriftstellerin Meta Wellmer war seine Tochter.
Publikationen satirischen Inhalts ein und desselben anonymen Verfassers, hinter dem früher auch Karl Heinrich von Lang vermutet wurde, die heute jedoch eher Ludwig Wellmer zugeschrieben werden:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wellmer, Michael Ludwig |
| ALTERNATIVNAMEN | Wellmer, Ludwig |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Landesbeamter und Jurist |
| GEBURTSDATUM | 1. März 1783 |
| GEBURTSORT | Bayern |
| STERBEDATUM | um 21. Februar 1859 |
| STERBEORT | München |