Michael Piazolo (* 22. Oktober 1959 in Stuttgart) ist ein deutscher Politiker (Freie Wähler), Jurist und Politikwissenschaftler sowie seit 2008 Mitglied des Bayerischen Landtags.
Von November 2018 bis Oktober 2023 war er Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus im Kabinett Söder II.
Piazolos Vater Paul Harro Piazolo war Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft sowie Amtschef im Kultusministerium von Baden-Württemberg. Piazolo besuchte von 1969 bis 1979 das Karls-Gymnasium Stuttgart und studierte bis 1981 Rechtswissenschaft an der LMU München. 1981 und 1982 war er an der Universität Lausanne für Rechts- und Politikwissenschaft eingeschrieben. Von 1983 bis 1985 setzte er sein Studium an der LMU fort. Von 1985 bis 1988 war er Referendar unter anderem am Amtsgericht Fürstenfeldbruck, an der Hochschule Speyer und im Deutschen Generalkonsulat in New York.
1989 arbeitete Piazolo als Referent im Referat für Grundsatzfragen und Rechtsangelegenheiten der Zentralverwaltung des Münchner Goethe-Instituts. 1990 verbrachte er das Sommersemester an der University of Virginia. Er promovierte 1992 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Regensburg. Von 1991 bis 2006 war Piazolo Dozent an der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, wo er eine Vielzahl von Büchern und Broschüren zu Verfassungs-, Staats- und Europarecht verfasste, auch für die Bayerische Landeszentrale für politische Bildung. Seit 1994 ist er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Politik München; 1994/95 war er Geschäftsführer der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung von Interessenkollisionen in Amt und Mandat. Von 1996 bis 2000 war Piazolo Koordinator des EU-Projekts Eurofamilia.
2003 habilitierte er sich im Fach Politikwissenschaft an der Universität Augsburg. Von 2003 bis 2006 war er dort Privatdozent. 2006 bis 2008 war er Professor an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin. Von 2008 bis 2013 war er Professor für European Studies an der Hochschule München.
Piazolo ist ledig und römisch-katholischer Konfession.
Piazolo ist seit 2001 Mitglied der Landesvereinigung Freie Wähler Bayern. Er wurde 2005 Vorsitzender der Freien Wähler Stadt München und 2006 stellvertretender Landesvorsitzender. Von 2010 bis 2019 war er Generalsekretär. 2008 wurde Piazolo in den Münchner Stadtrat gewählt, im September 2008 über den Wahlkreis Oberbayern in den Bayerischen Landtag, wonach er aus dem Stadtrat ausschied. 2013, 2018 und 2023 wurde er erneut in den Landtag gewählt. Er war hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion im Bayerischen Landtag, Sprecher für Bundes- und Europaangelegenheiten und kulturpolitischer Sprecher. Von 2013 bis 2018 war er Vorsitzender des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur. Er war Initiator des 2013 erfolgreichen Volksbegehrens „Grundrecht auf Bildung ernst nehmen – Studienbeiträge abschaffen!“
Von November 2018 bis Oktober 2023 war er Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus im Kabinett Söder II.
Piazolo kandidierte bei der Oberbürgermeisterwahl in München im März 2026.
Zudem gehörte Piazolo bis 2019 dem Beirat der Stiftung Bayerisches Amerikahaus gGmbH sowie dem Reformbeirat der Hochschule für Politik München und dem Medienrat an.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Piazolo, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechtswissenschaftler und Politiker (FW), MdL |
| GEBURTSDATUM | 22. Oktober 1959 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |