Mikrokolon

Klassifikation nach ICD-10
Q43.8 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungen des Darmes – inkl.: Mikrokolon
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Ein Mikrokolon, von altgriechisch μικρός mikrós, deutsch ‚klein, eng‘ und altgriechisch κῶλον kōlon, deutsch ‚Darm, Wurst‘, ist ein abnormal kleiner, ungefüllter Dickdarm (Kolon), in der Regel aufgrund mangelhafter Beanspruchung. Er ist Hinweis auf eine intrauterin gestörte Mekoniumpassage in den Dickdarm und kommt meist bei einer (angeborenen) Passagebehinderung des Magen-Darm-Traktes vor.

Ursachen

Häufige Ursachen sind:

Im Rahmen einiger Syndrome kann das Mikrokolon wesentliches Merkmal sein:

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch einen Kolonkontrasteinlauf. Das Kolon ist unterentwickelt, maximal fingerdick, dünnwandig, kürzer als normal und weist kaum Flexuren auf.

Differentialdiagnose

Abzugrenzen sind das Neonatal Small Left Colon Syndrome, Folgen einer nekrotisierenden Enterokolitis, Mekoniumpropf-Syndrom, funktionelles Mikrokolon bei Frühgeborenen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 W. Schuster, D. Färber (Herausgeber): Kinderradiologie. Bildgebende Diagnostik. Springer 1996, 2. Auflage, S. 588, ISBN 3-540-60224-0.
  2. ↑ Radiopaedia
  3. ↑ J. Amodio, W. Berdon, S. Abramson, C. Stolar: Microcolon of prematurity: a form of functional obstruction. In: American Journal of Roentgenology. Band 146, Nummer 2, Februar 1986, S. 239–244, doi:10.2214/ajr.146.2.239, PMID 3484569.
  4. ↑ Bernfried Leiber (Begründer): Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe. Hrsg.: G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger. 7., völlig neu bearb. Auflage. Band 2: Symptome. Urban & Schwarzenberg, München u. a. 1990, ISBN 3-541-01727-9.
  5. ↑ Microcolon. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  6. ↑ I. H. Krasna, D. Rosenfeld, P. Salerno: Is it necrotizing enterocolitis, microcolon of prematurity, or delayed meconium plug? A dilemma in the tiny premature infant. In: Journal of pediatric surgery. Band 31, Nummer 6, Juni 1996, S. 855–858, doi:10.1016/s0022-3468(96)90153-0, PMID 8783123.