Als Miktionssynkope (auch Pressorische Synkope oder Postpressorische Synkope) wird eine während des Wasserlassens (Miktion; lat. mingere „harnen“) akut auftretende, reversible Bewusstlosigkeit (Synkope; aus dem Altgriechischen: „Zusammenstoßen, Ausstoßen“) bezeichnet, die einige Sekunden bis maximal eine Minute dauern kann.
Miktionssynkopen treten vorwiegend bei jüngeren Männern während oder unmittelbar nach der Miktion im Stehen auf. Oft sind die Betroffenen schlaftrunken mit überfüllter Blase, meist nach Alkoholkonsum und unmittelbar nach dem Aufstehen, typischerweise nachts (Vasodilatation durch Bettwärme). Sie stürzen abrupt oder nach kurzem, unsystematischem Schwindel, wobei erhebliche Verletzungen auftreten können. Durch die Abnahme des sympathischen Vasokonstriktorentonus kommt es zum Blutdruckabfall und zum Kollaps. Der Valsalva-Mechanismus bei Beginn der Miktion und der Wegfall der Stützung des Blutdrucks durch die volle Blase tragen ebenfalls dazu bei.
Während Miktionssynkopen an Land zu mehr oder weniger schlimmen Sturzverletzungen führen können, sind sie bei Seglern als gelegentliche Todesursache bekannt. Hier sind im Wesentlichen zwei Gründe anzuführen:
Miktionssynkopen sind relativ selten und machen etwa 5 % der Synkopen aus. Seltener sind auch polymorbide ältere Personen beider Geschlechter betroffen.
Die Hauptkomplikation bei der Miktionssynkope sind sturzassoziierte Verletzungen oder Folgen.
Die Miktionssynkope kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:
Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Miktionssynkope umfassen das Folgende: