Im September 1951 beschloss die sowjetische Regierung, den Hubschrauberbau zu forcieren. Als Ergebnis hierzu entstanden die Jakowlew Jak-24 und die Mil Mi-4. Die Konstruktion der Mi-4 begann bereits im Oktober 1951; dabei lehnte sich Mil in der Auslegung sicherlich auch an die amerikanische Sikorsky S-55 an, ohne diese jedoch zu kopieren. Die Mi-4 ist eine eigenständige Konstruktion. Der Erstflug des noch mit einem 1.000PS (735kW) starken Sternmotors Schwezow ASch-62IR ausgerüsteten Prototyps fand im Mai 1952 statt. Für die Serienversionen wurde jedoch ein 1.694PS (1.246kW) starker Sternmotor Schwezow ASch-82W verwendet, mit dem die Mi-4 die S-55 leistungsmäßig übertraf.
In der Öffentlichkeit wurde die Mi-4 erstmals bei der Flugschau in Tuschino 1953 vorgeführt. Damals erhielt sie den NATO-Code Type 36; mit der Einführung der Codenamen ab 1955 wurde sie jedoch als Hound bezeichnet. Hergestellt wurde die Mi-4 im staatlichen Flugzeugwerk Nr.387 in Kasan.
Varianten
Die Produktion belief sich auf etwa 3500 von 1953 bis 1969 in der Sowjetunion gebauten Mi-4 plus einer Lizenzfertigung von 545 Stück in China von 1958/59 bis 1980 unter der Bezeichnung Harbin Z-5.
MG-Stand NUW-1 mit einem 12,7-mm-MG TKB 481 (A-12,7) und 200 Schuss
Bewaffnung
Mil Mi-4 mit UB-16-Abschussbehältern für ungelenkte Raketen im Luftfahrtmuseum Kbely
Fest installierte Rohrbewaffnung im Bug
1 × 12,7-mm-Maschinengewehr Afanasjew A-12,7 (TBK-481M), beschränkt beweglich in einer NUW-1-Lafette in der Bugspitze eingebaut mit 200 Schuss Munition
Waffenzuladung von 1000kg an vier bis sechs Außenlaststationen
↑Ulf Gerber:Das große Buch der sowjetischen Luftfahrt 1920–1990. Entwicklung, Produktion und Einsatz der Flugzeuge. Rockstuhl, Bad Langensalza 2019, ISBN 978-3-95966-403-5, S.624.
↑Detlef Billig, Manfred Meyer:Flugzeuge der DDR. Typenbuch Militär- und Zivilluftfahrt. I Band bis 1962. Motorbuch, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02197-8, S.152–161.