Minoru Niizuma

Minoru Niizuma: Skulptur entstanden beim Bildhauersymposion St. Margarethen im Burgenland, Österreich

Minoru Niizuma (japanisch 新妻 実, Niizuma Minoru; * 29. September 1930 in Tokio; † 5. September 1998 auf Long Island, New York) war ein japanisch-amerikanischer Bildhauer. Er arbeitete überwiegend mit Stein, vor allem mit Marmor und Granit.

Leben

Minoru Niizuma schloss sein Studium an der Universität der Künste in Tokio im Jahr 1955 ab. Bereits während dieser Zeit zeigte er einige Arbeiten auf einer Ausstellung der Gesellschaft für Moderne Kunst (Modan Āto Kyōkai) in Tokio. Dort wurde er 1957 Mitglied. 1959 erhielt er ein Stipendium der Brooklyn Museum Art School und zog nach New York. Nach Ablauf des Stipendiums blieb er dauerhaft in der Stadt.

Von 1964 bis 1970 lehrte er an der Brooklyn Museum Art School. In dieser Zeit nahm er an internationalen Bildhauersymposien in Vermont und Österreich teil. 1970 organisierte er ein eigenes Symposium in New York. Ab 1972 hatte er einen Lehrauftrag an der Columbia University, wo er bis 1984 als außerordentlicher Professor tätig war. Ab 1974 übernahm er weitere Positionen an der International Graduate School in New York und in Lugano. 1978 organisierte er ein Symposium für Steinskulptur in Irland. Im selben Jahr gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Stone Sculpture Society, deren Ehrenpräsident er wurde. 1983 wurde er Direktor des Stone Institute in New York. Ab 1981 hielt er sich zunehmend in Portugal auf. Dort schuf er zahlreiche Skulpturen aus dem dort vorkommenden schwarzen Granit, seltener arbeitete er auch mit Vulkangestein. Minoru Niizuma starb 1998 im Alter von 67 Jahren.

Werk

Minoru Niizuma: Castle of the Eye (Augenschloss), 1994, Granitskulptur, Jardim Vasco da Gama, Belém, Lissabon, Portugal

Minoru Niizumas Arbeiten bestehen meist aus geometrischen Körpern, die sich von einem kubischen Sockel erheben. In den 1960er Jahren entstand die Serie Castle of the Eye, zu der die im Jahr 1964 entstandene Arbeit im Museum of Modern Art in New York gehört. Niizuma griff die Serie über Jahrzehnte immer wieder auf und variierte sie. Die Marmorskulpturen bestehen aus einzelnen Würfeln oder Säulen. Ihre Oberflächen sind aufgebrochen und münden in stufenförmige, pyramidal nach innen verlaufende Vertiefungen, die in einem Brennpunkt münden. Die Skulpturen wirken, als würden sie optische, akustische oder kinetische Signale ihrer Umgebung aufnehmen oder bündeln. Einige der Säulen erinnern an Totempfähle und nehmen Bezug auf Traditionen der Volkskunst.

Werke von Niizuma befinden sich unter anderem im Honolulu Museum of Art, im Museu Calouste Gulbenkian in Lissabon, im Guggenheim Museum in New York, im Nationalmuseum für moderne Kunst Tokio, im Museum of Art der Präfektur Mie in Tsu sowie im Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington, D.C. Im öffentlichen Raum stehen mehrere Arbeiten der Castle-of-the-Eye-Serie, darunter eine großformatige Fassung von 1994 im Jardim de Belém in Lissabon. Eine weitere Fassung aus dem Jahr 1973 befindet sich im Skulpturengarten des New Orleans Museum of Art.

Ausstellungen (Auswahl)

Minoru Niizuma: Granitskulptur im Jardim Paulo Vallada, Porto, Portugal

Einzelausstellungen

  • Tokio: 1955 Takemiya Gallery; 1956/57 Fugetsudo Gallery; 1958 Sato Gallery; 1976 Seibu Museum of Art; 1979 Contemporary Sculpture Center
  • New York: 1966 und 1968 Howard Wise Gallery; 1971 Westbeth Gallery und Rockefeller University; 1972, 1973, 1974, 1977 und 1978 Gimpel & Weitzenhoffer Ltd.; 1976 Center for International Arts
  • Cincinnati: 1967 und 1968 Flair Gallery
  • Zürich: 1973 Gimpel & Hanover Galerie
  • Osaka: 1977 Umeda Museum of Modern Art
  • Toronto: 1982 Rosenberg Fine Art Gallery
  • Los Angeles: 1983 und 1986 Mekler Gallery
  • San Francisco: 1984 Vorpal Gallery
  • Lissabon: 1986 Museu Calouste Gulbenkian

Gruppenausstellungen

  • Tokio, National Museum of Modern Art: 1965 Exhibition of Japanese Artists Abroad; 1973 Japanese Artists in the Americas; 1974 Modern Japanese Art; 1981 The 1960’s; 1982 The 30th Anniversary Exhibition from the Museum Collection: Modern Japanese Art, I (1945–); 1989 Art of the Showa Period
  • New York, Museum of Modern Art: 1966/67 The New Japanese Painting and Sculpture
  • Kyoto, National Museum of Modern Art: 1981 The 1960’s

Literatur

Commons: Minoru Niizuma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Thorsten Kerp: Niizuma, Minoru. In: Allgemeines Künstlerlexikon – Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 92. De Gruyter, Berlin 2016, S. . Band 92, De Gruyter, Berlin 2016, S. 388.