Mirbat

Koordinaten: 16° 59′ N, 54° 42′ O

Karte: Oman
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Mirbat​

Mirbat (arabisch مرباط, DMG Mirbāṭ) ist eine Küstenstadt und ein Verwaltungsbezirk (Wilaya) im Gouvernement Dhofar im Südwesten des Sultanats Oman.

Geschichte

Frühislamische Zeit bis Neuzeit

Seit dem 10. Jahrhundert war Mirbat ein wichtiges Handelszentrum und gewann im gleichen Maße an Bedeutung wie Sohar im Norden Omans an Bedeutung verlor. Sein Haupthandelsprodukt war Weihrauch. Lange stand es im Schatten des ca. 50 km südlich gelegenen al-Balid, dessen Bedeutung jedoch mit dem Abzug der portugiesischen Besatzer schwand. Mirbat konnte sich als letztes und einziges Handelszentrum im Dhofar behaupten. Da zwischen 1600 und 1800 der Seeweg durch den Golf von Aden und das Rote Meer durch Piraten unsicher gemacht wurde, starteten auch viele Karawanen von Mirbat, um das kostbare Weihrauchharz durch die große Sanddünen-Wüste nach Saudi-Arabien zu transportieren.

Neuere Geschichte: Die Schlacht von Mirbat

Überflug über das BATT-Haus, Mirbat (1972).

In der jüngeren Geschichte markiert die Schlacht von Mirbat den Wendepunkt im Dhofar-Aufstand. Am frühen Morgen des 19. Juli 1972 griff um 5 Uhr eine etwa 250 Mann starke Rebellenarmee den nur mit 9 Mann besetzten Stützpunkt an. Nach heftigem Abwehrfeuer griff die Luftwaffe in Form von drei BAC 167 Strikemaster ein. Zusätzlich wurde mit Helikoptern Verstärkung eingeflogen. Dadurch konnten die Rebellen vertrieben werden. Bei der Abwehrschlacht wurden 2 Britische SAS-Soldaten und 1 Regierungssoldat und 38 Rebellen getötet. Von dieser Niederlage erholte sich die Rebellenarmee nicht mehr und 1975 wurde der Dhofar-Krieg für beendet erklärt. Angeblich soll dieses Gefecht die weltweit letzte Schlacht gewesen sein, in der ein Ort von einem Fort aus verteidigt wurde.

Geographie/Lage/Verkehrsverbindungen

Der Ort Mirbat befindet sich ca. 75 km östlich von Salala am Ende der gut ausgebauten Hauptstraße Nr. 49.

Das Wilaya Mirbat befindet sich im östlichen Teil des Gouvernement Dhofar. Es grenzt im Osten an das Wilaya Sadah, im Westen an das Wilaya Taqa, im Norden an das Bergmassiv des Jabal Samhan und im Süden an das Arabische Meer. Zum Wilaya von Mirbat zählt das Niyaba von Tawi Attair (engl. Tawi Ateer), dass mit seinen 116 Dörfern zu den größten im gesamten Gouvernement Dhofar zählt.

Sehenswürdigkeiten

Mirbat: Mausoleum von Scheich Muhammad bin Ali al-Alawi
Mirbat: Ortsausgang
Mirbat: Lehmziegelhaus

Demographie

Die Bevölkerung im Verwaltungsbezirk Mirbat wuchs lt. offiziellen Angaben in den Jahren von 2003 bis 2008 jährlich um durchschnittlich 3,4 %, wobei der CAGR des Inländeranteils um 2,2 % und der CAGR des Ausländeranteils weitaus stärker um 10,1 % anstieg. Die Zahlen im Einzelnen:

Wilaya Mirbat20102009200820072006200520042003
Gesamtbevölkerung13.91919.04317.70617.08316.30615.88915.36114.987
davon Inländer11.49114.79514.40914.06613.76013.44113.12912.947
davon Ausländer2.4284.2483.2973.0172.5462.4482.2322.040
Ausländerquote17,4 %22,3 %18,6 %17,7 %15,6 %15,4 %14,5 %13,6 %

Wirtschaft

Mirbat: Hafenansicht

Haupteinkommensquelle der Dorfbewohner ist der Fischfang. Vor der Küste befinden sich reiche Fanggründe für Sardinella longiceps. Die sonnengetrockneten Fische dienen als proteinreiches Viehfutter. Allerdings führte die Überfischung der Seeohren in der Vergangenheit zu einem drastischen Rückgang dieser Molluskenart. Daher wurde von der Regierung eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, um die Möglichkeit einer Seeohren-Zucht zu untersuchen, damit sich die natürlichen Vorkommen wieder erholen können. Da das Meer vor Mirbat vor Fischen nur so wimmelt, sind die Korallenbänke zu einem beliebten Urlaubsziel für Taucher geworden. Die Regierung ist bestrebt, den Tourismus in diesem Gebiet vorsichtig auszubauen, was allerdings angesichts der peripheren Lage nicht ganz einfach werden dürfte.

Fußnoten

  1. ↑ Vgl. Webseite zum „Battle of Mirbat“ (Memento des Originals vom 1. Februar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..
  2. ↑ Vgl. Franzisky, Peter/Kabasci, Kirstin: Oman, 4., aktual. Aufl., Bielefeld: Reise Know-How Verlag, 2005, S. 548.
  3. ↑ Vgl. Teupel, Michael: Oman: Das Sultanat, Hamburg: traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag Jens Freyler; 2006, S. 99.
  4. ↑ Vgl. Franzisky, Peter/Kabasci, Kirstin: Oman, 4., aktual. Aufl., Bielefeld: Reise Know-How Verlag, 2005, S. 549 f.
  5. ↑ Viel Weihrauch um nichts in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 13. November 2011, Seite V1
  6. ↑ Vgl. Sultanate of Oman, Ministry of National Economy: Statistical Year Book, Thirty-Ninth Issue - November 2011, section 2-8, p. 12; Daten auf Basis der Volkszählung 2010.
  7. ↑ Vgl. Sultanate of Oman, Ministry of National Economy: Statistical Year Book, Thirty-Seventh Issue - November 2009, section 2-8, p. 63; Fortschreibung der Volkszählung vom 7. Dezember 2003 auf Jahresmitte-Basis.
  8. ↑ Vgl. Sultanate of Oman, Ministry of National Economy: Statistical Year Book, Thirty-Sixth Issue - October 2008, section 2-2; Fortschreibung der Volkszählung vom 7. Dezember 2003 auf Jahresmitte-Basis.
  9. ↑ Vgl. Mahgouba, Osman/Kadima, Isam T./Al-Jufailib, Saud M./Al-Saqrya, Naseeb M./Annamalaia, Kanthi/Ritchie, Andrew (2005): Evaluation of sun-dried sardines as a protein supplement for Omani sheep, in: Animal Feed Science and Technology, Vol. 120, Issues 3-4, 28 May 2005, Pages 245-257.
  10. ↑ Vgl. Governorate of Dhofar (Memento vom 23. Mai 2014 im Internet Archive).