
Die Missa Cellensis in C-Dur (Hob. XXII:8) ist die achte Messkomposition von Joseph Haydn. Sie wird meist Mariazeller Messe, bisweilen auch Kleine Mariazeller Messe, genannt. Sie entstand im Jahre 1782 und ist die letzte Messvertonung Haydns vor seinen sechs letzten großen Messen. Wie der Beiname sagt, widmete Haydn die Messe – ebenso wie die 1766–1773 entstandene Missa Cellensis in honorem Beatissimae Virginis Mariae – dem Wallfahrtsort Mariazell. Die Messe war ein Auftragswerk des Offiziers Anton Liebe von Kreutzner anlässlich seiner Erhebung in den Adelsstand.
Im Vergleich zu den späten Messen Haydns ist ihr Aufbau noch sehr traditionell: Fugen am Ende von Gloria, Credo und Agnus Dei, Solopassagen im Gloria und Credo und ein solistisches Benedictus. Allerdings baute Haydn auch ganz neue Dinge ein, wie zum Beispiel eine langsame sinfonische Introduktion am Anfang des Kyrie, bei dem aus den tiefen Stimmen von Chor und Orchester der Satz erwächst. Die Fugen sind sehr rhythmisch und stark synkopiert, die Solopassagen erscheinen sehr theatralisch. Diese Messe ist somit ein Bindeglied zwischen den frühen und späten Messen von Joseph Haydn.
Die Aufführungsdauer beträgt ca. 45 Minuten.

Im Titelblatt des Autograph bezeichnet Haydn die Messe als Missa Cellensis Fatta per il Signor Liebe de Kreutzner composta di me giuseppe Haydn m(anu) p(ropria) (1)782. Ein Besitzvermerk von Raphael Georg Kiesewetter berichtet, dass dieser das Autograph („eine kostbare Reliquie von des unsterblichen Autors eigener Hand“) am 24. Oktober 1824 vom Violinisten Franz Pieringer erhielt und am 6. Jänner 1837 an Aloys Fuchs weitergab. Dieser überließ es spätestens 1850 dem Stift Göttweig. 1937 wurde es auf persönliche Intervention Hitlers von der Staatsbibliothek zu Berlin erworben, wo es unter der Signatur Mus.ms.autogr. Haydn, J. 58 aufbewahrt wird: