Mittelricht Gemeinde Berngau | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 14′ N, 11° 23′ O |
| Höhe: | 425 m ü. NHN |
| Einwohner: | 82 (25. Mai 1987)bavarikon |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 92361 |
| Vorwahl: | 09181 |
Dorfbrunnen Mittelricht | |
Mittelricht ist ein Gemeindeteil und eine Gemarkung der Gemeinde Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.
Der Ort liegt rd. 700 m südöstlich von Röckersbühl und rd. 1,5 km südlich des Hauptortes Berngau. Die Staatsstraße 2238 verläuft nordwestlich von Mittelricht. Die Sulz fließt rd. 130 m östlich des Ortsrands.
Die Gemarkung Mittelricht hat eine Fläche von 3,323 km². Sie ist in 296 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11227,75 m² haben. In der Gemarkung liegt ausschließlich der namensgebende Gemeindeteil der Gemeinde Berngau.
Das Kirchdorf wird in einer Urkunde des Klosters Seligenporten vom 28. Februar 1294 in der Schreibweise "de Mittelrvͦte" erstmals erwähnt, bei der der Dorfadelige "Seibot von Mittelricht" als Zeuge auftritt. Dort verkauften Seibot von Giersricht und sein Bruder dem Konrad von Mittelricht einen Hof zu Weidenwang an das Kloster Seligenporten.
In einer weiteren Urkunde des Klosteres Seligenporten des Jahres 1357 ist das Dorf als "ze Mittelriut" vermerkt. Im Salbuch des Elisabethspitals zu Nürnberg wird beim Kauf einer Wiese in "Sunderfeld" am 17. März 1345 der Dorfadelige "Curat von Mitelriut" als Zeuge aufgeführt.
Mittelricht lag im Dreißigjährigen Krieg in Schutt und Asche. Insbesondere im Jahre 1633 wurde das Kirchdorf schwer getroffen, als der schwedische Heerführer Gustaf Horn auf seinem Weg nach Regensburg die Region um Neumarkt durchquerte.
Mit dem königlichen Gemeindeedikt vom 17. Mai 1818 entstand die Ruralgemeinde Mittelricht, die aus dem Hauptort selbst und dem Dorf Kittenhausen bestand und eine Fläche von 574,57 ha aufwies.
Am 11. März 1928 stellt die Ortschaft Kittenhausen den Antrag auf Umgemeindung in die Gemeinde Sondersfeld, da die Wegstrecke dorthin nur rund die Hälfte des Weges nach Mittelricht beträgt. Das Bezirksamt Neumarkt und die Regierung der Oberpfalz stimmten diesem Antrag im Jahre 1929 zu und leiteten die Aufteilung der Gemeinde Mittelricht nach Röckersbühl und Sondersfeld ein. Entgegen aller Widerstände des Gemeinderats Mittelrichts wurde der Hauptort Mittelricht am 1. April 1933 der Gemeinde Röckersbühl angegliedert, während der Ortsteil Kittenhausen antragsgemäß der Gemeinde Sondersfeld zugeordnet wurde. Am 1. Januar 1972 erfolgte der freiwillige Zusammenschluss der Gemeinde Röckersbühl mit der Großemeinde Berngau.
Einen ersten Telefonanschluss erhielt das Kirchdorf 1933. Im Jahre 1939 wurde das Dorf durch das Kreisüberlandwerk Niederbayern-Oberpfalz elektrifiziert. In den Jahren 1971 und 1972 folgte dann der Anschluss an die Fernwasserversorgung der Sondersfelder Gruppe. Der Abwasserkanal und Anschluss an die Kläranlage Röckersbühl erfolgte in den Jahren 1997/1998.
2019 feierte Mittelricht sein 725-jähriges Bestehen mit einem Festakt.
Die Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften hat für den Ort eine Namenserklärung erarbeitet. Danach setzt sich der Name aus dem mittelhochdeutschen Adjektiv "mittel" (~in der Mitte, mittler) und dem mittelhochdeutschen Grundwort "rṻte" (~Rodung, gerodetes Land) was die Namensdeutung "in der Mitte gelegene Rodungssiedlung".
Das Dorfadelsgeschlecht der Mittelrichter tritt mit "Seibot de Mittelrvͦte" erstmal 1294 urkundlich in Erscheinung.
Weitere Erwähnung findet die Familie dann als Bürger der Stadt Neumarkt, als "Heinrich der Mittelrichter" 1375 sein Gut zu Reichersthofen verkaufte. Die Neumarkter Bürger "Ulrich Mittelrichter" erwarb 1463 von Gottfried und Wolf von Wolfstein Güter zu Anzenhofen.
Die Gemeinde und der Ort Mittelricht wiesen folgende Einwohnerzahlen auf:
| Berichtsjahr | Gemeinde Mittelricht | Kirchdorf Mittelricht | ||
|---|---|---|---|---|
| 1835 | k. A. | 116 | ||
| 1840 | 175 | 116 | ||
| 1868 | 183 | 121 | ||
| 1871 | 152 | 97 | ||
| 1925 | 182 | 129 | ||
| 1950 | --- | 117 | ||
| 1961 | --- | 92 | ||
| 1970 | --- | 95 | ||
| 1987 | --- | 82 |
| Ab | Name | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1784 | Andreas Rupp | Dorfhauptmann |
| 1844 | Graf | Vorstand des Gemeindeausschusses |
| 1857 | Pröpster | Vorstand des Gemeindeausschusses |
| 1859 | Georg Ochsenkühn | Vorsteher der Gemeindeverwaltung |
| 1868 | Pröpster | Vorsteher der Gemeindeverwaltung |
| 1876 | Johann Meyer | Bürgermeister und Standesbeamter, wohnhaft Hs. Nr. 1 |
| 1882 | Michael Pröpster | Bürgermeister und Standesbeamter, wohnhaft in Kittenhausen |
| 1888 | Johann Baptist Gerngroß | Bürgermeister und Standesbeamter, wohnhaft Hs. Nr. 9 |
| 1906 | David Sergl | Bürgermeister und Standesbeamter, wohnhaft Hs. Nr. 2 |
| 1922 | Peter Pröpster | Bürgermeister und Standesbeamter, wohnhaft Hs. Nr. 5 |
Die im Kern romanische Saalkirche St. Leonhard stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde erstmals in einem Akt der Urpfarrei Berngau des Jahres 1485 erwähnt. Nach diesen Angaben stand das Gotteshaus unter dem Schutz des Heiligen Jobst. In Visitationsprotokollen des Jahres 1694 ist dann das Patrozinium des Hl. Leonhard vermerkt. 1720 wurde das Gotteshaus barockisiert und konsekriert.
Die Liste der Baudenkmäler in Berngau weist für Mittelricht zwei Objekte aus:
