Als Mittelwasser (abgekürzt MW; englisch Mean Sea Level, MSL) bezeichnet man in der Nautik (Seefahrt), Ozeanografie und Hydrologie die aus einer längeren Messreihe gemittelte Höhe des Wasserspiegels (Wasserstand) an einem definierten Punkt eines Gewässers. Für eine verlässliche Berechnung muss der Pegelstand dieses Messpunktes über einige Jahre bis Jahrzehnte beobachtet oder automatisch registriert werden, was heute mit digitalisierten Schreibpegeln erfolgt.
Für die Berechnung des Mittelwassers gibt es mehrere Vorgangsweisen:
Am meisten verbreitet ist die zweite Methode (siehe auch integraler Mittelwert), während die dritte Methode annähernd dem Median der Messwerte entspricht.
Wasserstandsschwankungen bei Fließgewässern sind eine natürliche Folge des globalen Wasserkreislaufes, insbesondere der zeitlich und räumlich ungleichmäßigen Verteilung von Niederschlägen und dadurch bedingt schwankenden Abflüssen. Auch menschengemachte Faktoren können eine Rolle spielen, wie künstliche Wasserein- und -ableitungen, Aufstauungen oder Flussverbauungen.
Die Schwankungen des Meeresspiegels hängen einerseits von den täglichen Gezeiten ab, andererseits von ozeanografischen und meteorologischen Gegebenheiten wie veränderlichen Meeresströmungen und den vom Wind verursachten Driftströmen.
Der Mittlere Wasserstand dient in Gewässern mit einer Tide kleiner als 30 cm zur Definition des Seekartennulls, beispielsweise an der Ostsee.