| Mohn Media Mohndruck GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1. März 1946 |
| Sitz | Gütersloh, Deutschland |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | ca. 1.350 (2026) |
| Umsatz | ca. 365 Mio. Euro (2025) |
| Branche | Druckindustrie |
| Website | mohnmedia.de |
| Stand: 31. Dezember 2025 | |
Mohn Media (bis 1999 Mohndruck) ist ein deutsches Unternehmen der Druckindustrie mit Sitz in Gütersloh. Es wurde am 1. März 1946 unter dem Namen Mohn & Co gegründet. Mohn Media ist Marktführer im Offsetdruck und Teil der Bertelsmann Marketing Services, Europas größter Druckereigruppe.
1835 gründete Carl Bertelsmann in Gütersloh den C. Bertelsmann Verlag. Zum Unternehmen gehörten von Beginn an auch Druckereien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf Empfehlung der Militärregierung bei Bertelsmann der Verlag von der technischen Herstellung getrennt, was unter anderem den Wiederaufbau erleichtern sollte.
1966 wurde die offene Handelsgesellschaft unter der Firma Mohn & Co. in Mohndruck Reinhard Mohn umbenannt. Das Unternehmen öffnete sich stärker für externe Auftraggeber und investierte außerdem in moderne Drucktechnologien. Mohndruck legte den Grundstein für die Druck- und Industriegeschäfte des Bertelsmann-Konzerns.
Nach Umwandlung des Bertelsmann-Konzerns in eine Aktiengesellschaft wurde auch Mohndruck zu einer GmbH umfirmiert und 1979 als Mohndruck Graphische Betriebe ins Handelsregister eingetragen. Ein Jahr später erhielten Mohndruck und andere Bertelsmann-Unternehmen am Standort Gütersloh größere Aufmerksamkeit durch den Besuch des Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Im weiteren Verlauf der 1980er Jahre sorgte vor allem die Einführung der elektronischen Datenverarbeitung für größere Veränderungen in den Druckereien. Zudem nahm Mohndruck die größte Bücherfertigungsstraße Europas in Betrieb und begann 1990 mit umfangreichen Umbaumaßnahmen zur Erweiterung seiner Produktions- und Distributionsbereiche. Ein neu errichtetes Blockheizkraftwerk übernahm die Stromversorgung, außerdem bemühte man sich um die Verwendung mehr chlorfreien Papiers.
In den 1990er Jahren war Mohndruck eine der führenden Offsetdruckereien in Europa und gemessen an der Mitarbeiterzahl der größte Druckereibetrieb im Bertelsmann-Konzern. Nach der deutschen Wiedervereinigung kaufte das Unternehmen zusätzlich den Graphischen Großbetrieb Pößneck, der seither als GGP Media firmiert. Damit wurde die Expansion nach Osteuropa und Russland eingeleitet. 1993 realisierte Mohndruck erstmals eine integrierte digitale Vorstufe. Ungeachtet dieser Investitionen geriet Mohndruck 1995 wirtschaftlich unter Druck. Das Unternehmen bekam insbesondere im Reproduktionsbereich den Wettbewerb zu spüren. Um Kosten zu senken, waren Einschnitte bei der Belegschaft erforderlich, was jedoch zu Kritik der Arbeitnehmervertreter führte.
1997 schloss das Unternehmen eine Kooperation mit dem größten japanischen Druckkonzern Dai Nippon Printing, um Kunden auch dort beliefern zu können. Im selben Jahr legte man den Streit mit den Betriebsräten durch ein betriebliches Bündnis für Arbeit bei, das unter anderem den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für mehrere Jahre vorsah.
Da sich Mohndruck immer stärker von der klassischen Druckerei zum Dienstleistungsunternehmen wandelte, änderte das Unternehmen 1999 seinen Namen in Mohn Media. Dadurch sollte deutlich werden, dass es eine breite Wertschöpfungskette abdeckt. Ab 2002 bündelte Mohn Media die Kompetenzen im Bereich der Reproduktionstechnik bei 4MAT Media in Hamburg. Zum Jahreswechsel 2004/2005 stieg Mohn Media beim Konkurrenten Vogel Druck aus Würzburg ein. Das Gütersloher Unternehmen erwarb zunächst 49 % der Anteile. Die Transaktion fand vor dem Hintergrund der Übernahme der Motor Presse Stuttgart durch Gruner + Jahr statt.
2009 dehnte das Unternehmen seine Aktivitäten erstmals auf den Druck von Prospekten aus, wofür es Großaufträge der Handelsketten Netto und Real erhielt. Weil Mohn Media dadurch fallende Auflagen bei Zeitschriften ausgleichen konnte, blieb das Geschäft im Vergleich zu anderen Druckereien Ende der 2000er Jahre und darüber hinaus stabil. In den folgenden Jahren stockte das Unternehmen seine Produktionskapazitäten für Prospekte und Kataloge mehrfach auf. Außerdem erhielt das Unternehmen mehrere wichtige Großaufträge wie zum Beispiel für den Druck der Asterix-Hefte und des Playboy-Magazins.
2014 konnten die bestehenden Maschinen mehrere Millionen Seiten pro Stunde herstellen. Der Druck einer Teilauflage von Der Spiegel seit Anfang 2015 wurde zum Prestigeprojekt für die Druckerei, weil das Nachrichtenmagazin damit vom Tief- in den Offsetdruck wechselte. In der folgenden Zeit investierte Mohn Media vor allem in den Druck und die Postproduktion. Zum 1. Januar 2016 wurde Mohn Media Teil der neu geschaffenen Bertelsmann Printing Group (seit 2023 Bertelsmann Marketing Services). Die Unternehmensgruppe umfasst Offset- und Tiefdruckbetriebe sowie einige Dienstleistungsunternehmen im Bereich Marketing.
Am 11. August 2020 teilte Mohn Media mit, in den nächsten Jahren 470 der fast 2000 Arbeitsplätze sozialverträglich abbauen zu wollen. Betroffen waren das Stammhaus in Gütersloh und die Buchbinderei Probind in Marienfeld. Hintergrund des Stellenabbaus war die allgemein rückgängige Umsatzlage am Druckmarkt. 2023 einigte sich Mohn Media mit dem Betriebsrat auf Maßnahmen, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu sichern und weitere Entlassungen zu verhindern. Zu diesen gehörten die Abschaltung mehrerer Maschinen sowie eine Vereinheitlichung der Stundenzahl auf 37,5 Stunden. Zudem wurden von Prinovis mehrere Magazine wie Stern und Gala übernommen.
Seit 2025 wird das Computermagazin c’t bei Mohn Media produziert und außerdem die Gesamtauflage von Der Spiegel in Gütersloh gedruckt. Im selben Jahr erhielt Mohn Media außerdem den Auftrag, die Mitgliedermagazine von Greenpeace und NABU zu drucken, mit mineralölfreien Farben auf Pflanzenbasis.
Mohn Media druckt Zeitschriften, Prospekte, Kataloge, Bücher, Telefonbücher und andere Werbematerialien. Zu den Leistungen zählen Konzeption, Gestaltung, Druck und Verarbeitung. Neben dem Druck bietet das Unternehmen Vorstufenleistungen an, darunter die Aufbereitung von Bild- und Textdaten zur Herstellung von Druckformen für die unterschiedlichen Druckverfahren.
Die Mohn Media Mohndruck GmbH ist ein Tochterunternehmen der Bertelsmann Marketing Services, einem Geschäftsbereich von Bertelsmann, in dem die Direktmarketing- und Druckdienstleistungsgeschäfte von zusammengefasst sind. Bertelsmann Marketing Services umfasst vier Bereiche: die deutschen Offsetdruckereien Mohn Media und GGP Media, die Book Printing Group in den USA, der Digital Marketing Bereich zu der unter anderem die Agentur Territory, Campaign und das Dialog-Geschäft gehören, sowie die Sonopress Gruppe.
Koordinaten: 51° 54′ 22,8″ N, 8° 24′ 33,5″ O