Boll wuchs in Flintbek auf und begann zu Schulzeiten kleinere Filmprojekte zu realisieren. Nach dem Abitur an der Humboldtschule in Kiel arbeitete er als Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann an verschiedenen Filmprojekten. 2014 drehte er den Langfilm Elise, für den er den CharakterdarstellerMichael Mendl engagieren konnte. Der Film wurde im Rahmen einer Kino-Tour in mehreren Kinos in Deutschland aufgeführt. Es folgte ein Studium der Medienproduktion und die Realisierung weiterer Kurzfilme und Auftragsarbeiten wie Kino-Werbespots für Unternehmen. Im Sommer 2017 drehte Boll das Kurzdrama Abgetaucht auf dem Gelände eines ehemaligen Schullandheims in Schleswig-Holstein. Der 15-Minüter mit Marko Gebbert in der Hauptrolle gewann Preise bei mehreren Festivals und wurde am 24. September 2018 im NDR Fernsehen ausgestrahlt.
Moritz Boll ist Träger des Stark-Preises des Landes Schleswig-Holstein.
Eine Zusammenarbeit mit dem Berliner Liedermacher Max Prosa führte zu einem Musikvideo mit dem Titel Wo die Liebe hinfällt. Boll drehte dafür auf einem Recyclinghof in Schleswig-Holstein.
2025 bekam Boll die Gelegenheit, die Forschungsexpedition M205 auf der FS Meteor mit der Kamera für Arte zu begleiten. Zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vom Senckenberg-Forschungsinstitut verbrachte er fünf Wochen an Bord des Forschungsschiffs in der Vema-Bruchzone im Nordatlantischen Ozean. Die Expedition starte in Las Palmas de Gran Canaria und endete in Fortaleza, Brasilien. Der Film Arte Re: Ein Team, eine Mission, fünf Wochen im Atlantik wurde am 2. April 2025 auf Arte ausgestrahlt und in vier Sprachen übersetzt.
Der Director’s Cut des Films lief u.a. beim Deutschen Naturfilmpreis und auf dem Green Screen Filmfestival. Beim Cinemare Meeresfilmfestival wurde er mit dem Northern Lights Award für eine herausragende Doku ausgezeichnet. Die Jury lobte eine "große Warmherzigkeit und ein feines Gespür für Zwischentöne".
Für eine Inszenierung von Goethes Faust wurde Boll vom Theater Kiel engagiert, um erzählerische Musikvideos zu drehen, die auf einer großen LED-Wand im Bühnenbild die Handlung erweitern. Mitglieder der Band Selig hatten die Stücke für das Rock-Musical komponiert. Die Kieler Nachrichten urteilten nach der Premiere am 21. August 2026: „Mit der Musical-Version von Goethes ‚Faust‘ hat das Kieler Theater das Premierenpublikum mitgerissen. (...) Angelegt als eine Reihe surrealer Traumräume, entfalten Videos und Standbilder des Kieler Filmemachers Moritz Boll auf der LED-Wand eine wirkmächtige Ästhetik.“
Filmografie (Auswahl)
2016: Elise
2018: Null Komma Sieben
2018: Abgetaucht
2019: Hamlet (Videoprojektion auf der Theaterbühne)
2020: Max Prosa – Wo die Liebe hinfällt (Musikvideo)
2025: Arte Re: Ein Team, eine Mission, fünf Wochen im Atlantik
↑Gabriele Vaquette:Kinobühne: Zwei Teenager auf Erlebnis-Trip | shz.de. In: Schleswig-Holsteinische Landeszeitung (Hrsg.): shz. (Online[abgerufen am 27.November 2018]).
↑Referenzen / Filmografie.Website von Moritz Boll Filmproduktionen,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am27.November 2018;abgerufen am 27.November 2018.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.moritzbollfilm.de
↑Schleswig-Holsteinische Landeszeitung (Hrsg.):Der Kurzfilm „Abgetaucht“ von Moritz Boll heimst erste Preise ein. (Online[abgerufen am 27.November 2018]).
↑Abgetaucht.NDR Mediathek,abgerufen am 27.November 2018.
↑Mona Rieken:Hamlet.Theater Kiel,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am12.April 2019;abgerufen am 12.April 2019.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.theater-kiel.de
↑Max Prosa Musikvideo.In:moritzbollfilm.de.Abgerufen am 23.Oktober 2020:„Für den Berliner Liedermacher MAX PROSA ist dieses Musikvideo entstanden. Es ist eine kleine Liebesgeschichte in der staubigen Welt des Schrottplatzes, die wir mit Marius Borghoff und Olga von Luckwald in den Hauptrollen gedreht haben.“
↑Dr. Torben Riehl:M205 Short Cruise Report RV METEOR. Hrsg.: Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe - Universität Hamburg. M205.