Die Morosche Karottensuppe (auch Moro-Suppe) ist eine Karottensuppe aus Möhren, Wasser und Salz. Die erstmals von Ernst Moro Anfang des 20. Jahrhunderts publizierte Suppe wird als Schonkost bei Durchfallerkrankungen verabreicht und hat mikrobiologische Wirkung.
Für die Morosche Karottensuppe werden 500 g – 1 kg Karotten (gereinigt und geschält) in einem Liter Wasser 90 Minuten gekocht. Der Nachteil eines 1:1-Verhältnisses ist, dass die Karotten anbrennen können, falls zuviel Wasser verdampft, das Endprodukt ist ein Brei und keine Suppe und man sollte zum Essen etwas trinken. Danach werden die Karotten püriert unter Zugabe von einem gestrichenen TL (ca. 3–5 g) Salz. Gegebenfalls nach dem Kochen wieder die Karottensuppe auf insgesamt 1 Liter mit abgekochten oder frischen Wasser auffüllen oder verdünnen, je nach gewünschter Konsistenz.
Bei Varianten des Rezepts werden bei der Zubereitung außerdem noch zum Ende Brühe, Fond oder Hühnerfleisch mit püriert. Gerade bei kleinen Kindern (frühestens ab 6 Monaten) oder Patienten mit Nierenproblemen sollte man es bei den 3 Grundzutaten Karotte, Wasser, Salz belassen und auch das Salz reduzieren. Im ersten Lebensjahr sind nicht mehr als ca. 1 g und von 1–3 Jahre 2 g Salz pro Tag empfohlen. Bitte mit dem Kinderarzt absprechen.
Die Morosche Karottensuppe findet als natürliches Heilmittel in der Human- und Tiermedizin Anwendung.
Erstmals wurde sie am Anfang des 20. Jahrhunderts publiziert. Der renommierte österreichische Kinderarzt Ernst Moro war zu jener Zeit Oberarzt an der Kinderklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Sterbe- und Komplikationsrate von Kindern mit Durchfallerkrankungen konnte er 1908 durch die Verabreichung dieser Karottensuppe drastisch senken. Moro bereitete die Suppe nach alten Hausrezepten zu, womit er vielen Kindern in seinem Wirkungsbereich das Leben rettete.
Etwa 100 Jahre später konnte der Nachweis eines auf der Zubereitung basierenden biochemischen Phänomens die Wirksamkeit belegen: Beim langen Kochen der Karotten entstehen aus den enthaltenen Ballaststoffen kurze Ketten von Zuckermolekülen (sog. Oligosaccharide), die der molekularen Oberfläche der Darmschleimhaut ähneln, so dass die pathogenen Darmkeime statt an der Darmwand an den Oligosacchariden andocken und einfach ausgeschieden werden. Auf diese Weise kann die Darmflora wieder gesunden.
Die Morosche Karottensuppe wird nicht nur in der Humanmedizin, sondern auch in der Tiermedizin eingesetzt. Besonders in der Hundehaltung ist sie ein bewährtes Hausmittel gegen Durchfallerkrankungen.