Der Mostowski-Kollaps (auch: Mostowski’scher Isomorphiesatz) ist ein Satz aus der Mengenlehre, der zuerst 1949 von dem polnischen Mathematiker Andrzej Mostowski formuliert wurde. Er ist vor allem bei der Konstruktion von Modellen ein wichtiges Hilfsmittel.
Definition
Sogenannter Kollaps der ungeraden auf die natürlichen Zahlen
stellt also einen Isomorphismus zwischen den Strukturen und dar, und ist die einzige transitive Menge, die (mit der Relation ) zu isomorph ist.
Beispiele
Sei die Menge der ungeraden Zahlen, und die übliche Ordnung. Dann ist wohlfundiert und extensional. Es gilt: und . Jede ungerade Zahl wird also auf die kleinste noch freie natürliche Zahl abgebildet. Daher auch der Name Kollaps.
Ist eine Wohlordnung auf , dann ist der Ordnungstyp von , also die eindeutig bestimmte Ordinalzahl, die zu ordnungsisomorph ist. Der Mostowski-Kollaps kann also als Verallgemeinerung der Ordinalzahldefinition angesehen werden.
Sei eine partielle Ordnung, und ein Filter. Definiere die (wohlfundierte) Relation durch: . Ist ein abzählbares transitives Modell von ZFC und ist zusätzlich -generisch, so definiert der Kollaps von das Modell , welches eine fundamentale Rolle in der Forcing-Methode spielt.
Literatur
Mostowski, Andrzey: An undecidable arithmetical statement, Fundamenta Mathematicae 36 (1949).
Jech, Thomas: Set Theory, Springer-Verlag Berlin Heidelberg (2006), ISBN 3-540-44085-2.