
Moya Zakia Bailey ist eine US-amerikanische Kommunikationswissenschaftlerin und Hochschullehrerin. Sie hat seit 2021 einen Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften an der School of Communication der Northwestern University in Evanston inne. Bailey prägte den Begriff Misogynoir, der gegen Schwarze Frauen gerichteten Rassismus und Frauenfeindlichkeit (Misogynie) beschreibt.
Moya Bailey erwarb 2005 ihren Bachelorabschluss am Spelman College in Atlanta und promovierte 2013 an der Emory University in Atlanta im Fach Women’s, Gender, and Sexuality Studies mit einer Arbeit unter dem Titel Race, Region, and Gender in Early Emory School of Medicine Yearbooks. Von 2016 bis 2021 war sie Assistant Professor an der Northeastern University in Boston im Department of Cultures, Societies, and Global Studies in Zusammenarbeit mit dem Program in Women’s, Gender, and Sexuality Studies. Von 2020 bis 2021 war sie Gastwissenschaftlerin im Women’s and Gender Studies Program des Massachusetts Institute of Technology und von 2024 bis 2025 an der University of Pennsylvania in Philadelphia im Center for Media at Risk. Im Juli 2021 wurde sie auf einen Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften der Northwestern School of Communication in Evanston berufen.
Moya Bailey lebt offen lesbisch und beschreibt sich selbst als queere Schwarze Feministin.
Neben ihrer akademischen Karriere ist Moya Bailey Teil des „Octavia E. Butler Legacy Network“, das sich dem Andenken an die 2006 verstorbene afroamerikanische Science-Fiction-Autorin widmet und Forschung zu ihr fördert. 2019 verfasste sie in diesem Zusammenhang mit der Gründerin des Netzwerks, Ayana Jamieson, das Drehbuch zum Animationskurzfilm Why Should You Read Sci-fi Superstar Octavia E. Butler? in der Regie von Tomás Pichardo-Espaillat.
Bailey ist Mitgründerin und Teil der Online-Kollektive „Quirky Black Girls“, das sich in ihrer Collegezeit als Gegenbewegung zu gesellschaftlichen Stereotypen über Schwarze Frauen verstand und „Shawty Got Skillz“, einem 2009 ins Leben gerufenen Kollektiv Schwarzer Frauen, das zum Ziel hatte, sich gegenseitig bei der Erlangung digitaler Kompetenz zu schulen und zu unterstützen. Außerdem ist sie Vorstandsvorsitzende des in Detroit ansässigen Mediennetzwerks „Allied Media Projects“. 2013 arbeitete sie zusammen mit dem „Crunk Feminist Collective“ an dem Wikipedia-Projekt #tooFEW (FEW = „Feminists Engage Wikipedia“) mit, das sich mit der Ergänzung und Erweiterung von Beiträgen über Frauen und Frauenthemen in Wikipedia befasste.
2013 gründete Moya Bailey das „Black Feminist Health Science Studies Collective“, das sich mit stereotypen und normativen Körperbildern in der Medizin befasst, die People of Color nicht einschließen. 2016 war sie Mitgründerin des an das „Institute of Human Development & Social Change“ der New York University angeschlossenen „Center for Critical Race and Digital Studies“, das Akademikerinnen und Akademikern Ressourcen zur Verfügung stellt und Kollaborationsmöglichkeiten offeriert, die sich mit Fragen Digitaler Chancengleichheit befassen. 2021 initiierte sie das an die Northwestern University angeschlossene Projekt „Digital Apothecary“ (auf Deutsch: Digitale Apothekerin bzw. Apotheker). Es bringt im Bereich angewandter Wissenschaften Menschen aus Medien, Wissenschaft, Technik und Theorie in einer Denkfabrik für gemeinsame Projekte etwa im Bereich Digitaler Barrierefreiheit, Gleichstellung oder Klimagerechtigkeit zusammen.
Darüber hinaus führte sie Regie beim 2025 veröffentlichten dokumentarischen Kurzfilmporträt You Just Watch & See über das Leben ihrer Cousine Dollie Alexander. Der Film wurde beim Berlin Indie Film Festival im April 2025 als bester dokumentarischer Kurzfilm ausgezeichnet. Er ist als Teil einer Serie von Porträts im Projekt Misogynoir in Medicine angelegt. Die dokumentarische Filmreihe befasst sich mit den Erfahrungen von Schwarzen Frauen im Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten, sowohl als Patientinnen wie auch auf Ebene der medizinischen Versorgung, also afroamerikanischen Ärztinnen und Pflegekräften.
Moya Baileys Forschung mit einem Schwerpunkt im Bereich des Intersektionalen Feminismus befasst sich mit der Nutzung digitaler Medien durch marginalisierte Gruppen und wie sich diese Gruppen der Medien bedienen, um für soziale Gerechtigkeit einzutreten. In der mit Sarah J. Jackson und Brooke Foucault Welles verfassten Studie #HashtagActivism: Networks of Race and Gender Justice analysierte Moya Bailey 2020, wie Angehörige marginalisierter Gruppen Hashtag-Begriffe wie #MeToo, #SayHerName, #BlackLivesMatter und #GirlsLikeUs zum Aufbau von Gegennarrativen, politischem Druck und Protestnetzwerken nutzten. Den Transformations- und Aneignungsprozess Sozialer Medien beschreibt sie als „Digitale Alchemie“ (Digital Alchemy). Für die Publikation wurden die Autorinnen mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Im Buch Misogynoir Transformed: Black Women’s Digital Resistance untersuchte Bailey 2021, wie Schwarze Frauen auf digitalen Plattformen und Sozialen Medien wie YouTube, Facebook und Tumblr Frauenfeindlichkeit entgegentreten und eine Gegenöffentlichkeit aufbauen. Bailey verwendete den Begriff „Misogynoir“ bereits im Jahr 2010 in einem Beitrag für den Blog des „Crunk Feminist Collective“, um eine Form der Frauenfeindlichkeit in der visuellen und populären Kultur der Vereinigten Staaten zu beschreiben, die insbesondere Schwarze Frauen durch das Zusammenwirken von Rassismus und Sexismus erfahren. Sie ist gekennzeichnet durch stereotype Narrative, darunter die Hypersexualisierung schwarzer Frauen und eine Typisierung Schwarzer Menschen als „animalisch“ und „unkontrolliert“ beziehungsweise „unkontrollierbar“. Im Jahr 2023 wurde der Begriff Misogynoir in Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary aufgenommen.
Weiterhin untersucht sie, wie sich Fragen von Ethnie, Gender und Sexualität in der Medizin auswirken.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bailey, Moya |
| ALTERNATIVNAMEN | Bailey, Moya Z.; Bailey, Moya Zakia |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Kommunikationswissenschaftlerin |
| GEBURTSDATUM | 20. Jahrhundert |