Mrinalini Mukherjee (* 1949 in Bombay (heute Mumbai), Indien; † 2. Februar 2015 in Neu-Delhi) war eine indische Bildhauerin, die durch monumentale Skulpturen aus gefärbten und geknüpften Hanf- und Juteseilen bekannt wurde. Ihr Werk bewegt sich zwischen Figuration und Abstraktion und greift Formen der Pflanzenwelt, des menschlichen Körpers und sakraler Bildtraditionen auf.

Mukherjee wurde 1949 in Bombay, dem heutigen Mumbai, als Tochter des Malers Benode Behari Mukherjee und der Künstlerin Leela Mukherjee geboren und wuchs in Dehradun sowie während ihrer Ferien in Santiniketan auf. Von 1965 bis 1972 studierte sie an der Maharaja Sayajirao University of Baroda, zunächst Bildende Kunst und anschließend Wandmalerei bei K. G. Subramanyan. Ein Stipendium des British Council führte sie 1971 an das West Surrey College of Art and Design im britischen Farnham.
Nach ihrer Rückkehr ließ sie sich in Neu-Delhi nieder, wo 1972 in der Shridharani Art Gallery ihre erste Einzelausstellung stattfand. Im Jahr 1994 präsentierte das Museum of Modern Art in Oxford eine umfangreiche Werkschau, die anschließend in weiteren britischen Städten gezeigt wurde. Nach einem Keramikworkshop in Delhi 1995 vertiefte sie ihre Kenntnisse 1996 während eines Aufenthalts am European Ceramic Work Centre in den Niederlanden. Kurz vor der Eröffnung ihrer Retrospektive Transfigurations: The Sculpture of Mrinalini Mukherjee in der National Gallery of Modern Art musste sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Sie starb am 2. Februar 2015 im Alter von 65 Jahren in Neu-Delhi an den Folgen einer Lungenerkrankung.
Mukherjee begann 1971 mit Naturfasern zu arbeiten und entwickelte Hanfseile über Jahrzehnte zu ihrem charakteristischen Material. Ohne Vorzeichnungen knüpfte sie die gefärbten Fasern intuitiv um einfache Gerüste und ließ die Formen während des Arbeitsprozesses organisch entstehen. Aus frühen wandgebundenen Arbeiten wie Waterfall (1975) gingen zunehmend freistehende oder von der Decke hängende, oft anthropomorphe Skulpturen hervor. Werke wie Rudra (1982), Pakshi (1985), Yogini (1986) und Van Raja II (1991–1994) erinnern zugleich an Pflanzen, Körper und überlebensgroße Kultfiguren. Trotz der Sanskrittitel verstand sie ihre Mythologie und ihre Vorstellung des Heiligen nicht als Bindung an eine bestimmte Religion oder Kultur. Seit Mitte der 1990er-Jahre arbeitete sie auch mit Keramik; in den frühen 2000er-Jahren wandte sie sich dem Bronzeguss im Wachsausschmelzverfahren zu. In der späten Serie Palmscapes übertrug sie gesammelte Pflanzenfragmente in Bronze und ließ selbst das feste Metall weich und bewegt erscheinen. Die Kritik hob die ausgeprägte Körperlichkeit, die erotische Farbigkeit sowie die zugleich grobe und fließende Wirkung ihrer dicht geknüpften Oberflächen hervor. 1986 gehörte sie zu den ersten indischen Kunstschaffenden auf der Biennale of Sydney.
2019 präsentierte posthum das Met Breuer mit Phenomenal Nature ihre erste Retrospektive in den Vereinigten Staaten.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mukherjee, Mrinalini |
| KURZBESCHREIBUNG | indische Bildhauerin |
| GEBURTSDATUM | 1949 |
| GEBURTSORT | Bombay (heute Mumbai), Indien |
| STERBEDATUM | 2. Februar 2015 |
| STERBEORT | Neu-Delhi |