


Musandam (arabisch مسندم, DMG Musandam) ist ein Gouvernement (arabisch muḥāfaẓa) im Norden des Sultanats Oman mit einer Fläche von 1800 km² und 49.062 Einwohnern (Volkszählung 2020). Die Halbinsel mitsamt vorgelagerten Inseln liegt an der südlichen, arabischen Seite der Straße von Hormus. Musandam ist daher von hohem geopolitisch-strategischem Wert. Die Hauptstadt von Musandam ist al-Chasab.
Musandam ist von Gebirgen umgeben und hat eine schwer zugängliche Küste. Historisch wurde es von lokalen Einwohnerstämmen selbstständig verwaltet. Anfang des 20. Jahrhunderts besetzte der Sultan von Oman die Hafenstadt al-Chasab, beließ jedoch die lokale Stammesherrschaft. Als die Briten Anfang der 1970er Jahre Oman in die Unabhängigkeit entließen, besetzte omanisches Militär die Halbinsel und integrierte die Region in den eigenen Herrschaftsbereich.
Am 17. September 2026 meldete die Umweltschutzorganisation Greenpeace, dass Satellitenbilder zeigten, dass sich rund um die Straße von Hormus große schwarze Schlieren befanden. Es handelte sich dabei nach wie vor um Ölverschmutzungen durch beschossene Tanker im Irankrieg 2026. Unter anderem war im Musandam-Nationalpark eine große Verschmutzung zu beobachten, die auf den Beschuss des Öltankers El Gaia durch den Iran zurückzuführen ist. Von der Verschmutzung waren Vogelrastgebiete an der omanischen Küste im Nationalpark betroffen.
Musandam ist eine Exklave, ein ausgelagerter Teil, und nicht räumlich angebunden an das Staatsgebiet Omans. Zwischen Musandam und Oman besteht ein Abstand von circa 100 Kilometern durch die Vereinigten Arabischen Emirate. Wegen seiner fjordähnlichen Meeresbuchten wird Musandam „Norwegen Arabiens“ genannt.
Zum Gouvernement Musandam zählen auch die Exklave Madha und mehrere küstennahe Inseln, darunter auch die sehr kleine, aber aufgrund ihrer Geschichte bekannte Telegrapheninsel. Das Gouvernement ist in vier Wilayat gegliedert:
Verwaltungschef (Muhafiz) ist Faiṣal ibn Hamūd ibn Naṣr al-Būsaʿīdī.
| Straße von Hormus | Straße von Hormus | Straße von Hormus |
| Persischer Golf | Golf von Oman | |
| Vereinigte Arabische Emirate (Emirat Ra’s al-Chaima) | Vereinigte Arabische Emirate (Emirat Fudschaira) | Golf von Oman |
Die Küste ist das Ergebnis der Bewegung der Erdkruste. Die Arabische Platte schiebt sich langsam unter die Eurasische Platte, was dazu führt, dass Musandam sinkt und die naheliegenden iranischen Gebirge anfällig für Erdbeben sind.
Im nördlichen Bereich von Musandam wird die einzige iranische Sprache auf der Arabischen Halbinsel, das Kumzari, gesprochen.
Traditionell von Bedeutung sind die Fischerei und der Warenumschlag (insbesondere für iranische Schmugglerboote). Al-Chasab ist ein Militärstützpunkt und war bis vor 2005 militärisches Sperrgebiet. Seither wird die touristische Infrastruktur ausgebaut. Die Tourismusplaner sehen aufgrund der landschaftlichen Einzigartigkeit Musandams dafür ein großes Potenzial.
Koordinaten: 26° 0′ N, 56° 18′ O