Muscat Bleu

Muscat Bleu
Synonyme Garnier 83/2, Muskat bleu
Art Interspezifische Kreuzung
Beerenfarbe dunkelblau
Verwendung
Herkunft Schweiz
Züchter Garnier
Institut Privater Züchter
Züchtungsjahr 1930er
VIVC-Nr. 16002
Abstammung

Kreuzung aus
Garnier 15-6 × Seyve Villard 20-347

Liste von Rebsorten

Der Muscat Bleu (auch Garnier 83/2 oder Muskat bleu) ist eine jüngere, hybride Rotweinsorte mit früher Reifezeit und hoher Resistenz gegen echten und falschen Mehltau. Außerdem zeichnet sie eine hohe Frostfestigkeit aus. Besonders macht ihn seine gelbe Herbstlaubfärbung und ein deutlicher Muskaton.

Abstammung, Herkunft

Die Rebsorte Muscat Bleu ist eine Kreuzung des Schweizer Rebenzüchters Charles Garnier aus Garnier 15/6 × Seyve-Villard 20-347, welche in den 1930er Jahren in Peissy (Satigny) erfolgte. Garnier 15/6 ist ihrerseits eine Kreuzung der Sorten Villard Noir und Müller-Thurgau und die auch Perle Noire genannte Sorte Seyve-Villard 20-347 entstand aus der Kreuzung der Sorten Teneron und Seyve Villard 12-358. Muscat Bleu zählt aufgrund ihrer interspezifischen Elternteile zur Familie der Hybridreben.

Eigenschaften

Die Pflanze ist widerstandsfähig gegen Winterfrost und beide Mehltauarten, neigt jedoch zur Kleinbeerigkeit und Verrieseln. Der Triebwuchs ist mittelstark. Die Beeren reifen sehr früh in großen, lockerbeerigen Trauben. Sie sind groß, oval, mit knackigem Fruchtfleisch und deutlichem Muskatton, der bei langer Lagerung oder Überreife nachlassen kann.

Verbreitung

Sie ist vornehmlich eine Tafeltraubensorte, welche auch zur Weinerzeugung verwendet wird. In der Schweiz wird sie vereinzelt auch zum Keltern verwendet (siehe auch: Weinbau in der Schweiz, Rebsorten). Dort betrug die bestockte Rebfläche im Jahr 2015 3,56 ha. Kleinere Flächen gibt es in Belgien, Deutschland und Österreich.

Abkömmlinge

Die Sorten Galanth, Osella, Garant und Rosina entstanden aus der Kreuzung mit Solaris am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Weinwirtschaftliche Statistik. Office fédéral de l'agriculture (OFAG), 2015, abgerufen am 15. Januar 2021.