Muskatwein

Der Begriff Muskatwein ist ein Oberbegriff für eine bestimmte Gruppe von Weinen, deren Bouquet von der typischen Muskateller-Note geprägt sind. Die Bezeichnung verweist nicht auf den Muskatnussbaum beziehungsweise das entsprechende Gewürz, sondern den (nicht gänzlich geklärten) Ursprung der auf den Gelben Muskateller zurückgehenden Rebsorten-Kategorie. Die meisten von ihnen gehören zur Gruppe der Bukettweine, die ein eigenes Aroma haben, das unabhängig von der Herkunft immer gleich ist. Dazu gehören unter den Weißweinsorten

Auch dem Müller-Thurgau wird ein – leichter – Muskatton nachgesagt. Er gehört jedoch nicht zu den Bukett-, sondern zu den Neutralsorten, die keinen durchdringenden Eigengeschmack haben, sondern eher das Aroma ihres Standortes, des Terroirs, widerspiegeln.

Unter den Rotweinsorten sind Bukettsorten so gut wie nicht vertreten. Eine Ausnahme bildet hier der hauptsächlich in Italien angebaute Aleatico. In Deutschland gibt es allenfalls den Muskat-Trollinger, eine Spielart des schwäbischen Trollingers, sowie den Wildmuskat, eine neue Rebsorte, die allein auf dem Weingut Amalienhof in Beilstein (bei Heilbronn) angebaut wird. Diese Sorte ist aus einer wilden Bestäubung des Lembergers entstanden und wurde daher auch Muskat-Lemberger genannt.

Auch einige Tafeltrauben, wie zum Beispiel der Muscat Bleu, besitzen einen schmeckbaren Muskatton.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ J. Robinson, J. Harding, J. Vouillamoz: Wine Grapes – A Complete Guide to 1,368 Vine Varieties, Including Their Origins and Flavours, Seiten 678–696, Allen Lane, 2012, ISBN 978-1-846-14446-2