Das Museo Horne (vollständiger Name: Museo della Fondazione Herbert Percy Horne) ist ein Kunstmuseum in Florenz. Es befindet sich in der Via dei Benci 6 im Stadtviertel Santa Croce und ist im ehemaligen Palazzo Corsi untergebracht. Das Museum geht auf die testamentarische Schenkung des englischen Kunsthistorikers und Sammlers Herbert Percy Horne (1864–1916) zurück. Er erwarb das Gebäude im Jahr 1911 und brachte darin seine Sammlung toskanischer Kunst aus dem 13. bis 17. Jahrhundert unter. In der kunsthistorischen und musealen Literatur wird das Museo Horne oft zusammen mit dem Museo Bardini und dem Museo Stibbert als eines der drei wichtigsten Museen Florenz’ erwähnt, die aus Privatsammlungen englischer bzw. italienischer Sammler hervorgegangen sind. Im Unterschied zum Museo Stibbert, dessen Sammlung geografisch breiter angelegt ist, konzentriert sich die Sammlung des Museo Horne nahezu ausschließlich auf italienische, vorwiegend toskanische Kunst. Das Museum wird in der Literatur wiederholt als museo minore (kleineres Museum) bezeichnet und ist im Vergleich zu den großen Florentiner Sammlungen vergleichsweise wenig bekannt.

Ein Gebäude an der Stelle des heutigen Museums ist seit dem frühen 14. Jahrhundert nachweisbar. Das Grundstück gehörte über lange Zeit der Familie Alberti, nach der der betreffende Abschnitt der Via de’ Benci zeitweise Corso degli Alberti genannt wurde. Im Jahr 1489 ging der Gebäudekomplex an Simone und Luigi di Jacopo Corsi über. Die beiden waren Angehörige einer Familie von Stoffhändlern bzw. Tuchfärbern. In der Folge wurde das Gebäude im Stil der Frührenaissance im Auftrag der Corsi umfassend umgebaut. Die Bauzeit dieses Umbaus wird in der Literatur mit dem Zeitraum von etwa 1495 bis 1502 angegeben. Als ausführender Architekt wird in mehreren Quellen Simone del Pollaiuolo, genannt il Cronaca, genannt, während andere Quellen Giuliano da Sangallo alternativ oder zusätzlich führen.
Herbert Percy Horne wurde am 1864 in London geboren und starb 1916 in Florenz. Er war zunächst als Architekt und Designer tätig und wandte sich später der kunsthistorischen Forschung sowie dem Sammeln von Kunstgegenständen zu. 1889 unternahm er eine erste Reise nach Italien. 1894 erhielt er vom Londoner Verlag George Bell and Sons den Auftrag, für die Reihe Great Masters eine Monografie über Sandro Botticelli zu verfassen. Diese Arbeit erschien 1908 unter dem Titel Alessandro Filipepi, commonly called Sandro Botticelli, Painter of Florence und führte ihn nach Florenz.

Im Jahr 1911 erwarb Horne den Palazzo Corsi, um dort seine Sammlung von Gemälden, Skulpturen, Möbeln, Keramiken, Zeichnungen und Alltagsgegenständen der Renaissance unterzubringen und zugleich das Erscheinungsbild einer florentinischen Adelsresidenz der Renaissance zu rekonstruieren. Er ließ das Gebäude restaurieren und die Räume entsprechend einrichten. In seinem Testament bestimmte er, dass das Gebäude und die Sammlung nach seinem Tod dem italienischen Staat zufallen und in Form eines Museums bzw. einer Stiftung (Fondazione Herbert Percy Horne) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten. Zwischen 1921 und 1922 wurden mit Mitteln des italienischen Ministeriums für öffentlichen Unterricht abschließende Arbeiten durchgeführt, um das Gebäude museal nutzbar zu machen. Im Jahr 1921 wurde das Museum erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet. Zwischen 1954 und 1958 führte die zuständige Soprintendenza ai Monumenti unter der Leitung des Architekten Guido Morozzi Konsolidierungsarbeiten an einzelnen Bauteilen durch und restaurierte die Loggia im obersten Geschoss.
Am 4. November 1966 wurde Florenz von einer schweren Überschwemmung des Arno heimgesucht. Das Museo Horne liegt in einem der topografisch tiefliegenden und dadurch besonders betroffenen Stadtbereiche und erlitt erhebliche Schäden an Gebäude und Sammlung. Im Zuge der anschließenden Restaurierungsmaßnahmen wurden besonders gefährdete und empfindliche Objekte, darunter Teile der Zeichnungssammlung aus dem 17. und 18. Jahrhundert, dauerhaft an die Uffizien überführt.
Die Sammlung des Museo Horne umfasst eigenen Angaben zufolge mehr als 6000 Objekte, darunter Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Möbel, Keramiken, Goldschmiedearbeiten, Siegel, Münzen und Textilien aus dem 13. bis 17. Jahrhundert.
Als bedeutendstes Werk der Gemäldesammlung gilt die zwischen 1330 und 1335 entstandene Tafel Santo Stefano (Heiliger Stephanus) von Giotto di Bondone, die seiner Spätphase zugeordnet wird. Weitere Werke der Gemälde- und Skulpturensammlung stammen unter anderem von:
Zur Sammlung gehören außerdem Werke bzw. Zuschreibungen an Jacopo Sansovino, Agnolo di Polo, Bartolomeo Ammannati und Giambologna. Der grafische Bestand umfasst mehr als 1000 Zeichnungen und Druckgrafiken, darunter Werke von Raffael, Gian Lorenzo Bernini, Albrecht Dürer, Peter Paul Rubens, Giovanni Battista Tiepolo und John Constable. Ergänzt wird die Sammlung durch Renaissancemöbel, Keramik, Küchengeräte und Bestecke des 15. Jahrhunderts sowie wissenschaftliche Instrumente. Laut musealen Angaben hat Horne diese gezielt zusammengetragen, um den Alltag der Renaissance zu dokumentieren.