Mutslar

Koordinaten: 51° 15′ 26″ N, 9° 15′ 54″ O

Karte: Hessen
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Mutslar​

Mutslar ist eine Dorfwüstung in der Gemarkung von Sand, einem Ortsteil der Gemeinde Bad Emstal im nordhessischen Landkreis Kassel.

Geographische Lage

Das im Jahre 1074 in einer Urkunde des Klosters Hasungen erstmals schriftlich erwähnte Dorf lag auf etwa 330 m Höhe in der Flur „Mußlor“ auf einer Hangterrasse oberhalb der Ems, nordöstlich von Sand und nordöstlich des Basaltkegels Lauseküppel (375,5 m), eines südöstlichen Ausläufers des Erzebergs (436,7 m). Westlich vorbei verläuft die Landesstraße L 3220 von Sand nach Breitenbach.

Geschichte

Dort gefundene Keramikscherben belegen eine Siedlung aus der Zeit vom 9./10. bis ins 15. Jahrhundert. Verschiedene kirchliche und adelige Grundherren hatten im Laufe der Zeit Besitz und Einkünfte im Ort, so z. B. das Kloster Hasungen, das Fritzlarer St.-Petri-Stift, das Kloster Merxhausen, das Kloster Haina, das Kloster Breitenau, der Ludowinger Graf Friedrich von Wildungen, die Herren von Elben und von Venne und auch die Landgrafen von Hessen. Das Dorf wurde wohl um die Mitte des 15. Jahrhunderts aufgegeben; die Bewohner zogen mehrheitlich nach Sand, das bereits im Jahre 1354 als „tzum Sande Mutzlar“ in Urkunden des Klosters Breitenau erwähnt wird.

Zeittafel

Fußnoten

  1. 1 2 3 Heinrich Reimer (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen. (Unveränderter Neudruck der 1. Ausgabe von 1926) Elwert, Marburg 1974, ISBN 3-7708-0509-7, S. 342.
  2. ↑ Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen …, (= Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Siebentes Supplement). Fischer, Kassel 1858, S. 155 (books.google.com).
  3. ↑ Mutslar, Landkreis Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS).
  4. ↑ Er verstarb ab 16. Februar 1084 im Kloster Hasungen.
  5. ↑ Die schriftliche Wiedergabe des Ortsnamens wandelte sich im Laufe der Zeit wie folgt: 1074, 1081: „Moteslare“; 1145/1159: „Muteslar“; 1209: „Mozlar“; 1252: „Motslar“; 1310: „Motzlar“; 1354, 1358, 1359: „Mutzlar“; 1579: „Muszeler“; und 1841–1860 auf der Niveaukarte des Kurfürstentums Hessen „Müsslar“. (Mutslar, Landkreis Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen [LAGIS])
  6. ↑ Helfrich Bernhard Wenck: Hessische Landesgeschichte. Zweiter Band, Varrentrapp & Wenner, Frankfurt / Leipzig, 1789, S. 156 (books.google.com).
  7. ↑ Bernhard Christian Duysing: Versuch eines chronologischen Verzeichnisses Hessischer Urkunden; Erster Theil. Rinteln, 1796, S. 131 (books.google.com).
  8. ↑ Wilhelm Schwickert: Die Grundherrschaft des Klosters Haina bis 1350, (Dissertation, Philipps-Universität), Marburg, 1927, S. 61 (books.google.com).
  9. ↑ HStAM Fonds Urk. 16 No 177

Literatur