Die Erstbeschreibung stammt aus dem Jahre 1990 durch den englischen Neurologen I. J. Holt und Mitarbeiter. Die Namensbezeichnung wurde im Jahre 2000 durch John B. Kerrison und Mitarbeiter vorgeschlagen.
Verbreitung
Die Häufigkeit wird mit 0,8 auf 100.000 angegeben, das Syndrom wird mitochondrial vererbt.
Ursache
Der Erkrankung liegt meist eine Punktmutation (Nukleotidaustausch (m.8993T>C/G)) in der Untereinheit 6 des mitochondrialen H(+)-ATPase-Gens (MTATP6) zugrunde. Diese Punktmutation ist auch beim maternal vererbten Leigh-Syndrom zu finden. Seltener können andere Mutationen wie m.8839G>C, m.8989G>C, m.8618-8619insT, m.9032T>C und m.9127-9128 delAT nachgewiesen werden.
Klinische Erscheinungen
Klinische Kriterien sind:
Manifestation im Kindesalter oft mit Lernschwierigkeiten
Muskelschwäche,
sensorische Neuropathie
Ataxie
Retinopathie
Der Krankheitsverlauf kann über viele Jahre stabil sein, dann oft im Zusammenhang mit viralen Infekten schubartig schlechter werden.
Eine ursächliche Behandlung ist nicht bekannt, es können lediglich Symptome angegangen werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind angezeigt. Vermieden werden sollten einige Medikamente wie Natriumvalproat, Barbiturate und Anästhetika sowie Dichloracetat.
Prognose
Durch das Fortschreiten der Erkrankung sind die Aussichten eingeschränkt. Lebensqualität und Selbständigkeit werden schlechter. Die neurogene Muskelschwäche kann einen Rollstuhl erforderlich machen.
K. G. Claeys, A. Abicht, M. Häusler, S. Kleinle, M. Wiesmann, J. B. Schulz, R. Horvath, J. Weis: Novel genetic and neuropathological insights in neurogenic muscle weakness, ataxia, and retinitis pigmentosa (NARP). In: Muscle & nerve. Band 54, Nummer 2, August 2016, S.328–333, doi:10.1002/mus.25125, PMID 27015314.
G. Sgarbi, G. A. Casalena, A. Baracca, G. Lenaz, S. DiMauro, G. Solaini: Human NARP mitochondrial mutation metabolism corrected with alpha-ketoglutarate/aspartate: a potential new therapy. In: Archives of neurology. Band 66, Nummer 8, August 2009, S.951–957, doi:10.1001/archneurol.2009.134, PMID 19667215.
↑I. J. Holt, A. E. Harding, R. K. Petty, J. A. Morgan-Hughes: A new mitochondrial disease associated with mitochondrial DNA heteroplasmy. In: American Journal of Human Genetics. Band 46, Nummer 3, März 1990, S.428–433, PMID 2137962, PMC1683641(freier Volltext).
↑J. B. Kerrison, V. Biousse, N. J. Newman: Retinopathy of NARP syndrome. In: Archives of ophthalmology. Band 118, Nummer 2, Februar 2000, S.298–299, doi:10.1001/archopht.118.2.298, PMID 10676807.
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