Die NSDAP/AO war von 1931 bis 1945 die Auslandsorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei.

Die außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches lebenden Parteimitglieder waren in einer besonderen Gliederung zusammengefasst, in der Auslandsorganisation – anfangs Auslandsabteilung – der NSDAP. Am 1. Mai 1931 wurde diese Organisationseinheit auf Initiative von Reichsorganisationsleiter Gregor Strasser in Hamburg gegründet und ihre Leitung Hans Nieland übertragen. Ihren Sitz hatte sie die ersten Jahren ebenfalls in Hamburg. Nieland trat jedoch schon am 8. Mai 1933 wieder zurück, weil er inzwischen Chef der Hamburger Polizeibehörde und später Mitglied der Hamburger Landesregierung geworden war. Daraufhin wurde Ernst Wilhelm Bohle zum Leiter der AO ernannt, die als 43. NS-Gau („Gau Ausland“ genannt) der NSDAP fungierte. Im Oktober wurde die gesamte Organisation dem Stab von Rudolf Heß unterstellt. Ein Jahr später war der Bruder von Rudolf Heß, Alfred Heß zu dessen Stellvertreter ernannt worden. Er hatte sich vorrangig von Berlin aus um die wirtschaftspolitischen Fragen und den Aufbau einer breit angelegten Inlandsorganisation zu kümmern. Ab Mitte 1933 fühlte sich die Auslandsorganisation der NSDAP zur ideologischen und organisatorischen Führung der im jeweiligen Land lebenden Deutschen berufen und legitimiert. Wer sich in den deutschen Kommunitis dagegen auflehnte, wurde zum Teil offenen Repressalien ausgesetzt. In den meisten Ländern setzten die AO-Funktionäre ab 1934 die „Gleichschaltung“ der noch weiteren, bestehenden Organisationsformen der dort lebenden deutschen Bürger, nach dem bereits in Deutschland praktizierten Prinzip um. Spätestens ab 1936 verfügten die meisten AO in den jeweiligen Ländern über einen eigenen Nachrichtendienst, manchmal als „Hafendienst“, durch die diplomatische Immunität einzelner Gesandtschaftsmitglieder, oder wie in Argentinien als „Selbstschutzorganisation“ getarnt.
Relativ frühe Aktivitäten zur Bildung von Ortsgruppen im Ausland und einer Länderorganisation der NSDAP hatte Albert Hess bereits ab 1926 in Ägypten unternommen. Zu weiteren Zusammenschlüssen von NSDAP-Parteimitgliedern im Ausland war es 1929 in Paraguay gekommen. Ähnliche Vereinigungen waren dann 1930 in der Schweiz und den USA entstanden. Die Gruppe in der Schweiz wurde von 1932 bis zu dessen Ermordung 1936 durch Wilhelm Gustloff geleitet. Offiziell von der NSDAP anerkannt wurden diese Gruppen erst nach der Gründung der Auslandsabteilung: am 7. August 1931 die Ortsgruppe Buenos Aires, kurz darauf die Landesgruppe Paraguay (20. August 1931) und die Ortsgruppe Rio de Janeiro (5. Oktober 1931). Von 1932 bis zu ihrem Verbot im Oktober 1934 bestand eine Landesgruppe im von der Südafrikanischen Union verwalteten Südwestafrika, die sich eines regen Zulaufs erfreute (siehe Deutschnamibier) und zahlreiche Büros in Südwestafrika (heute Namibia) unterhielt. Deren Einfluss erweiterte sich noch in Folge des Besuchs von Friedrich von Lindequist im April 1933. Ortsgruppen der NSDAP im Ausland umfassten mindestens 25, Stützpunkte mehr als fünf Parteigenossen. Große Ortsgruppen konnten noch in Blöcke von maximal zehn Parteimitgliedern untergliedert werden.
Die Aufgabe der NSDAP/AO war die weltanschauliche Schulung und einheitliche Ausrichtung aller Parteigenossen auf die Belange von deutschem Volk und deutscher Nation. Mitglied der AO konnte nur sein, wer Reichsdeutscher war; den so genannten Volksdeutschen (Deutschstämmige, welche die Nationalität des Landes besaßen, in dem sie lebten), war der Eintritt in die Partei verwehrt. Um eingebürgerte oder einheimische Sympathisanten einzubinden, gab es allerdings mit der NSDAP/AO verbundene Vorfeldorganisationen, etwa die Unión Alemana de Gremios in Argentinien. Als 1938 im Luna Park in Buenos Aires eine nationalsozialistische Massenveranstaltung mit großen Hakenkreuzfahnen und Unterstützungsreden für Hitler stattfand, bestand die dortige engere NS-Gefolgschaft nach Ermittlungen der argentinischen Regierung neben den 1.400 Mitgliedern der Auslandsorganisation aus 12.000 Mitgliedern der Gremienunion sowie 8.000 in anderen nationalsozialistischen Vereinen organisierten Anhängern.
Ab 1926 baute Alfred Heß, ein Bruder des späteren Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß, die Landesgruppe Ägypten der NSDAP/AO auf. Da die Gruppe zunächst wenig erfolgreich war, drohten die Deutschen nach der Machtübergabe 1933 erfolgreich mit einem Boykott der ägyptischen Baumwolle, des wichtigsten Exportgutes. Die ägyptische Regierung unter König Fu'ād I. nahm daraufhin eine Kehrtwendung ihrer zuvor antinazistischen Politik vor und verurteilte die antideutsche Boykottbewegung im Land. Auch die ägyptische Presse stellte jetzt angesichts der deutschen Drohung die Juden als Zerstörer der ägyptischen Wirtschaft an den Pranger, wobei solche Kampagnen bereits 1936 wieder aufhörten. 1935 eröffneten die Nationalsozialisten in Kairo eine Zweigstelle des Deutschen Nachrichtenbüros als Propaganda- und Geheimdienst-Zentrale. Schon drei Jahre später war Deutschland zum zweitgrößten Importeur für ägyptische Waren aufgestiegen.
Im Herbst 1937 spielte die Gruppe Beirut der AO unter ihrem Leiter Geiger eine wichtige Rolle bei der erneuten Kontaktaufnahme des Mufti Mohammed Amin al-Husseini mit den Nationalsozialisten in Erwartung des kommenden Krieges.
Mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 2 zur „Auflösung und Liquidierung der Naziorganisationen“ vom 10. Oktober 1945 wurde die Auslandsorganisation durch den Alliierten Kontrollrat aufgelöst, verboten und ihr Eigentum beschlagnahmt.
Das Gau Ausland war in (Länder-)Ämter unterteilt:
Später wurden noch errichtet
Die Landesgruppen hatten außer dem Landesgruppenleiter einen zentralen Landesverwaltungskörper, welcher den Stab des „Hoheitsträgers“ ausmacht und wiederum ihm direkt unterstellt ist. Die Unterorganisationen einer Landesgruppe sind: Kreisgruppen (KG), Ortsgruppen (OG), Stützpunkte (Stüpu) und Zellen. Jede dieser Untergruppierungen hat einen Amtswalterkörper, der einheitlich gegliedert war. Der Landesgruppenleitung waren folgende Organisationen offiziell unterstellt: SA, S, Nationalsozialistische Kraftfahrerkorps, Hitlerjugend (einschließlich des Jungvolks, BDM und Jungmädel), NS-Deutscher Studentenbund, NS-Frauenschaft, NS-Dozentenbund. Diese Organisationen bildeten in den folgenden Ländern Landesgruppen, die durch einen Landesgruppenleiter geführt wurden: Frankreich, Luxemburg, Ägypten, Kamerun, Union v. Sudafrika, Tanganjika, Mexiko, Peru, Japan. Großbritannien und Irland, Chile, China, Jugoslawien, Polen, Schweden, Schweiz, Niederländisch-Indien, Argentinien, Portugal, Spanien, Bulgarien, Paraguay, Guatemala, Brasilien.
Die Organisationen in folgenden Ländern bilden Landeskreise, an deren Spitze ein Landeskreisleiter steht: Dänemark, Schweden, Lettland, Bolivien, Rumänien, Angola, Panama, Uruguay, Griechenland, Palästina, Venezuela, Kanada, Belgien (zwei Kreise: Antwerpen und Brüssel), Italien (zwei Kreise: Mailand und Rom).
Im Weiteren eine Auswahl der verschiedenen Unterbehörden, genannt Ämter, deren Leiter die Dienstbezeichnung Gauamtsleiter trugen:
Sechs Länderämter für die verschiedenen Regionen der Welt, darunter
Ferner gab es folgende Ämter:
Im Ausland waren die Leitungsbezeichnungen Landesgruppenleiter, Ortsgruppenleiter und Stützpunktleiter, anfänglich waren diese auch Landesvertrauensmann und Vertrauensmann.