| Nagler See | ||
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| Geographische Lage | Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, Oberfranken, Bayern, Deutschland | |
| Zuflüsse | Steinlohbach | |
| Abfluss | Steinlohbach → Gregnitz → Fichtelnaab → Waldnaab → Naab → Donau → Schwarzes Meer | |
| Orte am Ufer | Nagel | |
| Daten | ||
| Koordinaten | 49° 58′ 48″ N, 11° 55′ 22″ O | |
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| Fläche | 6 ha | |
Der Nagler See (auch Nageler See) ist ein sechs Hektar großes, künstlich angelegtes Staugewässer unmittelbar bei der Gemeinde Nagel im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Nordostbayern), der aus einem Mühlweiher hervorgegangen ist. Er ist ein geschütztes Naturdenkmal.

Erstmals erwähnt wurde der Dorfweiher in einer Verhandlung am Landrichteramt Kemnath-Waldeck über einen an der Grenze zwischen der Herrschaft Ebnath (bayerische Kurpfalz) und der Gutsherrschaft Fahrenbach (markgräflich-brandenburgisch) am 6.8.1593 geschossenen Rehbock. Im November 1694 wurde der Mühlweiher in einer Besitzbeschreibung des Rittergutes Fahrenbach (jetzt Gemeinde Tröstau) anlässlich des Verkaufs an die Herren von Lindenfels mit einer Fläche von 4 Tagwerk genannt (1,4 Hektar). Mit seiner Wasserkraft wurde bis 1926 eine Mahlmühle betrieben. Auch in der Spezifikation eines späteren Besitzers, Regierungsrat Theodor Fikentscher aus Bayreuth, vom 22.4.1828 wird der Mühlweiher mit 4 Tagwerk angegeben. Am 26.6.1836 verkauft Fikentscher den Weiher an den Bruder des damaligen Nagler Müllers Joseph Schindler, an den „Königlichen Landgerichts-Prokurator“ (ausgebildeter Jurist, Anwalt) Johann Joseph Baptist Schindler aus Lauterhofen. Joseph Baptist Schindler fürchtete offensichtlich die Zerschlagung des Guts Fahrenbach und damit um die Existenzgrundlage der Mühle und kaufte vorsorglich den Weiher. Dieser „Mittlere“ von 3 Brüdern mit dem Vornamen „Joseph“ verkaufte am 29.04.1856 den Weiher und das damit verbundene Fischrecht im Steinlohbach an den Müllermeister Johann Baptist Sticht, der 1943 bereits die Mühle von Joseph Schindler, dem „Jüngeren“, erworben hatte. Die Sticht‘schen Nachkommen sind heute noch Eigentümer. Die Kataster-Uraufnahme wurde 1855 aufgenommen, eine Detail-Revision erfolgte 1857. Hier ist der Mühlweiher in der heutigen Form und Größe von ca. 6 Hektar eingezeichnet! Somit wurde der Weiher 1856 oder Anfang 1857 wesentlich vergrößert.
Nach der Einstellung des Mühlenbetriebs stand die Nutzung des Weihers für Freizeit und Tourismus im Vordergrund. In der Folge wurde aus dem Mühlweiher der „Nagler See“. Ein bequemer Rundweg führt um den See, Fränkischer Gebirgsweg, Quellenweg und Jean-Paul-Weg führen an ihm vorbei. Freizeitangebote sind Bootfahren und Baden, eine Kneipp-Anlage, eine Boccia-Bahn, ein Beachvolleyball-Feld, der Duft- und Schmetterlingsgarten, eine Badeinsel und die Seebühne. Eisstockschießen ist im Sommer und Winter möglich. Für Kinder gibt es Wasserspiele, ein Piratenschiff und einen Planschbereich.
