Naoko Tanaka

Naoko Tanaka (jap. 田中 奈緒子, Naoko Tanaka; * 1975 in der Präfektur Tokio) ist eine japanische bildende Künstlerin, die an der Schnittstelle von darstellender und bildender Kunst arbeitet. Ihr Schwerpunkt liegt auf Installation und Performance, in denen sich Choreografie und visuelle Kunst auf eindringliche Weise miteinander verbinden.

Leben und Werk

Naoko Tanaka studierte Malerei und Bildende Kunst an der Hochschule der Künste Tokio und kam 1999 als Stipendiatin an die Kunstakademie Düsseldorf nach Deutschland.

Von 2001 bis 2010 arbeitete sie gemeinsam mit dem Choreografen Morgan Nardi als Künstlerduo Ludica.(Nardi/Tanaka), mit dem sie 2010 zur Tanzplattform Deutschland eingeladen wurde.

Im Jahr 2010 begann sie ihre Solokarriere mit einem Produktionsstil, bei dem sie sämtliche Aspekte – von Konzept über Bühneninstallation, Regie und Sounddesign bis hin zur Performance – selbst übernahm.

In den Jahren 2011 bis 2015 realisierte Tanaka die Solo-Installations-Performance-Reihe Schatten-Trilogie. Der erste Teil, Die Scheinwerferin, wurde 2012 mit dem Prix Jardin d’Europe beim Festival ImPulsTanz sowie dem ZKB Anerkennungspreis beim Zürcher Theaterspektakel ausgezeichnet.

Tanaka entwickelte damit ein originäres Format, Installationen performativ zu bespielen: Bewegte Lichter, Schatten und Objekte werden zu choreografischen und architektonischen Kompositionen verwoben, die das Publikum in einen außergewöhnlichen Wahrnehmungsmodus versetzen.

Die Produktion Still Lives (2018), die Tanaka als „szenische Installation“ bezeichnet, nimmt starken Bezug auf den jeweiligen Raum und dessen architektonische Gegebenheiten. In Zusammenarbeit mit dem Festival KYOTO EXPERIMENT entstand eine einzigartige Aufführung in der ehemaligen Kaiservilla der Burg Nijō – einer UNESCO-Weltkulturerbestätte und zugleich einem Symbol der japanischen Modernisierung.

Mit dem Elektromusiker Oval (Markus Popp) entwickelte sie audiovisuelle Performances, und für die französische Musikerin Colleen (Cécile Schott) produzierte sie ein Musikvideo.

In 2014 war sie künstlerische Gastdozierende am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig.

Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Performance-Produktionen

Ausstellungen (Auswahl)

Teilnahme an Kunst- und Theaterfestivals (Auswahl)

Permanent Installationen

Auszeichnungen und Förderpreise(Auswahl)

Eigene Veröffentlichungen

Literatur (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Michael Merschmeier, Der Theaterverlag: Artikel "Naoko Tanaka". Abgerufen am 18. April 2025.
  2. ↑ tanzplattform: Ludica. Abgerufen am 17. April 2025.
  3. ↑ Michael Merschmeier, Der Theaterverlag: Artikel "newcomer: naoko tanaka". Abgerufen am 18. April 2025.
  4. ↑ Sophiensæle: Schattentrilogie. 19. August 2019, abgerufen am 22. April 2025.
  5. ↑ NETservis s.r.o: 5th Prix Jardin dʼEurope awarded at ImPulsTanz. 17. August 2012, abgerufen am 17. April 2025.
  6. ↑ Preisträger ZKB Förderpreis 2012 - Zürcher Theater Spektakel. Abgerufen am 17. April 2025.
  7. ↑ Michael Merschmeier, Der Theaterverlag: Artikel "lichttänzerin". Abgerufen am 22. April 2025.
  8. ↑ Interview with Naoko Tanaka. 14. Februar 2018, abgerufen am 18. April 2025 (amerikanisches Englisch).
  9. ↑ Mika Eglinton, Andrew Eglinton: The experiment continues on Kyoto's stages. 4. Oktober 2018, abgerufen am 17. April 2025 (englisch).
  10. ↑ Daniel Fersch: SCHATTENSPIELE Oval und Naoko Tanaka in Berlin. In: Groove. 24. April 2012, abgerufen am 17. April 2025.
  11. ↑ “Captain of None” video and interviews! In: colleen. 16. April 2015, abgerufen am 17. April 2025 (englisch).
  12. ↑ Universität Leipzig: Geschichte. Abgerufen am 17. April 2025.
  13. ↑ 彼方の家. In: 百年後芸術祭. Abgerufen am 18. April 2025.
  14. ↑ Naoko Tanaka. Abgerufen am 18. April 2025 (deutsch).