Von 2001 bis 2010 arbeitete sie gemeinsam mit dem Choreografen Morgan Nardi als Künstlerduo Ludica.(Nardi/Tanaka), mit dem sie 2010 zur Tanzplattform Deutschland eingeladen wurde.
Im Jahr 2010 begann sie ihre Solokarriere mit einem Produktionsstil, bei dem sie sämtliche Aspekte – von Konzept über Bühneninstallation, Regie und Sounddesign bis hin zur Performance – selbst übernahm.
In den Jahren 2011 bis 2015 realisierte Tanaka die Solo-Installations-Performance-Reihe Schatten-Trilogie. Der erste Teil, Die Scheinwerferin, wurde 2012 mit dem Prix Jardin d’Europe beim Festival ImPulsTanz sowie dem ZKB Anerkennungspreis beim Zürcher Theaterspektakel ausgezeichnet.
Tanaka entwickelte damit ein originäres Format, Installationen performativ zu bespielen: Bewegte Lichter, Schatten und Objekte werden zu choreografischen und architektonischen Kompositionen verwoben, die das Publikum in einen außergewöhnlichen Wahrnehmungsmodus versetzen.
Die Produktion Still Lives (2018), die Tanaka als „szenische Installation“ bezeichnet, nimmt starken Bezug auf den jeweiligen Raum und dessen architektonische Gegebenheiten. In Zusammenarbeit mit dem Festival KYOTO EXPERIMENT entstand eine einzigartige Aufführung in der ehemaligen Kaiservilla der Burg Nijō – einer UNESCO-Weltkulturerbestätte und zugleich einem Symbol der japanischen Modernisierung.
Mit dem Elektromusiker Oval (Markus Popp) entwickelte sie audiovisuelle Performances, und für die französische Musikerin Colleen (Cécile Schott) produzierte sie ein Musikvideo.
In 2014 war sie künstlerische Gastdozierende am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig.
Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Performance-Produktionen
2023 Milliarden Jahre Widerhall (Uraufführung: Sophiensæle, Berlin, DE)
2018 STILL LIVES (Uraufführung: Sophiensæle, Berlin, DE)
2016 Zone (Uraufführung: Echigo-Tsumari Satoyama Museum, Niigata, JP)
2012 Prix Jardin d' Europe 2012, Festival ImPulsTanz, AT
2011 the Aword for the particular expressivity on the border areas between theatrical and other arts on 38th International Festival of Alternative and New Theatre, Festival INFANT, Novi Sad, RS
Schattentrilogie, Hrsg.: Astrid Hackel. Mit Texten von Yoko Tawada, Gabriele Brandstetter, Hartmut Böhme und Adam Czirak. Naoko Tanaka in Koproduktion mit Sophiensaele, Berlin 2017, ISBN 978-3-98187740-3
Literatur (Auswahl)
Gabriele Brandstetter: Fantasies of the Catastrophe: Embodiment and Kinaesthetic Awareness in the Performance-Installation of Naoko Tanaka's "Die Scheinwerferin", in: Embodied fantasies: from awe to artifice, Verlag: PETER LANG, New York; 2013 p.139–150. ISBN 978-3-03431102-1
Hartmut Böhme: Schattenbewegungskunst. Zu den Performances von Naoko Tanaka, in Weile, ohne zu wohnen, Verlag: Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens e.V., Hamburg; 2020 p.25–54. ISBN 978-3-92846385-0