
Naomi Fontaine (* 1987 in Uashat, Québec) ist eine kanadische Schriftstellerin und Lehrerin der Innu. Sie wurde mit dem Debüt Kuessipan (2011) bekannt, das 2019 als gleichnamiger Spielfilm adaptiert wurde. Für Shuni (2019) erhielt sie 2020 den Prix littéraire des collégiens. Im Jahr 2022 wurde sie mit einem Prix Bibliothèque et Archives Canada ausgezeichnet.
Fontaine wurde 1987 im Indian reserve Uashat nahe Sept-Îles geboren und wuchs als Angehörige der Innu auf. Als Kind zog sie in die Stadt Québec und studierte dort Französisch und Pädagogik an der Université Laval. Während des Studiums ermutigte sie der Schriftsteller François Bon zur Entwicklung ihrer literarischen Ideen. Nach dem Abschluss kehrte sie nach Uashat zurück und unterrichtete Jugendliche als Französischlehrerin. Ihre Unterrichtserfahrungen bilden den biografischen Hintergrund für das Buch Manikanetish (2017).
Fontaines Texte befassen sich oftmals mit Themen wie Gemeinschaft, Erinnerung und der Überwindung von Vorurteilen gegenüber den Innu. Mit Kuessipan (2011) machte sich Fontaine als Literatin aus der Côte-Nord einen Namen; 2019 kam die Verfilmung Kuessipan in die Kinos. Für das Drehbuch der Verfilmung zeichnete Fontaine gemeinsam mit Myriam Verreault verantwortlich. Kuessipan war 2020 bei der Gala Québec Cinéma in mehreren Kategorien nominiert, darunter Meilleur scénario. Shuni (2019) wurde 2020 mit dem Prix littéraire des collégiens ausgezeichnet. Überdies erhielt Fontaine 2022 für ihre herausragenden Beiträge zum kulturellen Gedächtnis Kanadas einen Prix Bibliothèque et Archives Canada. Im Jahr 2025 legte sie den Roman Eka ashate – Ne flanche pas vor. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt, darunter ins Deutsche als Die kleine Schule der großen Hoffnung (2021).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fontaine, Naomi |
| ALTERNATIVNAMEN | Kuessipan, Naomi; Shuni, Naomi |
| KURZBESCHREIBUNG | kanadische Schriftstellerin und Lehrerin der Innu |
| GEBURTSDATUM | 1987 |
| GEBURTSORT | Uashat |