Nashwa Eassa

Nashwa Abo Alhassan Eassa (arabisch نشوى أبو الحسن عيسى, DMG Našwā Abū l-Ḥasan ʿĪsā, * 1980 in Omdurman, Sudan) ist eine sudanesische Physikerin und Hochschullehrerin. Sie ist außerordentliche Professorin für Physik an der Al-Neelain-Universität im Sudan und geförderte Forscherin am Imperial College London im Rahmen des CARA-Stipendiums (Council for At-Risk Academics). Sie forscht in den Bereichen Materialwissenschaften, Nanotechnologie und nachhaltige Technologien.

Leben und Werk

Essea schloss 2004 ihr Bachelorstudium in Physik an der Universität Khartum ab. Im Sudan müssen diejenigen, die eine weiterführende Ausbildung anstreben, im Ausland studieren. Daher studierte sie von 2005 bis 2007 an der schwedischen Universität Linköping und erwarb 2007 ihren Master of Science in Nanotechnologie und Materialphysik.

Nach ihrer Rückkehr in den Sudan wurde sie 2007 Dozentin für Physik an der Al-Neelain-Universität. Von August 2008 bis September 2012 studierte sie an der Nelson Mandela Metropolitan University in Port Elizabeth und promovierte dort in Physik. Im ersten Studienjahr bekam sie ihr erstes Kind. Sie absolvierte ein Postdoc-Forschungsstipendium in der Arbeitsgruppe für Nanophotonik an der Nelson Mandela Metropolitan University, finanziert durch das Department of Research Capacity Development (RCD) der NMMU.

Nach ihrer Promotion wandte sie sich der angewandten Forschung zu. Ihre Arbeit umfasste die Entwicklung von Nanoröhrenstrukturen und Titanoxid-Nanopartikeln mit Potenzial für verschiedene Technologien. Ein bedeutender Beitrag liegt im Bereich der nachhaltigen Energie- und Umweltwissenschaften. Sie war an Projekten zur Wasserspaltung für die Wasserstoffgewinnung beteiligt und eröffnete damit neue Perspektiven auf erneuerbare Energiequellen. Darüber hinaus erforschte sie die Wasserdesinfektion mittels Solarstrahlung.

2013 wurde sie außerordentliche Professorin für Physik an der Al Neelain Universität und geförderte Forscherin am Imperial College London im Rahmen des CARA-Stipendiums (Council for At-Risk Academics). Ihre Arbeit am Imperial College konzentriert sich auf die Nanophotonik und erforscht Multimode-Laser auf Basis von Goldnanopartikel-Arrays mit Anwendungen im neuromorphen Rechnen und der energieeffizienten Informationsverarbeitung.

Forschung

Ihre Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung von Nanopartikeln und Nanoröhrenstrukturen aus Titanoxid zur Wasseraufbereitung mittels Sonnenstrahlung sowie zur solaren Wasserspaltung unter Verwendung photoelektrochemischer Zellen (PECs) zur Wasserstoffgewinnung aus Wasser. Ihre Arbeit umfasst die Synthese und Charakterisierung selbstorganisierter Nanostrukturen, das Bandlücken-Engineering von Oxidhalbleitern, Oberflächenmodifizierung sowie die Entwicklung fortschrittlicher mikrostrukturierter und nanotechnologiebasierter Bauelemente. Ihre Forschung zielt darauf ab, energieeffiziente und nachhaltige Lösungen für globale Herausforderungen wie Wasseraufbereitung und erneuerbare Energien zu entwickeln. Ihre Nanophotonik-Forschung ermöglicht die Manipulation von Licht im Nanobereich und führt zu Innovationen wie Superlinsen, Nanoantennen und einer verbesserten Solarenergienutzung.

Weitere Aktivitäten

2013 gründete sie die Organisation Sudanesische Frauen in der Wissenschaft, um Forscherinnen im Sudan zu unterstützen. Sie engagiert sich außerdem bei OWSD, der Organisation für Frauen in der Wissenschaft in Entwicklungsländern, wo sie junge Frauen aus Ländern wie Sudan, Ägypten, Jemen, Ghana, Benin und Syrien unterstützt, die eine akademische Karriere anstreben. Von 2016 bis 2021 war sie Vizepräsidentin für die arabische Region und Vorstandsmitglied der Organisation für Frauen in der Wissenschaft in Entwicklungsländern (OWSD), wo sie maßgeblich zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft in Entwicklungsländern beitrug.

2025 rief sie die Initiative NuvaCycle Tech ins Leben, die Vertriebene in der Herstellung umweltfreundlicher Materialien aus recycelten natürlichen Ressourcen schult. Zu ihrem Team gehören Materialphysiker und Umweltaktivisten.

Auszeichnungen (Auswahl)

Mitgliedschaft

Einzelnachweise

  1. ↑ admin: The Struggle for Higher Education and Scientific Research in Sudan at War: Challenges and New Pathways. In: The New University in Exile Consortium. 6. Februar 2026, abgerufen am 4. Juni 2026 (amerikanisches Englisch).
  2. ↑ Nashwa Eassa. In: African Materials Research Society. Abgerufen am 4. Juni 2026 (amerikanisches Englisch).
  3. ↑ The Team. Abgerufen am 4. Juni 2026 (amerikanisches Englisch).
  4. ↑ https://pubs.aip.org/aip/acp/article/1697/1/060040/824532/Development-of-Sudanese-women-in-physics
  5. ↑ We need Women in Decision-Making Positions | OWSD. Abgerufen am 4. Juni 2026.
  6. ↑ Dr Nashwa Eassa: Imperial College London Physicist | Department of Physics at Imperial College London hat zu dem Thema Beiträge veröffentlicht. Abgerufen am 4. Juni 2026.
  7. ↑ https://owsd.net/files/attachments/eb/Eassa_CV.pdf
  8. ↑ https://cpb-us-e1.wpmucdn.com/blogs.uoregon.edu/dist/9/13268/files/2016/07/Eassa-bio-19ox3va.pdf
  9. ↑ Honorary doctor from Sudan fighting for women in academia. Abgerufen am 4. Juni 2026 (englisch).
  10. ↑ Nashwa Eassa. In: African Materials Research Society. Abgerufen am 4. Juni 2026 (amerikanisches Englisch).
  11. ↑ Shihab Jamal: Science in exile: how displaced African researchers are rebuilding careers abroad. In: Nature Africa. 27. Oktober 2025, ISSN 2730-9878, doi:10.1038/d44148-025-00336-6 (nature.com [abgerufen am 4. Juni 2026]).
  12. ↑ https://www.aaas.org/news/early-career-women-scientists-developing-countries-honored-aaas-annual-meeting
  13. ↑ Awards | OWSD. Archiviert vom Original am 31. März 2019; abgerufen am 4. Juni 2026 (englisch).
  14. ↑ braitlyn: Nashwa Eassa. 25. Oktober 2017, abgerufen am 4. Juni 2026 (englisch).
  15. ↑ Honorary doctor from Sudan fighting for women in academia. Abgerufen am 4. Juni 2026 (englisch).
  16. ↑ Notable alumni. Abgerufen am 4. Juni 2026 (englisch).