Natascha Korff (geb. 1980 in Bad Oldesloe) ist eine deutsche Erziehungswissenschaftlerin und Hochschullehrerin an der Universität Bremen.
Natascha Korff hat sich im Rahmen ihrer 2013 abgeschlossenen Promotion mit Belief-Systemen von Lehrkräften der Primarstufe zu einem inklusiven Mathematikunterricht auseinandergesetzt. In der Arbeit diskutiert sie bestehende Diskurse zu Inklusion explizit mit Blick auf die Mathematikdidaktik und verbindet damit zwei bis dato oft getrennt geführte Fachdiskussionen. Durch Interviews mit Lehrpersonen nimmt sie darüber hinaus die Perspektiven von Grundschullehrkräften in den Blick und erörtert, wie deren Vorstellungen das unterrichtliche Handeln prägen. Die Dissertation wurde mit dem Wissenschaftspreis 2015 der Sektion Sonderpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft ausgezeichnet.
Neben Stationen als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Bremen (2006–2012), Oldenburg (2013–2014) und Paderborn (2014–2015) hat sie Professuren an der Leibniz-Universität Hannover sowie in Bremen vertreten. Seit Februar 2016 hat sie dort die Professur „Inklusive Pädagogik, Schwerpunkt Didaktik“ inne (bis 2020 als Juniorprofessur).
Zu Korffs Forschungsinteressen gehören unter anderem Fragen inklusiver Didaktik mit besonderem Fokus auf die Mathematikdidaktik. Dabei arbeitet sie eng an und mit der konkreten Schul- und Unterrichtspraxis, etwa durch die Entwicklung und Erforschung inklusiver Unterrichtskonzepte oder die Begleitforschung zu Schulentwicklungsprozessen. In diesem Kontext setzt sich Korff unter anderem damit auseinander, wodurch sich ein inklusiver Matheunterricht kennzeichnet und auf welchen Ebenen in ihm Gemeinsamkeit fachlich und sozial entfaltet werden kann.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ihrer Arbeit ist die Professionalisierung von Lehrkräften in Bezug auf inklusive Lehr-Lern-Umgebungen, wobei sie empirische und konzeptionelle Forschung miteinander verbindet. Ihre – vorwiegend an qualitativen Forschungsmethoden orientierte – empirische Arbeit steht daher oft in Wechselwirkung mit hochschuldidaktischen Konzepten und Studiengangsentwicklung. Dabei untersuchte sie etwa Möglichkeiten der Professionalisierung durch kooperative Lehre im Rahmen des von der Telekom-Stiftung geförderten Projekts „4DIF“.
Im Bereich der Lehrkräftebildung nimmt sie weiterhin internationale Perspektiven in den Blick und verbindet auch hier fachliche Entwicklungen inklusiver Pädagogik mit Konzeptionsentwicklungen für Studierende, z. B. im gemeinsam mit Prof. Frank Müller realisierten Forschungsprojekt „Research-based teaching for inclusive education in Namibia and Bremen“ mit Studierenden aus Namibia und Deutschland sowie im vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderten Projekt Lehramt international: Reflecting Diversity and Inclusion in Teacher Education.
Im Wissenschaftstransfer nimmt Korff darüber hinaus eine Rolle als Vermittlerin zwischen Schul- und Unterrichtsforschung in praktischen Schulentwicklungsprozessen ein und wirkt als aktives und vernetzendes Mitglied in der Wissenschaftscommunity. Von 2016 bis 2023 war Korff z. B. im wissenschaftlichen Beirat des vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projektes „Fachdidaktische Qualifizierung Inklusion angehender Lehrkräfte“ an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. 2026 hat sie die Inklusionsforschungstagung an der Universität Bremen maßgeblich mitorganisiert.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Korff, Natascha |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Erziehungswissenschaftlerin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 1980 |
| GEBURTSORT | Bad Oldesloe |