Nenzenheim liegt im äußersten Süden des Iphöfer Stadtgebietes. Nördlich befindet sich Mönchsondheim, im Nordosten Dornheim, während der Südosten und Süden vom Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim eingenommen wird. Südwestlich liegt der Tannenberg, der Nenzenheim von Seinsheim trennt. Nordwestlich beginnt das Gemeindegebiet von Willanzheim. Nenzenheim gehört zur Hellmitzheimer Bucht. Diese schiebt sich tief in den Steigerwald hinein und öffnet sich westwärts zum Maintal. Südöstlich von Nenzenheim befindet sich mit der Acrodus-Corbula-Zone SE von Nenzenheim ein vom Bayerischen Landesamt für Umwelt eingetragenes Geotop.
In Nenzenheim fand als öffentliche Reaktion auf die am 26.Mai 1923 erfolgte Hinrichtung von Albert Leo Schlageter am 10.Juni (dem Tag der Beerdigung in München) eine Kundgebung mit 3000 Teilnehmern statt, wobei der spätere unterfränkische Gauleiter Otto Hellmuth eine Trauerrede für den zur nationalsozialistischen Kultfigur erhobenen Spion und Attentäter abhielt.
Die evangelische Pfarrkirche entstand in ihrer heutigen Form im Jahr 1946 nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Reste des Vorgängerbaus von 1910 und der ursprünglichen, barocken Anlage des 18. Jahrhunderts blieben erhalten. Die Innenausstattung entstand ebenfalls in den 1950er-Jahren. Eine Auferstehungsgruppe des Münchner Künstlers Gollwitzer füllt heute den Altarraum aus.
Eine Kirchenburg umgibt das Gotteshaus. Sie entstand im Spätmittelalter und weist einen nahezu rechtwinkligen Grundriss auf. Im Nordwesten der Anlage befindet sich das ehemalige Rathaus der Gemeinde von 1544. Im Friedhof haben sich einige Grabsteine des 18. und 19. Jahrhunderts erhalten. Mehrere Erdkeller aus dem 19. Jahrhundert liegen im Dorf.
Andreas-Därr-Turm, ein 1927 auf dem südöstlich von Nenzenheim liegenden Iffigheimer Berg errichteter 27m hoher Aussichtsturm.
In der Nähe von Nenzenheim, auf den sogenannten Riedäckern, entspringt eine kleine Quelle. Sie fließt dem Hirtenbach zu. Aus der Quelle stiegen in vergangener Zeit drei Meerjungfern auf. Sie kamen einmal jährlich zum Tanz nach Nenzenheim. Allerdings mussten sie die Veranstaltung immer vor Mitternacht verlassen. Einmal aber wurden sie von den Burschen aus dem Dorf auf der Tanzveranstaltung auch nach Mitternacht aufgehalten.
Die drei Meerjungfrauen sagten daraufhin, sie würden nie mehr wiederkehren können. Sie seien dem Tod geweiht, weil sie nicht zur verabredeten Zeit zurückkehrten. Die Burschen glaubten ihnen nicht und begleiteten sie zur Quelle. Als die Mädchen in die Quelle eintauchten, schoss plötzlich ein roter Strahl in den Himmel. Es war das Blut der Meerjungfern. In Nenzenheim hat man die drei danach nie wieder gesehen.
Persönlichkeiten
Friedrich Ludwig Ritter von Seiffert (1825–), Oberstlandesgerichtsrat in München
Gustav Ritter von Ebermayer (1839–1911), Ingenieur, Generaldirektor der königlich-bayerischen Staatseisenbahnen, Mitglied preußische Akademie des Bauwesens
Literatur
Hans Bauer: Landkreis Kitzingen. Ein Kunst- und Kulturführer. Marktbreit 1993.
Fritz Ortner:Illustrierter Führer durch Markt Einersheim und seine Geschichte. Hrsg.: Markt Markt Einersheim. Druckerei Hügelschäffer, Mainbernheim 1986.
↑Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933. Verlag Philipp Schmidt, 2016 (= Streiflichter aus der Heimatgeschichte. Sonderband 4); ISBN 978-3-87707-990-4, S. 37.
12Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1836 und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.