Tunding

Pfarrkirche St. Katharina in Obertunding
Tünting auf der Karte von Apian (1568)

Tunding war eine Gemeinde im damaligen Landkreis Dingolfing in Niederbayern. Zum 1. Januar 1971 wurde sie nach Mengkofen im Landkreis Dingolfing-Landau eingemeindet.

Geographie

Die Gemeinde umfasste ursprünglich die Orte Neukreit, Niedertunding und Obertunding. Das Dorf Oberwackerstall und der Weiler Unterwackerstall mit einem Gebiet von gut 130 Hektar wurden am 1. Juli 1931 in die Gemeinde Tunding umgegliedert. Vorher gehörten die Orte zur damaligen Gemeinde Puchhausen und lagen vermutlich in einer südliche Exklave von Puchhausen. 1961 hatte die Gemeinde ein Gebiet von 574,82 Hektar und 319 Einwohner in 65 Wohngebäuden. Die Gemeinde Tunding lag im nördlichen Teil des heutigen Landkreises Dingolfing-Landau im tertiären Hügelland. In einem rechten Seitental der Aiterach, von mäßigen Hügeln umschlossen, nur nach Westen offen. In der Talsohle fließt der Schwedenbach, im Volksmund der „Schwebach“ genannt, der zwischen Mengkofen und Ettenkofen in die Aiterach mündet. Das Pfarrdorf Obertunding war Sitz der Gemeinde und ist Sitz der seit 1772 bestehenden römisch-katholischen Pfarrei Tunding, und der weitaus größte Ortsteil.

Die Pfarrkirche St. Katharina befindet sich in Obertunding. Die römisch-katholische Pfarrei Tunding umfasste bis zur Dekanatsreform 2000 neben dem früheren Gemeindegebiet von Tunding auch die ehemalige Gemeinde Lengthal, die seit dem 1. Mai 1978 zu Moosthenning gehört.

Untypisch für eine ehemalige Gemeinde gibt es kein Gemarkung Tunding, das ehemalige Gemeindegebiet liegt in der Gemarkung Tunzenberg.

Geschichte

Nach dem Steuerbuch des Jahres 1434 gehöre Tunding zur Obmannschaft Moosthenning im Amt Lengthal.

Die im 18. Jahrhundert bestehende Obmannschaft Tunding umfasste neben dem Pfarrdorf Obertunding (26 Anwesen) auch das zwölf Kilometer entfernt liegende Dorf Graflkofen (3 Anwesen, heute Gemeinde Mamming). Niedertunding (7 Anwesen) dagegen gehörte zur Obmannschaft Moosthenning und Thürnthenning.

Einwohnerentwicklung

1840
1871
1900
1925
1939
1950
1961
1970
Gemeinde Tunding 217 283 286 242 333 401 319 331
Obertunding 205 212 185 251 215 206
Niedertunding 72 66 53 63 40 54
Neukreit 6 8 4 3 6 8
Oberwackerstall 54 18 43
Unterwackerstall 30 40 20

Einzelnachweise

  1. ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 447.
  2. 1 2 Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 437, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  3. ↑ Bernd Stadlbauer: Dingolfing. = Historischer Atlas von Bayern/Teil Altbayern. Reihe I, Band 65, München 2015, S. 399
  4. ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 435 (Digitalisat).
  5. ↑ Auf der Gemeindegrenzkarte von 1961 besteht keine gemeinsame Grenze zwischen Puchhausen und Tunding, da der östliche Teil von Tunzenberg zwischen den genannten Gemeinden liegt.
  6. 1 2 Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 307 (Digitalisat).
  7. ↑ Dekanat Dingolfing
  8. ↑ Bernd Stadlbauer: Dingolfing. = Historischer Atlas von Bayern/Teil Altbayern. Reihe I, Band 65, München 2015, ISBN 978-3-76966-557-4, S. 191
  9. ↑ Bernd Stadlbauer: Dingolfing. = Historischer Atlas von Bayern/Teil Altbayern. Reihe I, Band 65, München 2015, ISBN 978-3-76966-557-4, S. 344
  10. ↑ Bernd Stadlbauer: Dingolfing. = Historischer Atlas von Bayern/Teil Altbayern. Reihe I, Band 65, München 2015, ISBN 978-3-76966-557-4, S. 318
  11. 1 2 Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 55, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  12. ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 424 (Digitalisat).
  13. ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 438 (Digitalisat).
  14. ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 410 (Digitalisat).
  15. ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 73 (Digitalisat).