Diksmuide

Diksmuide
Diksmuide (Provinz Westflandern)
Diksmuide (Provinz Westflandern)
Diksmuide
Staat: Belgien Belgien
Region: Flandern
Provinz: Westflandern
Bezirk: Diksmuide
Koordinaten: 51° 2′ N, 2° 52′ OKoordinaten: 51° 2′ N, 2° 52′ O
Fläche: 149,4 km²
Einwohner: 17.228 (1. Jan. 2024)
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km²
Postleitzahl: 8600
Vorwahl: 051
Bürgermeister: Lies Laridon (CD&V)
Adresse der
Kommunal-
verwaltung:
Gemeente Blankenberge
J.F.Kennedyplein 1
8370 Blankenberge
Website: www.diksmuide.be

Diksmuide [ˌdɪksˈmœy̯də] ⓘ (französisch Dixmude) ist eine Stadt in Westflandern in Belgien. In der an der Yser gelegenen Stadt leben auf einer Fläche von 149,4 km² 17.228 Menschen (Stand: 1. Januar 2024).

Geschichte

Seit dem 9. Jahrhundert bestand eine fränkische Siedlung unter dem Namen Dicasmutha an einem kleinen Wasserlauf nahe der Yser. Im 10. Jahrhundert war eine Kapelle und ein Marktplatz vorhanden. Im 12. Jahrhundert erhielt der Ort Stadtrechte, 1270 wurde eine Stadtmauer errichtet. Die Bewohner lebten von der Landwirtschaft und der Leinenweberei. Vom 15. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution war die Stadt von den ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Niederlanden, Frankreich, Österreich und Spanien stark betroffen. Erst im 19. Jahrhundert brachen friedlichere Zeiten für die Bewohner an, die auch einigen Wohlstand brachten.

Während des Ersten Weltkrieges lag die Stadt im Frontbereich. Als die deutsche Armee beim Marsch durch Belgien im Oktober 1914 Diksmuide erreichte, wurde die Region durch Öffnen der Schleusen der Yser geflutet. Dies führte zu der Schlacht an der Yser. Die Verteidigung der Stadt wurde vom belgischen General Alphonse Jacques (1858–1928) geleitet, der dafür später als Baron Jacques de Dixmude geadelt wurde. Im Verlauf des Krieges wurde die Stadt dann vollständig zerstört und in den 1920er Jahren wieder aufgebaut.

Wegen der Beteiligung von französischen Marinesoldaten bei der Verteidigung von Diksmuide wurden mehrere französische Schiffe nach der Stadt benannt, so auch das Luftschiff Dixmude, das als Kriegsreparation von Deutschland an Frankreich abgegeben werden musste. Zuletzt wurde im Jahre 2009 der Hubschrauberträger der Mistral-Klasse Dixmude getauft.

Seit 1924 hat sich das Stadtgebiet durch Eingemeindungen immer weiter ausgedehnt. Dieser Prozess war 1977 abgeschlossen.

Ein herausragendes Ereignis in Diksmuide ist die IJzerbedevaart, die nationalistische, zeitweise von vielen Neonazis aus ganz Europa besuchte Wallfahrt der Flämischen Bewegung zum Yserturm.

Stadtgliederung

Diksmuide hat 15 Stadtteile, die von 1924 bis 1977 nach und nach eingemeindet wurden. Sie werden hier mit ihrer Fläche und Einwohnerzahl aufgelistet:

Blick von der Yser auf Diksmuide
Die Stadtteile von Diksmuide (Stand: 31/12/2024, Fläche in km²)
#NameFlächeEinwohner #NameFlächeEinwohner
IDiksmuide2,126164 IXPervijze12,23814
IIEsen17,531938 XLampernisse13,62153
IIIKaaskerke8,73478 XIOostkerke3,77268
IVBeerst11,661544 XIIOudekapelle6,51133
VVladslo17,331248 XIIISint-Jacobskapelle3,2589
VILeke10,731301 XIVNieuwkapelle7,85414
VIIKeiem12,921334 XVWoumen13,831336
VIIIStuivekenskerke7,34129 Quelle: www.diksmuide.be

Sehenswürdigkeiten

Rathaus mit Belfried und Sint-Niklaas-Kirche

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften bestehen zu

Persönlichkeiten

Siehe auch

Soldatenfriedhof Vladslo: Trauernde Eltern (Käthe Kollwitz)

Literatur

Commons: Diksmuide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Mer et Marine,'Le 3ème BPC de la Marine nationale s'appellera Dixmude (Memento des Originals vom 22. Januar 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.'(„Das dritte Kommandoschiff der französischen Marine wird Dixmude heißen“), abgerufen am 20. Dezember 2009.
  2. ↑ Weltweit Teutonic Unity. In: Der Spiegel. 30. März 1981 (spiegel.de).
  3. ↑ Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage… (PDF; 327 kB) 10. Oktober 1994.
  4. ↑ Andreas Middel: Ein Hochamt für den flämischen Nationalismus. In: Die Welt. 28. August 2000 (welt.de).
  5. ↑ Andreas Kalbitz: Die Rechts-außen-Stütze der AfD S. 2/3: Ein junger Mann im Gewühl in Diksmuide.