Niko Pelinka

Niko Pelinka, 2019

Nikolaus „Niko“ Pelinka (* 14. Oktober 1986 in Wien) ist seit Oktober 2025 Direktor der EU AI Champions Initiative des US-Fonds General Catalyst.

Zuvor war er Agentur-Manager, Lobbyist und Medienfunktionär.

Von April 2010 bis Dezember 2011 war er Mitglied des ORF-Stiftungsrates und Sprecher (Leiter) des dortigen SPÖ-„Freundeskreises“. Von März 2012 bis November 2024 war er Geschäftsführer der in Wien ansässigen Medien-Holding KTHE I Team Farner Group.

Leben

Niko Pelinka ist Sohn des Journalisten Peter Pelinka und Neffe des Politikwissenschaftlers Anton Pelinka. Er wuchs in Wien-Josefstadt auf und trat als Schüler der SPÖ bei. Nach der Matura und der Ableistung seines Zivildienstes war er unter anderem als Vize-Chefredakteur des Online-Jugendmagazins CHiLLi.cc und innenpolitischer Volontär beim Standard tätig. 2006 wurde er parlamentarischer Mitarbeiter von Andreas Schieder, 2007 Pressesprecher von Unterrichtsministerin Claudia Schmied. 2007/08 absolvierte er berufsbegleitend den Universitätslehrgang Politische Kommunikation an der Universität für Weiterbildung Krems.

Von 2010 bis Ende 2011 war er, von Christian Kern berufen, als Lobbyist und Mitarbeiter der Abteilung Public Affairs für die ÖBB tätig. Im April 2010 wurde er ORF-Stiftungsrat und ersetzte zugleich Karl Krammer als Leiter des sogenannten SPÖ-„Freundeskreises“ (der größten „Fraktion“ im Stiftungsrat).

Pelinka kandidierte bei mehreren Wahlen (Wiener Landtagswahl 2005, Nationalratswahl 2006, Nationalratswahl 2008, Wiener Landtagswahl 2010) an unwählbarer Stelle.

Im Dezember 2011 wurde die Absicht des ORF-Generaldirektors Alexander Wrabetz bekannt, Pelinka zum 1. Jänner 2012 als seinen neuen Büroleiter zu bestellen. Pelinka legte daher mit Ende 2011 die Freundeskreisleitung und sein Stiftungsratsmandat zurück. Die geplante Bestellung wurde von ÖVP, FPÖ, den Grünen und den ORF-Redakteuren heftig kritisiert. Sie sahen die politische Unabhängigkeit und das Ansehen des ORF gefährdet. Die Redakteure wehrten sich mit einer internen Petition gegen die Bestellung Pelinkas. Außerdem forderten sie ihn in einem offenen Brief auf, seine Bewerbung zurückzuziehen. Dieser Aufforderung kam Pelinka am 19. Jänner nach.

Niko Pelinka, 2013

Er erklärte, durch seinen Rückzug „weitere untergriffige Angriffe gegen [s]ich, [s]eine Familie und [s]ein persönliches Umfeld vermeiden“ zu wollen. Er könne weder sich selbst noch dem ORF eine „wochenlange Weiterführung dieses unwürdigen Theaters zumuten“.

Von März 2012 bis November 2024 war Pelinka zweiter Geschäftsführer der Wiener Werbe- und PR-Holding KTHE I Team Farner Group, die auch Beteiligungen an den Medienfirmen Diego5 und R9 hält. Er ist außerdem Mitgründer der Kaffee-Marke Bieder & Maier und der Digitalisierungskonferenz Darwin’s Circle. Zusammen mit Eveline Steinberger-Kern initiierte er 2015 den Innovation Club.

Pelinka absolvierte bis 2016 das berufsbegleitende Executive MBA Program der Hult International Business School in London.

Seit Oktober 2024 ist Pelinka Direktor der EU AI Champions Initiative, einer Initiative von über 120 europäischen Großunternehmen und AI-Startups zur Stärkung des europäischen AI-Ecosystems. Unter anderem organisierte die Initiative im November 2025 einen Roundtable mit Friedrich Merz und Emmanuel Macron bei dem 18 AI-Projekte mit einem Investitions-Volumen von über einer Milliarde Euro präsentiert wurden.

Rezeption

In der ORF-Satiresendung Wir Staatskünstler wurde Pelinka und sein Einfluss auf die Inhalte des ORF parodiert. Pelinka wurde dabei von Nicholas Ofczarek dargestellt.

Im Jänner 2012 veröffentlichte Elfriede Jelinek den Text Der kleine Niko, in dem sie scharfe Kritik an der Bestellung Pelinkas zum Büroleiter des ORF-Generaldirektors sowie am „Karrieremodell der SPÖ“ übte und das Ende der Sozialdemokratie gekommen sah.

Commons: Niko Pelinka – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ EU AI Champions Initiative
  2. ↑ Hanna Kordik: Niko Pelinka hat einen neuen Job. In: Die Presse. 28. November 2025, abgerufen am 12. Januar 2026.
  3. ↑ Hannah Schwär: Finance Forward: Das Roll-up-Playbook von General Catalyst. In: manager-magazin.de. 18. Februar 2026, abgerufen am 13. Mai 2026.
  4. 1 2 3 Harald Fidler: Niko Pelinka: "Relevanter Player in Deutschland" werden. In: derstandard.at. Abgerufen am 28. November 2023 (österreichisches Deutsch).
  5. 1 2 Nikolaus Pelinka wird Managing Director der Kobza Media. Abgerufen am 28. November 2023.
  6. 1 2 KTHE | Team Farner: Kobza Media Group stellt Außenauftritt neu auf. In: horizont.at. 20. April 2023, abgerufen am 28. November 2023.
  7. 1 2 Elisabeth Horvath: Die Pelinkas. In: Der Österreichische Journalist. Nr. 10+11, 2010, S. 56–59 (journalist.at [abgerufen am 29. Dezember 2011]).
  8. ↑ Donau-Universität Krems: Infofolder Politische Kommunikation (PDF; 1,3 MB; Archivlink)
  9. ↑ ORF: (Noch Nicht)-Büroleiter Pelinka hat keinen Plan B. Die Presse, 2. Jänner 2012. Abgerufen am 14. Jänner 2012.
  10. ↑ ORF: "Riesiger Schaden" durch Causa Pelinka, Kurier, 29. Dezember 2011. Abgerufen am 31. Dezember 2011.
  11. ↑ BMI - NR Wahlen 2006. Abgerufen am 28. November 2023.
  12. ↑ NR Wahlen 2008. Abgerufen am 28. November 2023.
  13. ↑ Niko Pelinka wird Büroleiter von ORF-Chef Wrabetz, Die Presse, 23. Dezember 2011. Abgerufen am 30. Dezember 2011.
  14. ↑ Offener Brief der ORF-Redakteure an Niko Pelinka. Abgerufen am 28. November 2023 (österreichisches Deutsch).
  15. ↑ ORF: Niko Pelinka zieht seine Bewerbung zurück. 19. Januar 2012, abgerufen am 28. November 2023.
  16. ↑ Kaffeemarke Bieder & Maier: Gold bei ADC Annual Awards für KTHE. In: derstandard.at. Abgerufen am 28. November 2023 (österreichisches Deutsch).
  17. ↑ Tech-Größen bei Digi-Konferenz in Wien. In: oe24.at. 28. September 2017, abgerufen am 28. November 2023.
  18. ↑ Österreichische Firmen sollen vom Silicon Valley lernen. In: futurezone.at. 25. November 2015, abgerufen am 28. November 2023.
  19. ↑ Die „EU AI Champions Initiative" will Europas KI-Kräfte entfesseln. In: faz.net. 10. Februar 2025, abgerufen am 12. Januar 2026.
  20. ↑ Digitalgipfel in Berlin: 18 europäische KI-Partnerschaften verkündet. In: stern.de. 18. November 2025, abgerufen am 12. Januar 2026.
  21. ↑ „Wir Staatskünstler“: Kabarett, das Niko P. (nicht) gefällt, Die Presse, 22. November 2011. Abgerufen am 31. Dezember 2011.
  22. ↑ Elfriede Jelinek: Der kleine Niko. In: elfriedejelinek.com. 2012, abgerufen am 18. Juli 2023.
  23. ↑ „Der kleine Niko“ und das Ende der Sozialdemokratie, Der Standard, 2. Jänner 2012. Abgerufen am 7. März 2012.
Personendaten
NAME Pelinka, Niko
ALTERNATIVNAMEN Pelinka, Nikolaus (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Agentur-Manager, Unternehmer und ehemaliger PR-Mann, Lobbyist und Medienfunktionär
GEBURTSDATUM 14. Oktober 1986
GEBURTSORT Wien