Nils Willison

Prof. Nils Willison im akademischen Talar

Nils Willison, geborener Nils Olssen (* 24. August 1880 in Hörby, Schweden; † 20. Dezember 1964), war ein schwedisch-kanadischer Lehrer, Hochschullehrer und lutherischer Geistlicher. Er lehrte am Waterloo College und am Lutherischen College und Seminar in Saskatoon und leitete letzteres von 1936 bis 1949 als Hochschulpräsident.

Biographie

Willison wurde 1880 im schwedischen Hörby als Nils Olssen geboren. Als die Familie 1881 nach Kanada auswanderte, nahm sie den Namen Willison an und ließ sich in Torrance in Muskoka nieder. Nach seinem Highschool-Abschluss an der Gravenhurst High School begann er eine Lehrerausbildung an der Modellschule in Bracebridge. 1903 wurde er zum Schulleiter der West Ward School in Gravenhurst ernannt. 1908 erwarb er einen Abschluss an der Universität Toronto. Von 1908 bis 1911 war er Schulleiter der öffentlichen weiterführenden Schule in Coldwater.

1914 war Willison der erste Absolvent des drei Jahre zuvor gegründeten Evangelical Lutheran Seminary of Canada in Waterloo, Ontario. Noch während seines Studiums hatte er auch als Lehrbeauftragter für Englisch, Latein und Psychologie am noch kleinen Seminar gewirkt. Er wurde durch die Kanada-Synode zum Pfarramt ordiniert und trat seine erste Pfarrstelle an der Pfarrei Unionville an. Ab 1916 war er auch für die Zion Evangelical Lutheran Church in Maple zuständig. Schon 1918 kehrte er ans Seminar in Waterloo zurück und wurde Sekundarschullehrer an dessen Proseminar, der Waterloo College School. Nachdem diese Schule zu einer Hochschule, dem Waterloo College weiterentwickelt worden war, wurde Willison Registrar der Hochschule und Leiter ihres anglistischen Fachbereichs. 1924 verlieh das Carthage College ihm den Ehrendoktorgrad eines Doctor of Letters. Willison setzte seine Studien fort und erwarb 1926 einen Bachelor of Arts an der Queen’s University in Kingston. An der Universität von West-Ontario erlangte er einen Bachelor of Divinity.

1928 trat Willison von seinem Lehrstuhl zurück und nahm den Ruf auf die Pfarrstelle der Trinity Lutheran Church in Hamilton an. Dort blieb er acht Jahre lang. 1936 folgte er einem Ruf als Professor für Praktische Theologie und Präsident des Lutherischen College und Seminars in Saskatoon. 1941 erwarb er einen Master of Sacred Theology am Chicago Lutheran Theological Seminar. Drei Jahre später zeichnete ihn die Universität von West-Ontario mit dem Ehrendoktorgrad eines Doctor of Divinity aus. Unter seiner Leitung konnte das LCS expandieren und wurde 1943 schuldenfrei. Dieses Amt hatte er bis 1949 inne, als er wiederum in den Gemeindedienst zurückkehrte und Pfarrer der Pfarrei Owen Sound-Wiarton wurde.

Willison hatte zahlreiche kirchliche Ämter inne. 1940 wurde er zum Vorsitzenden der Kanadischen Lutherischen Kommission für den Kriegsdienst ernannt, die die Militärseelsorge während des Zweiten Weltkriegs koordinierte. Er war großer Verfechter der Bemühungen, die verschiedenen lutherischen Kirchen in Kanada zu einer einzigen kanadischen lutherischen Kirche zu einen und Vorsitzender des Gründungskomitees des Canadian Lutheran Council. Er war Delegierter zu acht Versammlungen der Vereinigten Lutherischen Kirche in Amerika (ULCA), sowie 1929 zum Lutherischen Weltkonvent in Kopenhagen und 1947 zur Gründungsversammlung des Lutherischen Weltbunds in Lund. Siebzehn Jahre lang war er Redakteur für The Canada Lutheran, die Kirchenzeitung der Kanada-Synode, und lange Zeit auch für The Lutheran, die Zeitung der ULCA.

Willison heiratete 1904 Margaret E. White, mit der er fünf Kinder hatte. Er starb am 20. Dezember 1964 und wurde nach einem Gottesdienst in der St. Mark’s Lutheran Church in Kitchener auf dem Friedhof seines Heimatortes Torrance begraben. Die Willison Hall an der WLU trägt seinen Namen.

Einzelnachweise

  1. ↑ N. Willison: Seminary Faculty in First Years was very Small. In: The College Cord. Band 1, Nr. 6. Waterloo, Ont. 2. Dezember 1926, S. 5 (englisch, wlu.ca [PDF]).
  2. 1 2 3 4 5 6 Nils Willison Fonds. In: wlu.ca. Wilfrid Laurier University, abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
  3. ↑ A History of Zion Evangelical Lutheran Church. In: zionmaple.ca. Zion Ev. Luth. Church, 2006, abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
  4. ↑ Awards and Honors. In: carthage.edu. Carthage College, abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
  5. 1 2 Deaths. In: Almuni Association of Queens University (Hrsg.): The Queens Review. Kingston, Ont. Februar 1965, S. 21 (englisch, archive.org).
  6. ↑ Honorary Degree Recipients. In: uwo.ca. Universität von West-Ontario, abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
  7. ↑ Conrad Kleiner (Hrsg.): Festschrift zur Feier des Goldenen Jubiläums der evangelisch-lutherischen Synode von Manitoba und anderen Provinzen. Saskatoon, Sask. 1947, S. 15, 86 (archive.org).
  8. ↑ Karen Kuhnert: 2SLGBTQIA+- Sexuality in Changing Canadian Lutheran Contexts and Identities. In: Consensus. Band 43, Nr. 2, 25. Juli 2022, doi:10.51644/IIZK7015 (englisch).
  9. ↑ Canadian Lutheran Council does not organize. In: The Lutheran. Band 29, Nr. 31. United Lutheran Publishing House, Philadelphia, Penn. 30. April 1947, S. 6 (englisch, archive.org).
  10. 1 2 Carl Raymond Cronmiller: A History of the Lutheran Church in Canada. Hrsg.: Evangelisch-Lutherische Synode von Kanada. Toronto 1961, S. 216 f. (englisch, archive.org).
VorgängerAmtNachfolger
Werner MagnusPräsident des
Lutherischen College und Seminars

1936–1949
Earl Treusch
Personendaten
NAME Willison, Nils
ALTERNATIVNAMEN Olssen, Nils (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG schwedisch-kanadischer Lehrer, Hochschullehrer und lutherischer Geistlicher
GEBURTSDATUM 24. August 1880
GEBURTSORT Hörby, Schweden
STERBEDATUM 20. Dezember 1964