Nina Paulsen

Nina Paulsen (* 17. September 1950 im Dorf Berjosowka, Altai, Sowjetunion) ist eine russlanddeutsche Journalistin, Publizistin und Literaturkritikerin. Sie schreibt zur Integration, Kultur- und Literaturgeschichte der Russlanddeutschen.

Leben

Nach dem Abschluss der Mittelschule (1958–1968) studierte Nina Paulsen an der Pädagogischen Hochschule in Nowosibirsk, Abteilung Deutsch und Englisch. Im Anschluss war sie vier Jahre lang als Deutschlehrerin an einer Dorfschule im Gebiet Nowosibirsk tätig.

Ab 1977 arbeitete sie bei der Redaktion der deutschsprachigen Zeitung Rote Fahne (später Zeitung für Dich) in Slawgorod, Altai. Bereits in Slawgorod engagierte sie sich als Herausgeberin bedeutender Werke zur russlanddeutschen Identität. Sie veröffentlichte 1995 in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Verband der Deutschen Kultur (Moskau) die Broschüre Russlanddeutsche Literatur: Etappen der Entwicklung (in russischer Sprache). Sie war Mitautorin des zweibändigen Lesebuches zur russlanddeutschen Literatur: Zwischen Kirgisen-Michel und Wolga, Wiege unserer Hoffnung (Slawgorod, 1998). Außerdem war sie Herausgeberin eines Erinnerungsbandes über Victor Klein: Meine Muse blickt mit offenen Augen ins Leben... Zeitgenossen über Victor Klein. Leben und Werk (Slawgorod, 2000).

Im Jahr 2000 reiste sie nach Deutschland aus und ließ sich zunächst in Grafenwöhr (Bayern) nieder, 2001 erfolgte der Umzug nach Altenkirchen (Rheinland-Pfalz). Ab April 2001 war sie Redakteurin der deutschen Beilage der russischsprachigen Aussiedlerzeitung Ost-Express (Wostotschny express) in Altenkirchen. Danach versuchte sie, eine eigene deutschsprachige Zeitung (DIALOG plus) aufzubauen. In den Jahren 2002–2022 war sie feste Mitarbeiterin der landsmannschaftlichen Zeitschrift "Volk auf dem Weg" mit zahlreichen Veröffentlichungen zur Geschichte und Kultur (Literatur, Kunst, Musik, Brauchtum) der Russlanddeutschen in Publikationen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und anderen Publikationen.

Ihr jahrzehntelanges journalistisches und publizistisches Engagement in besonderem Maße um die Kultur, Geschichte und Literatur der Deutschen aus Russland wurde 2022 mit der Ehrengabe zum Kulturpreis des Bundes der Vertriebenen (Landesverband Bayern), und 2024 mit der Ehrengabe des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg (für den Bereich Literatur: Belletristik, Sachbuch, Journalismus und Publizistik) gewürdigt. Nina Paulsen ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie lebt in Nürnberg, Bayern.

Werke (Auswahl)

Aufsätze, Abhandlungen, Interviews (Auswahl)

Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Beiträge von und über Nina Paulsen. Bayerisches Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR), abgerufen am 22. Mai 2024.
  2. ↑ LmDR: Russlanddeutscher Kulturpreis 2024: Ehrengabe an Nina Paulsen