Norman Miller

Norman Miller ist ein US-amerikanischer Sozialpsychologe und emeritierter Professor an der University of Southern California.

Leben

Er erwarb einen B.A. am Antioch College in Yellow Springs. Danach studierte er an der Northwestern University in Chicago und bekam dort einen M.Sci. 1959 promovierte er an der Northwestern University.

Beruflich war er an der University of Minnesota, der University of California, Riverside und der Yale University tätig. Seit 1970 ist er Professor am Fachbereich Psychologie der University of Southern California (USC). Seit 1974 hat er eine USC-Stiftungsprofessur inne, die Mendel-B.-Silberberg-Professur für Sozialpsychologie. Seit 2011 ist er Emeritus für Sozialpsychologie auf der Mendel B. Silberberg Professur.

Werk

Er forschte als Sozialpsychologe vor allem zu Intergruppenbeziehungen, daneben publizierte er zu den Themen Aggression, Konflikt und Frieden, ebenso zu Einstellungen und Überzeugungen.

Ein spezielles seiner Themen waren Ausgelöste verdrängte Aggressionen (engl. Triggered Displaced Aggression (TDA)). Damit ist die Schädigung einer unschuldigen Person anstatt derjenigen, der die Vergeltungsaggression ausgelöst hat, gemeint. Diese TDA ist sowohl von praktischem als auch von theoretischem Interesse, da eine anfängliche, mäßig starke Provokation in Wechselwirkung mit einem nachfolgenden, scheinbar harmlosen Auslöser zu einer Eskalation der Vergeltungsaggression führt. Zusätzlich wurde von ihm ein Persönlichkeitsmaß entwickelt, das die Neigung von Individuen zur Aggressionsverlagerung erfasst. Personen mit hohen Werten im Fragebogen zur verlagerten Aggression neigen eher zu häuslicher Gewalt, Alkoholmissbrauch und Aggressionen im Straßenverkehr, sie werden auch häufiger verhaftet. Daneben hat er zu dem Schwarze-Schaf- und Teufelsschutzeffekt (engl. Black Sheep and Devil Protection Effect) gearbeitet. Dieser bedeutet, dass Mitglieder der Eigengruppe ein abweichendes Mitglied oft stärker schützen, aber gleichzeitig eine besonders harte Behandlung eines Abweichlers aus der Fremdgruppe befürworten. Dabei stellten sich zwei Aspekte als besonders bedeutsam heraus: (1) der Grad der Öffentlichkeit einer abweichenden Handlung und (2) das spezifische Publikum, dem diese öffentlich bekannt wird. Die Zusammensetzung des Publikums, das bei der Bewertung des abweichenden Akteurs durch die Gruppenmitglieder anwesend ist, sagt voraus, welcher Prozess – „Schwarzes Schaf“ (also Ausgrenzung/Bestrafung des abweichenden Gruppenmitglieds) oder Teufelsschutz (d. h. Schutz des abweichenden Akteurs vor harten Konsequenzen) – eintritt. Ein drittes von ihm verfolgtes Thema bezog sich auf Komplementäre Projektion (engl. Complementary Projection). Diese bezeichnet die Zuschreibung negativer Eigenschaften oder Handlungen an andere, die, wären sie tatsächlich charakteristisch für diese anderen, die eigenen negativen Eigenschaften oder Verhaltensweisen rechtfertigen würden. Wenn jemand also von Natur aus eine feindselige, aggressive Person ist, kann er seine Sicht auf andere verzerren und diese (fälschlicherweise) als übermäßig herrisch wahrnehmen. Und wären diese tatsächlich so herrisch, wie die Fehlwahrnehmung vermuten lässt, wäre man gemäß dem Prinzip „Wie du mir, so ich dir“ berechtigt, sich ihnen gegenüber auch feindselig und aggressiv zu verhalten. Angewendet auf intergruppale Kontexte erklärt die komplementäre Projektion, wie eine Persönlichkeitseigenschaft dazu führen kann, dass Angehörigen anderer Gruppen ein spezifisches negatives Stereotyp zugeschrieben wird.

Ehrungen/Positionen

Publikationen (Auswahl)

Monografien
Herausgeberschaften
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge

Einzelnachweise

  1. ↑ Norman Miller auf Social Psychology Network vom 26. November 1999, abgerufen am 21. Februar 2026.
  2. ↑ Norman Miller auf University of Southern California, College of Letters, Arts and Sciences, abgerufen am 22. Februar 2026.
Personendaten
NAME Miller, Norman
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Sozialpsychologe
GEBURTSDATUM 20. Jahrhundert