Obernichel

Nichel und Obernichel auf dem Messtischblatt 3841 von 1942

Obernichel war eine wüst gefallene Siedlung in der Feldmark südöstlich von Nichel. Die Fläche befindet sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Lage

Auf die frühere Dorfstelle weisen die Flurnamen Kirchhofstücke sowie Obernichel hin; zudem wurden dort frühdeutsche Scherbenfunde nachgewiesen. Sie lagen rund einen Kilometer südöstlich des Dorfzentrums von Nichel zwischen zwei Verbindungswegen, von denen der östliche in der Neuzeit als Landstraße 86 nach Treuenbrietzen führt.

Geschichte

Der Ort wurde 1375 im Landbuch Karls IV. als Niebel superior, Nychil superior beziehungsweise Nichel superior erwähnt. Bereits kurz nach 1375 fiel das Dorf wüst, was 1433 ausdrücklich bezeugt wurde, indem die Siedlung als des wusten dorffs czu uber Nichil und 1437 als auff der veltmargke czur obernycheln bezeichnet wurde.

Vor 1375 bis nach 1494 gehörte Obernichel den von Lindow zu Treuenbrietzen, möglicherweise bereits zuvor. Von 1577 bis 1680 war der Besitz den von Flanß zu Wittbrietzen zugeordnet. Ab 1680 gehörte das Gebiet zum Amt Saarmund und kam 1826 an das Amt Potsdam, dem es über Obergericht und Wagendienst beziehungsweise über Ober- und Untergericht bis 1872 angehörte. Im Jahr 1375 bestanden vier freie Hufen sowie 21½ Hufen, die 1577 von den Bauern aus (Nieder-)Nichel bewirtschaftet wurden.

Im Jahr 1375 wurden insgesamt 22 Hufen gezählt, davon besaß der Pfarrer eine Hufe, der Schulze drei Hufen sowie eine Zinshufe; außerdem bestanden acht Kossätenstellen, ein Krug war nicht vorhanden. Die Mühle wurde jedoch noch 1419, 1421 und 1472 genannt. Im Jahr 1541 erhielt der Pfarrer von 21 Hufen Abgaben, von jeder Hufe drei Scheffel Roggen und zwei Scheffel Hafer sowie den Zehnten von den wüsten Hufen. Im Jahr 1577 gehörten vier freie Hufen den von Flanß, während 21½ Hufen weiterhin von den Bauern aus (Nieder-)Nichel betrieben wurden. 1655 bewirtschafteten die von Oppen seit undenklichen Zeiten sechs Bauerhufen auf der wüsten Feldmark Obernichel. Danach ging die Feldmark in der Feldmark von Nichel auf und wurde nicht wieder besiedelt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 297)
  2. ↑ Ungefähre Lage von Obernichel, Brandenburgviewer, abgerufen am 25. April 2026.

Koordinaten: 52° 6′ N, 12° 49′ O