Oberstenweiler Gemeinde Salem | |
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| Koordinaten: | 47° 45′ N, 9° 21′ O |
| Höhe: | 555 (–599) m ü. NHN |
| Fläche: | 3,24 km² |
| Einwohner: | 355 (31. Dez. 2024) |
| Bevölkerungsdichte: | 110 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1973 |
| Eingemeindet nach: | Salem |
| Postleitzahl: | 88682 |
| Vorwahl: | 07544 |
Luftbild von Oberstenweiler (1984) | |
Oberstenweiler ist ein Ortsteil der Gemeinde Salem im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.
Oberstenweiler liegt in der Bodenseeregion im Linzgau, zwei Kilometer östlich von Leutkirch. Vom Dorf aus hat man bei gutem Wetter Fernblick auf den Bodensee und die Alpen.
Oberstenweiler liegt auf Sedimenten der Tettnang-Subformation in hügeliger, grünlandreicher Landschaft aus der Würm-Kaltzeit auf einer Rodungsinsel. Das Dorf liegt auf einem Ausläufer des Gehrenbergs. Von den beiden Geländehöckern Neubühl (579 m ü. NHN) und Bergle (599 m ü. NHN) aus gesehen liegt das Dorf am steilen Südabfall in das Salemertal. Der Klotzenbach fließt am Ostrand des Ortes hinunter und vereinigt sich mit dem Tobelbach, der vom Westrand des Ortes kommt, zum Wespach.
Zur Gemarkung gehören das Dorf Oberstenweiler und der Weiler Rimpertsweiler.
Oberstenweiler wurde im 8./9. Jahrhundert besiedelt. Es gehört zu den Ausbauorten der alemannischen Landnahme unter fränkischer Herrschaft.
Der Ort Oberstenweiler wurde 1220 erstmals als „Obeestenwilare“ urkundlich erwähnt. Die Grundherrschaft war hier im Mittelalter uneinheitlich. Verschiedene Herrschaften hatten Besitzrechte an den Lehnshöfen: Grafschaft Heiligenberg, die auch die Ortsherrschaft innehatten, Kloster Salem, der Hochstift Konstanz, Spital Konstanz und Kloster Weingarten. Im Jahr 1637 erwarb die Reichsabtei Salem sowohl die Ortsherrschaft als auch die Hochgerichtsbarkeit von den Grafen von Heiligenberg.
Das Hofgut Rimpertsweiler wird 1211 als „Ripretswilare“ erstmals erwähnt.
Nach der Enteignung des Klosters Salem im Zuge der Säkularisation 1803 gehört der Ort zum standesherrlichen badischen Oberamt, ab 1813 zum großherzoglichen badischen Bezirksamt Salem im Seekreis, ab 1857 zum Bezirksamt Überlingen im Großherzogtum Baden.
Im Jahr 1834 wurden die bäuerlichen Feudallasten abgelöst.
Im Jahr 1925 wurde Rimpertsweiler mit eigener Gemarkung aus der damaligen Gemeinde Wittenhofen herausgelöst und der Gemeinde Oberstenweiler zugeordnet.
Bis 1972 war Oberstenweiler selbständige Gemeinde im Landkreis Überlingen. Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg schloss sich Oberstenweiler 1973 der Gemeinde Salem an.

Die Zahl der Einwohner in Oberstenweiler hat sich seit den 1970er Jahren (170) bis 2024 (355) verdoppelt. Davor hatte sie sich über 120 Jahre kaum verändert.
Die Bevölkerung war bis zur Aufhebung der Klosterherrschaft 1803 katholisch. Dies ändert sich im 19. Jahrhundert nur minimal. In den 1950er Jahren ist ein deutlicher Anstieg der evangelischen Bevölkerung auf rund 20 % zu verzeichnen.
Oberstenweiler und Rimpertsweiler gehören zur ehemaligen katholischen Pfarrei Leutkirch (Neufrach). Die Antoniuskapelle, Ende des 17. Jahrhunderts erbaut, ist 1965 nach Einsturz abgebrochen worden.
Der Gemeinderat von Salem wurde von 1972 bis 2008 in einer unechten Teilortswahl gewählt. Das System garantierte jedem Ortsteil eine bestimmte Anzahl von Sitzen. In der Gemeinde Salem gibt es für jeden Ortsteil einen Ortsreferenten. Der letzte Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Oberstenweiler war Albert Maier (1957–1972).

Im Jahr 1991 wurde ein neuer Spielplatz angelegt, 1994 die Hungerbrücke Richtung Leutkirch saniert und 1995 ein Feuerwehrgerätehaus erstellt. Dieses wurde 2010 zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Die Außenanlage wurde als Dorfplatz umgestaltet und im Sommer 2012 eingeweiht.
Oberstenweiler liegt an der Straße von Mittelstenweiler nach Grünwangen und ist über die Antonius-Straße von Leutkirch her erreichbar.

Das Dorfbild ist noch immer landwirtschaftlich geprägt. Die Familie Fuchs betrieb seit Anfang des 19. Jahrhunderts ein Gasthaus mit dem Namen "Zum Sternen".
Das Hofgut Rimpertsweiler betreibt einen Hofladen mit biologischen Produkten und ein Café. Auf der ehemaligen Gemarkung von Rimpertsweiler wurde 1965 auf dem Gelände ein Therapiezentrum für Suchtkranke errichtet, zunächst unter dem Namen „Kurheim Henneberg“. 1971 übernahm die Kulturtherapeutische Gemeinschaft GmbH die Einrichtung und benannte sie in „Akademie für Kunst und Therapie“ um. Heute trägt sie den Namen „Sieben Zwerge – Fachklinik für Drogenkrankheiten“.

Unter Denkmalschutz stehen in Oberstenweiler zwei Bauernhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, ein Laufbrunnen und das ehemalige Torkelgebäude. Von den zwölf im Jahr 2019 erfassten Kleindenkmalen sind sieben religiöser Natur, Wegkreuze oder Bildstöcke. Das große Weinfass, das unmittelbar beim Torkel steht, wurde zur Erinnerung an „Badens schönsten Feier 1906“ errichtet. Vermutlich war die Goldene Hochzeit des Großherzogs gemeint.
Schulisch war der Ort vermutlich seit 1787 mit Leutkirch verbunden. Dieser Schulverband wurde 1909 aufgelöst; anschließend erhielt Mittelstenweiler ein eigenes Volksschulgebäude für den neuen Schulverband Mittelstenweiler-Oberstenweiler-Rimpertsweiler.
Der Narrenverein Trubepflegler Zunft e. V. Oberstenweiler gehört zur Narrenvereinigung Hegau-Bodensee Landschaft Linzgau. Gegründet wurde er im Jahr 1970. Neben dem alle zwei Jahre stattfindenden gemeinschaftlichen Umzug der Salemer Narrenzünfte wird an zahlreichen auswärtigen Veranstaltungen teilgenommen.