| Obi-Ratte | ||||||||||||
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Obi-Ratte (Rattus ombirah) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Rattus ombirah | ||||||||||||
| Fabre, Miguez, Holden, Fitriana, Semiadi, Musser, & Helgen, 2023 |
Die Obi-Ratte (Rattus ombirah) ist eine auf der indonesischen Insel Obira oder Obi in der Seramsee, einer Insel der Molukken, endemisches Nagetier in der Gattung der Ratten.

Da für die Erstbeschreibung nur zwei juvenile Exemplare zur Verfügung standen, stützt sie sich überwiegend auf Merkmale des Schädelbaus wie ein verkleinertes Jochbein und ein kurzes und schmales Rostrum sowie auf die Struktur der Kauflächen der Molaren.
Die Obi-Ratte ist, verglichen mit den beiden anderen Arten des Rattus-morotaiensis-Artkomplexes, der Molukken-Greifschwanzratte (Rattus morotaiensis) und Rattus halmaheraensis, deutlich kleiner.
Sie hat einen ungewöhnlich langen, dunklen und schuppigen Schwanz von etwa 130 % der Kopf-Rumpf-Länge. Die Schwanzschuppen sind deutlich kleiner als bei juvenilen Tieren der Schwesterart Rattus halmaheraensis. Außerdem ist die Schwanzspitze stärker behaart, ohne wie bei Rattus feileri einen Pinsel zu bilden.
Das Unterhaar des Rückens ist weich und hellbraun bis grau, das Deckhaar zweifarbig mit weißlich grauer Basis und goldbraunen Spitzen. Einzelne Deckhaare sind verdickt und elfenbeinfarben. Zum Bauch hin werden die Haare heller, weißlich oder gelblich braun. Die Wangen sind gräulich und der Bauch sowie die Unterseiten der Beine weißlich grau, mit vereinzelten gelblichen oder goldbraunen Haaren. Der Holotypus hat, im Unterschied zum Paratypus, einen weißen Fleck auf dem Bauch.

Die Obi-Ratte ist ein Endemit von Obira oder Obi, der zu den indonesischen Molukken gehörenden Hauptinsel der Obi-Inseln, zwischen Sulawesi und Neuguinea in der Seramsee. Die Art wurde nur am Fundort der Typusexemplare nachgewiesen, obwohl in anderen Bereichen der Insel wiederholt zoologische Untersuchungen stattgefunden haben.
Auf der Insel lebt ein weiterer Endemit der Rattus-Gruppe, Halmaheramys wallacei.
Die Gattung Rattus gehört mit einer Reihe weiterer Gattungen innerhalb der Unterfamilie Altweltmäuse (Murinae) der Rattus-Gruppe an. Allerdings ist die Rattus-Gruppe polyphyletisch und von vielen Arten liegt nur wenig Vergleichsmaterial vor. Zukünftige Untersuchungen werden auf den Status von Gattungen und Arten Einfluss haben.
Mit der Molukken-Greifschwanzratte (Rattus morotaiensis) und Rattus halmaheraensis gehört die Obi-Ratte innerhalb der Gattung Rattus zum Rattus-morotaiensis-Artkomplex. Phylogenetischen und morphologischen Merkmalen zufolge bildet die Obi-Ratte eine eigene Abstammungslinie mit Rattus halmaheraensis als Schwesterart.
Rattus obiensis wurde 2023 von einer Gruppe Mammalogen um Pierre-Henri Fabre beschrieben.
Das in der Erstbeschreibung vergebene Artepithet obiensis, abgeleitet vom Namen der Insel Obi, war bereits durch die 1941 von Jacob Victor Sody beschriebene R. rattus obiensis, einer vermeintlichen Unterart der Hausratte, belegt. Daher wurde die Obi-Ratte 2024 umbenannt. Auch der neue Artzusatz ombirah geht auf Obira zurück, einen alternativen Namen der Insel.
Der Holotypus und ein Paratypus befinden sich als bislang einzige Exemplare in der Sammlung des indonesischen Museum Zoologicum Bogoriense in Cibinong, Jawa Barat. Beide sind juvenile Weibchen, die am 27. und 28. November 2013 von Pierre-Henri Fabre gesammelt wurden.
Die Terra typica liegt im Südwesten der Insel Obi auf einem Grat des Gunung Sere in 970 Meter Höhe, oberhalb der Dörfer Tapaya und Wayaloar. Der Fundort befindet sich in einem menschlichem Einfluss unterliegenden Sekundärwald, der sich auf dem Gebiet eines um 1990 abgeholzten Primärwalds befindet.
Die Obi-Ratte ist als Endemit einer Insel in besonderem Maß von der Zerstörung ihres Habitats bedroht. Die Gefährdung wird dadurch verstärkt, dass die Art bislang trotz mehrerer mammalogischer Felduntersuchungen nur an einem Ort der Insel nachgewiesen werden konnte.
Konkrete Bedrohungen waren und sind der Holzeinschlag, durch den nur noch wenige Primärwald erhalten geblieben ist, und die Störung der nachgewachsenen Sekundärwälder durch die Jagd und andere menschliche Aktivitäten. Durch den Abbau von Nickel drohen weitere massive Landschaftsveränderungen.
Im Vergleich zu anderen Inseln der Molukken haben invasive Arten wie die Hausratte (Rattus rattus) und die Pazifische Ratte (Rattus exulans) auf Obi eine eher geringe Bedeutung. Beide sind weitgehend auf Siedlungen und ihre Umgebung beschränkt.