| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| N31.8 | Sonstige neuromuskuläre Dysfunktion der Harnblase |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Das Urofaciale Syndrom (Ochoa-Syndrom) ist eine seltene angeborene Erkrankung mit einer Kombination von Blasenentleerungsstörung, unterem Harnwegsinfekt und einem charakteristischen Gesichtsausdruck. Beim Lachen wird das Gesicht wie zum Weinen verzogen, sogenannte inverse (umgedrehte) Mimik.
Angenommen wird eine komplexe, allerdings bislang nicht nachgewiesene zentralnervöse Störung mit betroffenem analen Schließmuskel und verborgener („okkulter“) neurogener Blase.
Synonyme sind: Hydronephrose – charakteristischer Gesichtsausdruck; Invertiertes Lächeln – okkulte neuropathische Blase; Partielle Gesichtslähmung mit Anomalie der Harnwege
Die Erstbeschreibung stammt aus dem Jahre 1987 durch den kolumbianischen Kinderchirurgen Bernardo Ochoa, Robert J. Gorlin und Mitarbeiter.
Die Bezeichnung wurde im Jahre 1979 durch B. R. Elejalde vorgeschlagen.
Die Häufigkeit ist nicht bekannt, bislang wurde über mehr als 100 Betroffene berichtet. Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv.
Je nach zugrunde liegender Mutation können folgende Typen unterschieden werden:
Klinische Kriterien sind:
Die Verdachtsdiagnose ergibt sich aus dem auffälligen Gesichtsausdruck beim Säugling. Die Funktionsstörung der Harnblase kann mittels Sonographie, MCU und Urodynamik erfolgen.
Abzugrenzen sind: andere Ursachen einer Megazystis oder Hydronephrose
Die Behandlung erfolgt symptombezogen, eventuell mit wiederholtem Blasenkatheter.