Oggau liegt zwischen dem Ruster Hügelland und dem Neusiedler See, der mit 115 Meter über der Adria der tiefste Punkt der Gemeinde ist. Die höchste Erhebung ist der Seeberg mit 211 Meter Seehöhe.
Später unter den Römern lag das heutige Oggau dann in der Provinz Pannonia. Bei Ausgrabungen wurden Trinkschalen mit Rotweinresten aus der Römerzeit gefunden. Aufgrund dieses Fundes ist Oggau die „älteste Rotweingemeinde Österreichs“.
Der Ortsname ist zum ersten Mal 1344 als villa Zaka bezeugt. Diese Form stammt aus dem altungarischen Personennamen Sac. Die Siedlung ist also nach ihrem ersten Besitzer benannt.
Im Deutschen wurde der anlautende Zischlaut /s/ des nicht weiter verständlichen Namens mit der mhd., bei Ortsbestimmungen überaus häufigen Präposition ze („zu; in“) identifiziert; wenn man die vermeintliche Präposition wegließ, blieb als Ortsname nur noch das heutige Oggau übrig. Diese eingedeutschte Form wiederum wurde bald ins Ungarische zurückentlehnt und ist seit 1393 als Oka bezeugt.
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach bitteren Verhandlungen ein Teil Ungarns in den Vertrag von Trianon 1920 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
Zwischen Oktober 1944 und April 1945 wurden im Steinbruch ungarische Juden als Zwangsarbeiter eingesetzt.
Marktgemeinde ist Oggau am Neusiedler See seit 1994 (durch VO 16).
Bevölkerungsentwicklung
Oggau am Neusiedler See: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Pfarrkirche Oggau: Die barocke Pfarrkirche wurde von 1727 bis 1731 erbaut und besitzt einen Schrein aus dem Rokoko. Der Pfarrhof wurde 1795 errichtet. In Oggau befinden sich zwei Pestsäulen (errichtet 1695 und 1713).
Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der Hölzlstein, ein rund 10 mal 20 Meter großer Kalkstein, der etwas außerhalb der Ortschaft liegt. Dabei handelt es sich um einen Überrest aus der Zeit, als die Gegend noch unter dem Meeresspiegel lag. Einer Sage nach bewohnten einst Hexen den Hölzlstein.
Jedes Jahr Ende August wird ein Kirtagbaum aufgestellt. Dies wird von Generation zu Generation weitergegeben. Anlass dafür ist die Musterung. Alle zukünftigen Soldaten bzw. Zivildiener stellen diesen Baum gemeinsam auf.
Wirtschaft
Flächennutzung
Von der Gemeindefläche entfallen zwei Drittel auf den Neusiedler See, ein knappes Viertel wird landwirtschaftlich genutzt, rund vier Prozent sind Weingärten. In diesen werden gleichermaßen Weiß- und Rotweine angebaut. Die wichtigsten Weißweinsorten sind Grüner Veltliner, Welschriesling, Weissburgunder, Müller-Thurgau und Neuburger, bei den Rotweinen überwiegt der Blaufränkische.
Berufspendler
Im Jahr 2011 lebten 856 Erwerbstätige in Oggau. Davon arbeiteten 167 im Ort und 689 pendelten zur Arbeit aus. Von der Umgebung pendelten 34 Personen zur Arbeit nach Oggau.
Blasonierung: „In Blau ein silberner, zweitürmiger, gezinnter Torbau mit geöffnetem Rundbogentor, aufgezogenem goldenen Fallgitter, Kegeldächern und je einem geöffneten Rundbogenfenster an den Türmen. Aus dem linken Obereck bricht eine goldene Sonne hervor.“
Die Ortsfarben sind den Tinkturen des Wappens entsprechend Silber- (Weiß-) Blau.
Persönlichkeiten
Matthias Weißenbeck (1673–1743) – Tuchhändler und Ratsherr in Wien, der gebürtige Oggauer finanzierte den Bau der Oggauer Kirche
Josef Mayrhofer (1810–1897) – Priester und Theologieprofessor am Bischofssitz in Győr, Wohltäter der Pfarre Oggau
Johann Surányi 1835–1903 – Mitglied des Raaber Domkapitels (Kanonikus), 1897–1902 Rektor der theologischen Hochschule in Győr
Elias Wimmer (1889–1949) – Politiker, Bürgermeister von Oggau
Josef Lentsch (1909–1988) – in Oggau geborener Politiker, Landeshauptmann des Burgenlands
Franz Heigl (1925–2002) – Direktor der Volksschule Oggau, Spieler und langjähriger Obmann des UFC Oggau, Ahnen- und Heimatforscher