| Ogosta-Stausee | |||
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| Lage | Oblast Montana (Bulgarien) | ||
| Zuflüsse | Ogosta, Bŭrziya, Zlatitsa, Turya bara, Barata | ||
| Abfluss | Ogosta → Donau | ||
| Größere Städte am Ufer | Montana | ||
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| Koordinaten | 43° 22′ 31″ N, 23° 10′ 56″ O | ||
| Daten zum Bauwerk | |||
| Sperrentyp | Erdschüttdamm | ||
| Bauzeit | 1966–1986 | ||
| Höhe des Absperrbauwerks | 61 m | ||
| Höhe über Talsohle | 135 m | ||
| Höhe über Gewässersohle | 186 m | ||
| Höhe der Bauwerkskrone | 195 m | ||
| Kronenlänge | ca. 970 m | ||
| Kronenbreite | ca. 50 m | ||
| Daten zum Stausee | |||
| Höhenlage (bei Stauziel) | 186 m | ||
| Wasseroberfläche | 23,6 km² | ||
| Stauseelänge | 6,26 km | ||
| Stauseebreite | ca. 2,6 km | ||
| Speicherraum | 384 – 510 Mio. m³ | ||
| Einzugsgebiet | 948 km² | ||
Der Ogosta-Stausee (bulgarisch: Язовир Огоста), ist der zweitgrößte See und Stausee Bulgariens nach dem Iskar-Stausee. Der Name kommt von dem gleichnamigen Fluss, der aufgestaut wurde. Nach der Cambridge Ancient History (CAH) soll sich der Name Ogosta vom lateinischen Augusta ableiten.
Das Reservoir befindet sich im Nordwesten Bulgariens in der Oblast Montana. Am Ende des Stausees im Osten, ungefähr 400 m von der Staumauer entfernt, liegt die Stadt Montana (bulgarisch: Монтана). Deswegen wird der Stausee in manchen Quellen als Michajlovgrad-Stausee (bulgarisch: Резервоа Михайловград ) bezeichnet, nach einem alten Namen der Stadt Montana. Umgeben ist der Stausee von den Dörfern Blagovo (bulgarisch: Благово) im Osten, Borowtsi (bulgarisch: Боровци) im Süden und Gorno Tscherowene (bulgarisch: Горно Церовене) im Nordwesten. Die Hauptstadt Sofia befindet sich 109 km entfernt im Süden.
Der Stausee wird von seinem Hauptfluss, der Ogosta gespeist, die im Schnitt 25,4 m³ Wasser pro Sekunde führt. Weitere Bäche als Zuflüsse sind die Bŭrziya (bulgarisch: Бързия), die Zlatitsa (bulgarisch: Златица), die Turya bara (bulgarisch: Туря бара) und die Barata (bulgarisch: Барата), die alle von Süden in den See münden. Der Abfluss ist vor Montana, hier fließt die Ogosta Richtung Norden zur Donau hin. Das Einzugsgebiet des Sees beträgt 948 km².
Das Ogosta-Reservoir ist mit einer Fläche von fast 24 km² der zweitgrößte See und Stausee Bulgariens. Bei maximaler Füllung beträgt die Oberfläche 26,3 km². Gebaut wurde er für ein Volumen von 510 Millionen m³, wegen statischer Probleme liegt die maximale Füllmenge seit 1986 bei 400 Millionen m³. Nach einer erneuten technischen Überprüfung vom 15. April 2026 ist nur noch eine Füllhöhe von maximal 193 m erlaubt. Dies entspricht dem Volumen, das bereits 1986 festgelegt wurde. Die durchschnittliche Füllmenge liegt seit den letzten Jahren (bis 2026) bei ca. 384 Millionen m³. Die größte Wassertiefe wird mit 56–61 m angegeben. Die Staumauer liegt auf einer Höhe von 186 m, andere Quellen geben 203 m über NN an.
Die Staumauer ist fast einen Kilometer lang und oben ca. 50 Meter breit und befahrbar. Sie besteht aus einem Erdschüttdamm, der einen Lehmkern enthält. Wegen der Gefahr der Instabilität ist die Straße auf dem Damm aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Schon das Wasser der Ogosta ist stark mit Nitrat verschmutzt, so dass die Qualität des Seewassers darunter leidet. Baden im See ist jedoch möglich und laut den bulgarischen Behörden unbedenklich.
1999 wurde der Ogosta-Stausee für die allgemeine Fischerei freigegeben. Im See befinden sich zahlreiche Fischarten, u. a. Karpfen (Cyprinus carpio), Giebel (Carassius gibelio), Rotfedern (Scardinius erythrophthalmus), Brachsen (Abramis brama), Flussbarsche (Perca fluviatilis), Nasen (Chondrostoma nasus), Flussbarben (Barbus barbus), Flusswelse (Silurus glanis), Hechte (Esox lucius) und Mairenken (Alburnus chalcoides). Daneben hat sich noch die Zebra-Muschel (auch: Wandermuschel) (Dreissena polymorpha) im See ausgebreitet, deren starke Vermehrung zu Störungen im Ökosystem des Sees führte. Seit 2013 werden vermehrt Rädertierchen, mikroskopisch kleines Zooplankton, vor allem von Trichocerca crassus und Trichocerca emarginata, gefunden. Trichocerca crassus stammt ursprünglich aus Afrika und ist ein Zeichen für die allmähliche Erwärmung des Stausees. Insgesamt sind 44 verschiedene Zooplanktonarten zu finden.
Zwei hintereinander liegende Wasserkraftwerke, die Werke Ogosta (ВЕЦ „Огоста“) und Koscharnik (ВЕЦ „Кошарник“), erzeugen elektrische Energie. Das Kraftwerk Ogosta erzeugt mit zwei Francis-Turbinen bis zu 5 MW (43,8 GWh/Jahr). Wegen wechselhaftem Wasserstand und Betriebsbeschränkungen beträgt die eigentliche Leistung nur ca. 12 GWh/Jahr, was einem Wirkungsgrad von 27 % entspricht. Das Kraftwerk Koscharnik wird vom Kraftwerk Ogosta gespeist. Von dort aus wird das Wasser zur Bewässerung weitergeleitet. Hier werden nur 0,16 MW erzeugt. 2000 wurden die Kraftwerke an die private Firma ENERGO-PRO Varna EAD verkauft, die zur deutschen E.ON gehört.
Die Planungen für einen Stausee vor Montana begannen Anfang der 1960er Jahre. Begonnen wurde mit dem Bau 1966, 1983 wurde mit der Staumauer begonnen und die Fertigstellung erfolgte 1986. Eingeweiht wurde der Staudamm am 23. September 1987 unter dem Ministerpräsidenten Todor Schiwkow (bulgarisch: Тодор Живков).
Für den Bau mussten 1979 zwei Dörfer, Jiwowtsi (bulgarisch: Живовци) und Kalimanitsa (bulgarisch: Калиманица), aufgegeben werden. Je nach Wasserstand ist der Kirchturm der Himmelfahrtskirche in Jiwowtsi die meiste Zeit sichtbar, er steht am Nordufer des Sees. Die Bewohner wurden nach Montana und Berkowiza (bulgarisch: Берковица) gewaltsam umgesiedelt.

Ursprünglich war vorgesehen, mit dem Wasser des Stausees große Gebiete nördlich von Montana zwischen Montana und Zlatia bei Lom (bulgarisch: Лом) (insgesamt 180.000 Hektar) zu bewässern, bis 1989 wurde jedoch nur die Hälfte der nötigen Baumaßnahmen ausgeführt. Weitere Baumaßnahmen unterblieben seit dem Ende der kommunistischen Ära; da die Bewässerung nicht mehr rentabel ist.
Heute wird nur ein winziger Bruchteil der geplanten Fläche – unmittelbar bei Montana – bewässert.
Seit seiner Inbetriebnahme steht der Staudamm unter dem Verdacht der Instabilität. Obwohl der See für 510 Millionen m³ ausgelegt wurde, wurde er nie mehr als mit 400 Millionen m³ gefüllt, da man fürchtete, die Staumauer sei dem Druck nicht gewachsen. In der kommunistischen Zeit wurden alle Meinungen dazu unterdrückt; doch seit den 1990er Jahren gibt es immer wieder Hinweise auf eine mangelnde Stabilität. Auch gibt es Gerüchte über einen Tunnel unter der Staumauer, der zur Instabilität beiträgt. 2005 kam es auf Grund des Einsatzes von Ecoglasnost zu einer weiteren Beschwerde, die aber als unbegründet zurückgewiesen wurde. Seitdem ist jedoch das Betreten der Staumauer verboten und es gibt ständige Polizeikontrollen; angeblich aus Furch vor terroristischen Anschlägen. Am südlichen Ende des Staudamms befindet sich ein Naturfreibad mit Rutschen, Becken, Restaurants und einem Sandstrand.