
Das Old Boys Network (OBN) wurde 1997 in Berlin gegründet. Unter dem Begriff Cyberfeminismus trägt das Netzwerk zum kritischen Diskurs über neue Medien bei, wobei der Schwerpunkt auf genderspezifischen Aspekten liegt. Das OBN gilt als „erste internationale cyberfeministische Allianz“. Die OBN-Mitglieder brachten unterschiedliche Hintergründe aus Kunst, Aktivismus, Wissenschaft und Technologie ein, was dem Netzwerk eine interdisziplinäre und globale Perspektive verlieh. Seit den Anfängen verändert sich das Netzwerk aufgrund wechselnder Mitglieder ständig.
Die Philosophie von Old Boys Network (OBN) basierte auf den Grundprinzipien des Cyberfeminismus, einer Bewegung, die Technologie als potenziellen Raum für die Dekonstruktion traditioneller Geschlechterrollen betrachtete. OBN förderte die Idee, dass das Internet und digitale Technologien als Werkzeuge genutzt werden könnten, um feministische Utopien zu schaffen und hegemoniale Machtstrukturen zu untergraben. Ein zentraler Gedanke war, dass Geschlecht in digitalen Räumen neu verhandelt werden könnte. Durch Kunst, Theorie und Aktivismus wollte OBN aufzeigen, wie Frauen und nicht-binäre Personen digitale Technologien nicht nur nutzen, sondern aktiv mitgestalten können.
Das Netzwerk war Gastgeberin zahlreicher Konferenzen, Ausstellungen und Diskussionsforen, die Cyberfeminismus und seine Implikationen untersuchten. Einige der Aktivitäten waren:
Die Gruppe wollte hybride Räume schaffen, um zu forschen, zu experimentieren, zu kommunizieren und zu handeln. Sie wirkten sowohl in virtuellen Räumen, durch einen Server und eine Mailingliste, als auch mittels Treffen wie Workshops und internationalen Konferenzen. All ihre Aktivitäten haben das Ziel, verschiedenen künstlerischen und politischen Ausdrucksformen unter dem Dach des Cyberfeminismus eine kontextualisierte Präsenz zu verleihen. Das Netzwerk war Gastgeberin zahlreicher Konferenzen, Ausstellungen und Diskussionsforen, die Cyberfeminismus und seine Implikationen untersuchten. Das Projekt bestimmt dabei nicht, was unter dem Begriff Cyberfeminismus zu verstehen ist. Die Arbeitsweisen werden offengelegt und der Konsens besteht darin, dass jede eine verschiedene Meinung vertritt.
Die Gründungsmitglieder waren Susanne Ackers (Berlin), Valie Djordjević (Berlin), Ellen Nonnenmacher (Berlin), Julianne Pierce (VNS Matrix, Sydney) und Cornelia Sollfrank (Hamburg/Berlin). Nach der Ersten Cyberfeministischen Internationalen bildete sich eine sogenannte "core group", die aus acht OBN Mitgliedern bestand: Susanne Ackers, Verena Kuni (Frankfurt), Julianne Pierce (VHS Matrix, Sydney), Helene von Oldenburg (Rastede/Hamburg), Claudia Reiche (Hamburg), Cornelia Sollfrank (Hamburg/Berlin), Yvonne Volkart (Zürich), und Faith Wilding (Pittsburgh). Weitere Mitglieder waren unter anderen: Alla Mitrofanova (St. Petersburg), Shu Lea Cheang, Sabine Helmers, Diana McCarty, Rasa Smite, Rena Tangens, Mare Tralla, María Fernández, Ursula Biemann, Kathy Rae Huffman, Janine Sack, Laurence Rassel und Ulrike Bergermann.