Oliver ist ein männlicher Vorname, der vor allem im englischsprachigen Raum auch als Familienname verbreitet ist. Im deutschen Sprachraum trat der Vorname Oliver ab den späten 1950er Jahren auf. Die feminine Version des Namens ist Olivia, Olivera oder Livia. In Frankreich ist er als Olivier und in Italien als Oliviero verbreitet.
Die Herkunft des Namens ist nicht endgültig geklärt:
Mit der normannischen Eroberung Englands 1066 von Frankreich aus wurde vermutlich die französische Bezeichnung mit Olaf oder Oleifr zu Oliver verschmolzen. Im Mittelalter, um das Jahr 1075 bis 1100, wurde der Name europaweit durch die Gestalt von Olivier, einem geschichtlich nicht gesicherten Paladin beziehungsweise Ritter und Freund Karls des Großen (* wohl 2. April 747; † 28. Januar 814) im Rolandslied bekannt.
In Deutschland wurde der Vorname Oliver in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kaum vergeben. Ab Ende der 1950er stieg seine Beliebtheit stark an. Ende der 1960er und Anfang der 1970er befand sich der Name unter den zehn häufigsten Jungennamen der entsprechenden Jahrgänge. Er belegte durchschnittlich in den 1960er Jahren den 24. Rang, in den 1970er Jahren Rang 11 und Rang 30 in den 1980er Jahren. Dann ging seine Beliebtheit allmählich etwas zurück. Auch im 21. Jahrhundert ist der Name noch gebräuchlich.
Der Name Oliver liegt in Österreich seit 1984 fast jährlich in den Top-50 der Hitlisten. Im Jahr 2024 belegte er Rang 40. Von 1984 bis 2023 wurde der Name rund 7.700 Mal gewählt. In der Schweiz wird der Name seit Ende der 1940er Jahre jedes Jahr bei der Namenswahl berücksichtigt. Seit Mitte der 1960er Jahre gehört er fast durchgehend zu den 100 beliebtesten Vornamen. Besonders beliebt war er in den 1970er Jahren, als er zu den Top-30 zählte. Von 1930 bis 2023 wurden etwa 11.900 Jungen so genannt.
In Spanien zählt der Name seit 2010 zu den Top-100 und seit 2018 zu den Top-30 der Hitlisten. Der Name liegt in Italien seit 2014 in den Top-200, er gilt als mäßig populär. Er befindet sich in Belgien in einem leichten Aufwärtstrend und seit 2017 in den Top-100. In Frankreich wird der Name seit den 1960er Jahren fast jährlich vergeben, jedoch in einem geringen Umfang. Der Name kommt in den Niederlanden seit Ende der 1940er Jahre jedes Jahr in der Namensgebung vor. Seit 2019 liegt er in den Top-100. Der Name ist in Ungarn seit der Jahrtausendwende in den Top-50 anzutreffen. Seit 2019 liegt er in den Top-10. In Polen lag der Name von 2005 bis 2017 in den Top-100 der Hitlisten.
In Kroatien ist der Name seit 2019 in den Top-50 anzutreffen. In Slowenien erlebt der Name seit 2015 einen steilen Anstieg der Beliebtheit. Im Jahr 2021 lag er auf Rang 21 und im Jahr 2023 auf Rang 11. Der Name wird in Tschechien seit Anfang der 1980er Jahre stetig populärer. Seit 2007 befindet er sich in den Top-50. In der Slowakei liegt der Name seit der Jahrtausendwende in den Top-50 und seit 2016 in den Top-10 der Vornamenscharts.
Der Name zählt seit den 1990er Jahren in Dänemark, Norwegen und Schweden zu den beliebtesten Jungennamen. In Finnland wurde er nach der Jahrtausendwende populär.
In England und Wales liegt der Name seit 2002 in den Top-10. Zwischen 2009 und 2020 belegte er öfter die Spitzenposition. Der Name ist in Schottland seit der Jahrtausendwende in den Top-100 und seit 2010 stets in den Top-10. In Nordirland gehört der Name seit der Jahrtausendwende zu den 100 beliebtesten Jungennamen. Seit 2013 befindet er sich in den Top-10. Der Name war in Irland im Jahr 1975 kurzzeitig auf Rang 14 der Hitlisten, dann ging seine Beliebtheit zurück. Seit 2007 liegt er wieder in den Top-100. Im Jahr 2024 belegte er Rang 27.
In den USA liegt der Name seit 1880 durchgehend in den Top-500. Von 1880 bis 1896 lag er in den Top-100. Seit Mitte der 1990er Jahre befindet sich der Name in einem Aufwärtstrend. In den letzten Jahren liegt er stets auf Rang 3. Der Name ist in Kanada besonders seit der Jahrtausendwende beliebt. Seit 2014 befindet er sich stets in den Top-20 und zeitweise auch in den Top-10. In Neuseeland erlebte der Name in den 1980er Jahren einen starken Anstieg bei der Beliebtheit. Seit 2012 liegt er durchgehend auf Rang eins oder zwei der Vornamenscharts. Der Name liegt in Australien seit den 1990er Jahren in den Top-100. Seit 2013 belegt er stets den ersten oder zweiten Platz in den Hitlisten.
3. Februar, 10. Juli
Der Namenstag von Oliver ist am 10. Juli, nach dem Todestag des 1975 heiliggesprochenen irischen Bischofs Oliver Plunkett. Dieser starb am 1. Juli 1681, nach dem kurz darauf eingeführten gregorianischen Kalender dem 11. Juli. Da dieser der Gedenktag des Heiligen Benedikt von Nursia ist, wurde der Namenstag für Oliver auf den 10. Juli vorverlegt.
Ein weiterer Heiliger mit diesem Namen ist Oliver von Ancona (3. Februar).