
Omer Pacifique Guillaume Joseph Bodson (* 5. Januar 1856 in Antwerpen, Belgien; † 20. Dezember 1891 in Bunkeya, Kongo-Freistaat) war ein belgischer Soldat, der ab den 1880er Jahren für den belgischen König Leopold II. im Kongo-Freistaat diente. Er wurde bekannt, da er Msidi, eigentlich Ngelengwa Mwenda, das Oberhaupt (wörtlich: der Besitzer) von Katanga, tötete und kurz darauf selbst von Anhängern Msidis getötet wurde.
Bodson diente in der belgischen Armee und war 1886 an der blutigen Niederschlagung der sozialen Unruhen von 1886 in Lüttich beteiligt, wofür er den persönlichen Dank von König Leopold II. erhielt. 1887 trat er den Streitkräften des Freistaats Kongo, der sog. Force Publique, bei und damit in den persönlichen Dienst von König Leopold II. Er war in Mateba und dann bei den Stanley Falls stationiert, von wo aus er an der Rettungsmission für Emin Pascha unter Henry Morton Stanley teilnahm. Dabei stellte er einen afrikanischen Soldaten namens Sanga vor ein Kriegsgericht, der Major Edmund Barttelot, den Anführer der hinteren Kolonne dieser Expedition, erschossen hatte, als dieser während eines traditionellen Festes dessen Frau mit einem Revolver bedrohte.
Bodson kehrte 1889 als Hauptmann der belgischen Karabiniers nach Belgien zurück.
In der Folge wurde Bodson zum stellvertretenden Kommandeur der von dem britisch-kanadischen Söldner William Stairs geführten Expedition ernannt, die vom Freistaat Kongo ausgesandt wurde, um Katanga für diesen in Besitz zu nehmen. Nachdem die Verhandlungen mit dem Ziel, Msidi, das lokale Oberhaupt, zur Anerkennung der Souveränität Leopolds II. zu zwingen, gescheitert waren, schickte der Stairs Bodson und den Marquis Christian de Bonchamps los, um Msidi festzunehmen.
Dieser war misstrauisch und suchte Zuflucht im befestigten Dorf Munema. Trotz Bonchamps' Warnungen vor den Gefahren der Operation beschloss Bodson, das Dorf in Begleitung von nur zehn Askari zu betreten, während Bonchamps und die anderen Askaris außerhalb warteten. Bodson fand Msidi vor einer großen Hütte sitzend mit ca. 300 mit Musketen bewaffneten Männern vor. Bodson soll ihm dann mitgeteilt haben, dass er gekommen sei, um Msidi zu verhaften. Dieser soll sich daraufhin geweigert haben und Bodson mit einem Säbel (angeblich ein Geschenk von William Stairs) angegriffen haben. Bodson schoss dann angeblich dreimal auf ihn. In der allgemeinen Aufregung und als Reaktion darauf traf Masuka, einer von Msidi Söhnen, Bodson mit einem Musketenschuss in Bauch und Wirbelsäule. Bodson wurde aus dem Dorf gebracht, erlag aber wenige Tage später seinen Verletzungen.
Bodson wurde in Bunkeya begraben und als Joseph Moloney (der Arzt der Stairs-Expedition) 1892 nach London zurückkehrte, war König Leopold II. immer noch damit beschäftigt, den Anspruch seines Freistaats Kongo auf Katanga gemäß dem „Effektivitätsprinzip“ der Kongokonferenz zu legitimieren. Hierzu war eine Rechtfertigung des Mordes an Msidi notwendig. Europäische Berichte über Msidis Tod, die auf Stairs’ offiziellem Bericht und Moloneys Schriften basieren, betonen daher Selbstverteidigung als Motiv und stellen fest, Msidi sei ein blutrünstiger Tyrann gewesen. In der Folge gelang es Leopold II., seinen Besitz an Katanga zu festigen; dieses durchlebte daraufhin – gemeinsam mit dem Kongo – eine der berüchtigtsten Phasen kolonialer Ausbeutung in der afrikanischen Geschichte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bodson, Omer |
| ALTERNATIVNAMEN | Bodson, Joseph Marie Jean Omer (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | belgischer Offizier und Forschungsreisender |
| GEBURTSDATUM | 5. Januar 1856 |
| GEBURTSORT | Lüttich |
| STERBEDATUM | 20. Dezember 1891 |
| STERBEORT | Bunkeya, Kongo-Freistaat |