Die Erstbeschreibung stammt aus dem Jahre 1989 durch Pierre Maroteaux und Mitarbeiter. Der Erbgang war autosomal-dominant. Im Jahre 1991 wurde durch die israelischenHumangenetiker Zwi Borochowitz, Mila Barak und Silvia Hershkowitz eine (separate) autosomal-rezessive-Form beschrieben mit zusätzlichen Luxationen am Unterarm.
Verbreitung
Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurde über etwa 40 Betroffene berichtet.
Ursache
Je nach zugrunde liegender Mutation können folgende Typen unterschieden werden:
Typ 1 mit Mutationen im GPC6-Gen auf Chromosom 13Genort q31.3-32.1, autosomal-rezessiver Erbgang, häufigere Form
Typ 2 mit Mutationen im FZD2-Gen auf Chromosom 17 an q21.31, autosomal-dominanter Erbgang
Typ 1, autosomal-rezessive oder generalisierte Form, Synonym: Mikromele Dysplasie mit Radius-Dislokation, ausgeprägter Kleinwuchs mit zu kurzen und plumpen Gliedmaßen (Mikromelie) insbesondere der körpernahen Anteile Rhizomelie der Oberarme und Oberschenkel.
Typ 2, autosomal-dominanten Form, normale Körpergrößen, lediglich rhizomel verkürzte Oberarme
Gesichtsauffälligkeiten sind Balkonstirn, flache Nasenwurzel, kurze Nase und langes, auffälliges Philtrum, tief ansetzende Ohrmuscheln
Die Diagnose ergibt sich aus der Kombination klinischer und radiologischer Befunde und kann durch humangenetische Untersuchung gesichert werden. Bereits vorgeburtlich können Anomalien der langen Röhrenknochen erfasst werden. Im Röntgenbild lassen sich verkürzte und keulenförmig verformte Oberarm- und Oberschenkelknochen nachweisen, bei der rezessiv vererbten Form eine proximale radioulnare Diastase und proximale Dislokation des Radiusköpfchens. Bei der dominanten Form liegen meist verkürzte Metacarpalia I vor.
Differentialdiagnostik
Abzugrenzen sind
von der autosomal-rezessiven Form:
Die wiederholten Gelenkluxationen können orthopädisch versorgt werden.
Literatur
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↑P. Maroteaux, J. Sauvegrain, A. Chrispin, J. P. Farriaux: Omodysplasia. In: American journal of medical genetics. Band 32, Nummer 3, März 1989, S.371–375, doi:10.1002/ajmg.1320320321, PMID 2729357.
↑Z. Borochowitz, M. Barak, S. Hershkowitz: Familial congenital micromelic dysplasia with dislocation of radius and distinct face: a new skeletal dysplasia syndrome. In: American journal of medical genetics. Band 39, Nummer 1, April 1991, S.91–96, doi:10.1002/ajmg.1320390120, PMID 1867270.
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