Omodysplasie

Klassifikation nach ICD-10
Q78.8 Sonstige näher bezeichnete Osteochondrodysplasien
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Die Omodysplasie, von altgriechisch ὦμος ómos, deutsch ‚Schulter‘, ist eine sehr seltene Skelettdysplasie mit ausgeprägter Verkürzung der Gliedmaßen und Gesichtsdysmorphie.

Die Erstbeschreibung stammt aus dem Jahre 1989 durch Pierre Maroteaux und Mitarbeiter. Der Erbgang war autosomal-dominant. Im Jahre 1991 wurde durch die israelischen Humangenetiker Zwi Borochowitz, Mila Barak und Silvia Hershkowitz eine (separate) autosomal-rezessive-Form beschrieben mit zusätzlichen Luxationen am Unterarm.

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurde über etwa 40 Betroffene berichtet.

Ursache

Je nach zugrunde liegender Mutation können folgende Typen unterschieden werden:

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:

Die Beweglichkeit im Ellenbogen- und Kniegelenk kann vermindert sein. Hinzu können Hämangiome der Mittellinie, angeborene Herzfehler, Kraniosynostose und Kryptorchismus kommen.

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus der Kombination klinischer und radiologischer Befunde und kann durch humangenetische Untersuchung gesichert werden. Bereits vorgeburtlich können Anomalien der langen Röhrenknochen erfasst werden. Im Röntgenbild lassen sich verkürzte und keulenförmig verformte Oberarm- und Oberschenkelknochen nachweisen, bei der rezessiv vererbten Form eine proximale radioulnare Diastase und proximale Dislokation des Radiusköpfchens. Bei der dominanten Form liegen meist verkürzte Metacarpalia I vor.

Differentialdiagnostik

Abzugrenzen sind von der autosomal-rezessiven Form:

von der autosomal-dominanten Form:

Therapie

Die wiederholten Gelenkluxationen können orthopädisch versorgt werden.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Eintrag zu Omodysplasie. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten), abgerufen am 7. August 2024.
  2. 1 2 3 Radiopaedia
  3. ↑ P. Maroteaux, J. Sauvegrain, A. Chrispin, J. P. Farriaux: Omodysplasia. In: American journal of medical genetics. Band 32, Nummer 3, März 1989, S. 371–375, doi:10.1002/ajmg.1320320321, PMID 2729357.
  4. ↑ Z. Borochowitz, M. Barak, S. Hershkowitz: Familial congenital micromelic dysplasia with dislocation of radius and distinct face: a new skeletal dysplasia syndrome. In: American journal of medical genetics. Band 39, Nummer 1, April 1991, S. 91–96, doi:10.1002/ajmg.1320390120, PMID 1867270.
  5. ↑ Omodysplasia 1. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  6. ↑ Omodysplasia 2. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)